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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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dann durch den Zehngrad-Kanal segeln, um westlich von den Nicobaren in der- 
selben Richtung die Reise weiter fortzusetzen. Bei Ankunft der Schiffe auf 
5° N-Br in ca 90° O-Lg sind dieselben an der südlichen Grenze des NE-Monsuns 
angelangt, und es sind nun die verschiedenen Gürtel der Windstillen und ver- 
änderlichen Winde, sowie das Gebiet des zwischen dem NE-Monsun und SE- 
Passat liegenden NW-Monsuns zu durchschneiden. Dies muss möglichst auf einem 
rw Süd-Kurse geschehen, und sind für einen Solchen die hier herrschenden 
Winde im Allgemeinen günstig. Dieser Kurs muss so lange beibehalten werden, 
bis man den SE-Passat erfasst hat, was im Februar und in der ersten Hälfte des 
März südlich von 10° S-Br, mitunter sogar erst südlich von 15° S-Br der Fall 
sein wird. 
Aus der Zusammenstellung der vorhandenen 14 Reisen ergiebt sich als 
mittlere Reisedauer für den Monat Februar: bis zur Linie 14,7 Tage 
von der Linie bis 20° S-Br 16,6 Tage 
Summa 31,3 Tage, 
Die schwierigsten Theile der Route scheinen zwischen 5° N-Br und der 
Linie, sowie südlich von dieser zwischen 5° und 10° S-Br zu liegen. Es werden 
auf diesen Strecken im Durchschnitt 5 Tage gebraucht, was jedenfalls eine 
Folge der in diesen Zonen angetroffenen Windstillen und leichten Winde ist. 
Die Reise von Rangoon zur Linie wird im März auf zwei verschiedenen 
Wegen ausgeführt, von denen der eine, wie im Februar, durch den Zehngrad- 
Kanal, der andere entweder durch den Sombrero-Kanal, oder dicht südlich von 
Great Nicobar entlang in den offenen Ocean führt. Im grossen Ganzen sind 
die Erfolge auf beiden Routen dieselben, denn, wenn auch 5° N-Br auf der 
südlicheren Route im Mittel etwa °/4 Tage früher erreicht wird, so ist doch 
die Reisedauer bis zur Linie auf beiden Routen gleich, nämlich 18 Tage. Auch 
ergiebt sich aus der Zusammenstellung, dass fast genau ebenso vielo Schiffs- 
führer den Zehngrad-Kanal als den südlicheren Durchgang wählen. 
Der NE-Monsun weht im März noch sehr nahe innerhalb derselben 
Grenzen, wie im Februar, wird aber schon schwächer und unbeständiger, in 
Folge dessen auch die Reisen mehr Zeit in Anspruch nehmen, als im Februar. 
Die schwierigste Stelle liegt zwischen 5° N-Br und der Linie, zu deren Zurück- 
legung im Mittel nahezu 7 Tage nöthig sind. Von der Linie bis 20° S-Br 
scheinen die Windverhältnisse für diejenigen Schiffe, welche im März Rangoon 
verlassen, also in der letzten Hälfte dieses oder in der ersten Hälfte des näch- 
sten Monats die Linie schneiden, günstiger zu sein, als für die sowohl früher, 
als später von dort absegelnden, denn der Zeitunterschied beträgt 1—1'/2 Tage 
zu Gunsten der März-Reisen. 
Von 5° N-Br bis 5° S-Br muss wiederum möglichst ein rw Süd-Kurs ge- 
steuert werden, um sobald als möglich den Passat zu erreichen, was jetzt bereits 
in den meisten Fällen nördlich von 10° S-Br möglich ist, so dass die Schiffe 
von 5° nach 10° S-Br schon einen Kurs einschlagen können, welcher westlich 
von Süd liegt. 
Die mittlere Reisedauer aus 21 Reisen ergiebt sich: 
zu 18,0 Tagen bis zur Linie, 
zu 15,2 Tagen von der Linie bis 20° S-Br, 
in Summa zu 33,2 Tagen. 
Im April sind die Witterungsverhältnisse wesentlich ungünstiger, als in 
den beiden vorhergehenden Monaten, weshalb auch die Reisen ganz crheblich 
länger ausfallen. Ks stellt sich überhaupt, wenn man die Reisen noch mehr 
nach der Ahgangszeit vom Bestimmungshafen auseinander hält, deutlich heraus, 
dass vom Beginn des Februar bis Ende April von 15 zu 15 Tagen eine Zu- 
nahme der Roisedauer stattfindet, die von einem halben Monat zum anderen 
auf der Strecke bis zur Linie sich von.1,2 bis zu 4,7 Tagen steigert, so dass 
schliesslich diejenigen Reisen, welche in der letzten Hälfte des April angetreten 
werden, doppelt so viel Zeit in Anspruch nehmen, als die Anfang Februar 
begonnenen. Dagegen bleibt die Reisedauer von der Linie bis zu 20° S-Br 
in den Monaten Februar und April ziemlich konstant — 16'/2 Tage, während 
im März 1—11!% Tax weniger gebraucht werden,
	        
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