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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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Berufung auf die englischen Vermessungen, Nichts destoweniger weichen, wie 
gesagt, die Längen von den onglischerseits angenommenen ab. Als Beispiele 
dieser Abweichungen wird Folgendes angeführt. 
Nachdem Kap Corrientes, dessen Länge auf der amerikanischen Karte 
(Tit, XI, No. 361) 2,5‘ westlicher angegeben ist, wie auf der englischen (Tit. XI, 
No. 363), obwohl in diesem Falle speciell die englische Vermessung zu Grunde 
gelegt ist, nahe passirt und die Zres Marias in Sicht gekommen waren, wurde 
die zweite Insel der Gruppe, Maria Magdalena, ganz frei von der südlichsten, 
Cleopha, gesehen, ein Umstand, der nach der Karte nur eintreten kann, wenn 
man sich fast Süd!) von der Gruppe befindet, während Cleopha NWzW peilte. 
Nimmt man die englische Position Cleopha’s als richtig an, so ist alles erklärt, 
die Differenz beträgt nicht nur in Länge, sondern auch in Breite je 4‘.?) 
Tit. XI. No. 363. "Tit. XI. No. 361. 
Las Tres Marias 
Cleopha 106° 11,5‘ W-Lg 106° 15,5‘ W-Lg 
21° 19‘ N-Br 21° 15' N-Br. 
Lobos Point, die nach Westen heraustretende, ca 40 Sm südlich von 
Guaymas liegende Spitze der Insel Lobos liegt in der amerikanischen Karte sicher 
unrichtig. Die Breite 27° 17‘ Nord ist in allen Ortsverzeichnissen und Segel- 
anweisungen richtig angegeben, nur die Narraganset-Karte (Tit. XI. No. 350) 
verlegt sie in 27° 20‘ N-Br. Der Mittagspunkt nach Beobachtung — die Länge auf 
die von Kapt. Beechey für Mazatlan angegebene bezogen — setzte S. M. S. 
„Leipzig“ in 27° 15,7‘ N-Br und 110° 34,5‘ W-Lg, und peilte Lobos Point von hier 
aus ONO mw 5—6 Sm Abstand, was für Lobos Point geben würde: 27° 17‘ N-Br, 
110° 27—28‘ W-Lg statt 27° 20‘ N-Br und 110° 35‘ W.-Lg.?) Es wird dies 
auch bestätigt durch den Kurs von Lobos nach Guwaymas, welcher nach der 
halben Distanz einen Strich westlicher gesetzt werden musste, als wie er nach 
der Karte hätte sein sollen. 
Die Strömungen des Golfs von Calıfornien sind noch wenig bekannt, sie 
scheinen jeduch mit Ausnahme derjenigen, welche der Colorado im nördlichsten 
Theil verursacht, keinen ausgesprochenen Charakter zu haben, sollen vielmehr im 
Allgemeinen der Richtung des Windes folgen und an der östlichen Seite stärker, 
als an der westlichen sein. Korv.-Kapt. Paschen hat dies bestätigt gefunden: 
bei Windstilie, wurde von /gnacio bis Guaymas kein Strom beobachtet. Auf 
der Ausreise (von Guaymas aus 8. S. 447) gegen südöstlichen Wind kreuzend, 
wurde arfangs nur geringer Strom gegenan an der westlichen Küste bemerkt, 
und zeizte sich unmittelbar vor Eintritt nordwestlichen Windes ein Strom aus 
dieser Richtung ca 0,4m die Stunde. 
Die Winde waren beim Aufsegeln in den Golf noch ziemlich regelmässig, 
NW bei Tage, NNW—N während der Nacht. Beim Aussegeln in den ersten 
Tagen des Mai fand man dagegen den Wind für die Jahreszeit ungewöhnlich 
unregelmässig. Winde aus jeder Richtung, die südlichen am frischesten, 
wechselten mit Windstillen ab. 
Mit nördlichen und westlichen Winden ist die Luft im Golf ausser- 
ordentlich trocken und klar, so dass man in Entfernung von 40—50 Sm noch 
Formation und Färbung des Landes deutlich unterscheiden kann, bei südöstlichen 
Winden dagegen wird sie feucht und undurchsichtig. Tiefgehende Wolken und 
Dunst, aus dem nur die höheren Gebirge hervor sichtbar werden, liegen über 
dem Lande, Die Temperatur steigt dabei wesentlich und die Luft ist schwül, 
Beim Kap San Lucas wurde eine sehr scharfe Wetterscheide bemerkt: schwacher 
Ostwind im Golf, ein, wenige Kabellängen breiter Strich mit Stille, welcher das 
Schiff 3—4 Stunden festhielt und dann ein plötzlicher Uebergang zu Westwind, 
!) Auf der amerikanischen Karte berühren sich diese Inseln nicht von Süd, sondern von 
SSO3/40 aus gesehen. A. d. R. 
3) Es erscheint indessen nicht sehr wahrscheinlich, dass die nordwestlichen Inseln der 
Gruppe der 7res Marias nach der amerikanischen Karte richtig, und nur die südöstlichste (Cleopha) 
in Länge und Breite so erheblich falsch liegen sollte, A. d. R. 
3) .Bei diesen Angaben scheint ein Schreibfehler stattgefunden zu haben, denn nach der 
amerikanischen Karte (Tit. XI, No. 350) ist die Position von Lobos Point 27° 21‘ N-Br und 
110° 38,7‘ W-Lg. A. d. R.
	        
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