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Bemerkungen über. Wind- und Witterungsverhältnisse im Indischen
Ocean auf den Reisen von Rangoon nach Europa,
entnommen aus den meteorologischen Journalen der in Tabelle I
aufgeführten Schiffe,
i. Februar-Reisen.
Zu No. 737. Das Schiff „Melpomene“ (1877) lief mit leichten NE- und
NW-Winden zwischen den Andamanen und Nicobaren hindurch, und von hier
mit frischem Monsun bis zur Linie, ohne irgend welche Mallung anzutreffen.
Zu No. 249. „Undine“ (1872). Mässige westliche und nordwestliche
Winde bis 13° N-Br. Von hier mit leichtem Monsun durch den Sombrero-
Kanal. Von 5° N-Br bis zur Linie viel Regen und starke westliche Strömung.
Nachts Gewitter. Am 26. Februar 1872 in 6,1° S-Br und 86,8° O-Lg Anzeichen
eines im Süden wehenden Orkans. NW-Monsun frisch mit vielem Regen.
Zu No. 369. „Albatross“ (1873). Bis 13° N-Br leichte N- und NW-
Winde mit schönem Wetter. Das Schiff ging zwischen den Nicobaren und
Andamanen hindurch und hatte bis zur Linie keine Mallungen. NW-Monsun
frisch mit leichten Regenschauern; in 7°—8° S-Br 48 Stunden Windstille mit
schwachem westlichem Strom. Am 12. März 1873 in 18,4° S-Br und 72,5° O-Lg
lief der Wind von ENE durch N nach W herum, mit schweren Böcn und Ge-
witter. Anzeichen eines herannahenden Orkans, dem durch einen südlichen Kurs
ausgewichen wurde.
Zu No. 656. Das Schiff „Aline“ (1876) passirte mit leichtem nordwest-
lichem Winde nördlich von Car Nicobar und hatte von hier ab recht frischen
NE-Monsun bis 4° N-Br. Von hier bis 2° S-Br viel Gewitter mit Regen und
häufigen Windstillen, West-Monsun von 10°—13° S-Br sehr frisch. Am 11. März
1876 in 18° S-Br und 84,7° O-Lg orkanartige Böen, in denen der Wind von
ENE bis NNW herumging, mit hoher unregelmässiger See und stark fallendem
Barometer. Durch Beidrehen des Schiffes über B. B. wurde eine Cyklone ver-
mieden.
Zu No. 148. Das Schiff „Carl Ritter“ (1871) hatte sehr flaue westliche
und nordwestliche Winde, bis südlich von den Andamanen der NE-Monsun frisch
durchkam. Von 5° N-Br bis zur Linie flaue nördliche Winde, die in frischen
NW-Monsun übergingen, welcher, von vielen Regenböen begleitet, ohne Mallung
bis zum SE-Passat anhielt. -
Zu No. 377. „Fidelio“ (1873). Vom Verlassen des Ankerplatzes bis
zur Linie anhaltender mässiger Ostwind. Der „Fzdelio“ ging zwischen den
Nicobaren und Andamanen hindurch. Von 4°—3° N-Br einige Gewitterböen
mit Regen.
Zu No. 597. „Richard“ (1875). Leichte nordwestliche Winde bis süd-
lich der Andamanen, von hier mässiger Monsun bis 3° N-Br, von wo ab SE-
und SW-Winde mit häufigen Mallungen wechselten. In der Nähe der Linie kam
der NW-Monsun durch und hielt mit ziemlich gutem Wetter und leichten Böen
bis zum SE-Passat an.
Zu No. 35. Das Schiff „Richard“ (1869) ging mit leichten NW-Winden
zwischen. den Inselgruppen hindurch und mit frischem NE-Monsun weiter, Von
6° N-Br bis 2° S-Br viele Gewitter mit umlaufenden Winden, vorwiegend aus
westlicher Richtung. Von 2°—6° S-Br ebenfalls unbeständige Witterung mit
leichten Winden von SW bis SE.
Zu No. 750. „Deike Rickmers“ (1877). NW-Winde, anfangs frisch,
später flauer, brachten das Schiff durch den Zehngrad-Kanal. Von hier hielt
frischer NE-Monsun an bis 5° N-Br, worauf Windstille und leichte westliche
Winde eintraten. Südlich von der Linie wehten West- und NW-Winde bis in
7° S-Br, wo nach zweitägiger Mallung und Stille der SE-Passat einsetzte.
Zu No. 261. „China“ (1872). Im Golf von Martaban mässige SW- bis
NW-Winde bis südlich von den Andamanen. Von hier bis 3° N-Br frischer
NE-Monsupn, darauf bis zur Linie Mallung und Gewitterböen. NW-Monsun im
Ganzen mässig, öfters mit harten Böen und Blitzen während der Nächte. In
7° S-Br 16 Stunden andauernde Windstille, worauf bis 8° S-Br NE-Wind
herrschte, der dann allmählich in den Passat übergine.