accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

Aau und wehte öfters aus nordwestlicher Richtung, frischte jedoch später wieder 
auf von SW mit sehr schweren Böen und Regen und starker Strömung nach 
NE in 8° N-Br, in welcher Breite das Schiff 7 Tage zubrachte. Zwischen 
Acheen Head und den Nicobaren wurde der Strom östlich gefunden, mit einer 
Stärke von 30 bis 44 Sm im Ktmal, so dass es erst nach Otägiger schwerer 
Kreuzfahrt gegen den oft stürmisch wehenden Monsun gelang, frei von Great 
Nicobar zu kommen. In 5° N-Br flaute der Monsun bedeutend ab, jedoch hielt 
die starke östliche Strömung noch immer an und wurde erst an der Linie ge- 
ringer. Südlich der Linie herrschten unbeständige NE- bis SE-Winde mit gutem 
Wetter vor, die in 13° S-Br nach kurzer Mallung dem SE-Passat wichen. 
Aus den Reiseberichten S. M, S. „Leipzig‘“,) Korv.-Kapt. Paschen. 
|. Reise an der mexikanischen Westküste von Acapulco über Mazatlan nach 
Guaymas. 
Am 11. April hatte sich S. M. S. „Leipzig“ in San Jose de Guatemala 
von dem seit Anfang März bei Central-Amerika vereinten Geschwader getrennt?) 
und sich zunächst nach Acapulco begeben, um daselbst Kohlen einzunehmen. 
Am 18. April verliess das Schiff Acapulco, ankerte am 22. April auf der Rhede 
von Mazatlan, blieb an diesem Orte bis zum 27. April und dampfte weiter 
nach Guaymas, wo es am 29. April bei der Pajaros-Insel ankerte, weil der 
geringe Wasserstand es nicht gestattete, in den inneren Hafen zu gehen. Der 
Kommandant der „Leipzig“, Korv.-Kapt. Paschen, hat in seinem Reiseberichte 
nachstehende hydrographische Notizen über die Westküste von Mexico und den 
Meerbusen von Californien eingesendet. 
Dio Fahrt längs der nach Westen verlaufenden Küste von Central-Amerika 
und Mexico ist von November bis Mai kaum anders, wie unter Dampf zu machen, 
wenn man nicht bedeutende Zeit daran zu wenden hat. Von San Jose de 
(Guatemala nach Acapulco lässt sich unter Umständen ein Norder aus dem 
Golf von Tehuantepec gut benutzen, sonst nehmen die Reisen nach Westen 
30—60 Tage, von einem der berührten Häfen bis zum anderen, in Anspruch. 
Die Angaben der Segelanweisungen,*) welche von See und Landbrisen senkrecht 
zur Küste sprechen, wurden nicht bestätigt, vielmehr die Seebrisen fast in der 
Richtung der Küste, d. h. W—WNW und NW, und die Landbrisen 2 bis höchstens 
4 Strich davon verschieden gefunden, und das ist mit der Praxis und mit den 
in den Segelanweisungen angeführten Bemerkungen einzelner Kapitaine überein- 
stimmend. Das Aufkreuzen an der Küste bleibt mit Rücksicht auf den mehr 
oder weniger bedeutenden Strom immer das Zeitraubendste; Segelschiffe müssen 
stets die hohe See aufsuchen. 
Auf der Fahrt von Acapulco nach Mazatlan war eine Gelegenheit gegeben, 
die neuen Karten nach Vermessungen der V, St.-Korvette „Narraganset“, 1873—1875, 
zu prüfen. Ein Vergleich mit der alten Bawuza’schen Karte, für den Theil von 
Kap Corrientes bis Mangrove Bluf’, verbessert durch die englischen Kapitaine 
Belcher und Beechey (B. A. K. No, 588, Tit. XI. No. 361), zeigt, dass fast 
alle Längen, namentlich die des Golfs von Californien, von amerikanischer 
Seite um mehrere Minuten westlicher angegeben sind. Der Kommandant der 
„Leipzig“ spricht einen Zweifel aus, ob die amerikanischen Angaben stets als 
richtig anzuschen sind, denn die einzigen Ortsbestimmungen innerhalb des Golfs 
von Californien seien in San Lucas, San Jose del Cabo und La Paz gemacht 
worden, alles Uebrige sei nach Kursen und Peilungen eingetragen, unter vielfacher 
‘) S. „Ann. d. Hydr. etc,“, 1878, pag. 243, 
2) S. M. S. „Elisabeth“ war am 11. April von San Jose aus nach Panama gegangen und 
hatte am 26. April von dort über Guayaquil, Valparaiso und Montevideo die Heimreise angetreten 
’s. diese „Annalen“ S. 246, pag. 338 und 449); S. M. S. „Arzadne“ ging am 17. April von Panama 
aus in See, zunächst nach den S@emoa-Inseln. 
3) S. Findlay’s „North Pacific Directory“, 1870, pag. 914; Rosser-Imray: „North Pacific 
Pilot“. Part. I. 1870, nag. 336.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.