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Ort
Tiefen- Tiefe
angaben nach den Lothungen
jer Karte des Kapt. Me. Lean
34° 46‘ S-Br und 53° 51‘ W-Lg ;
Leuchtthurm auf Kap St. Mary in WNW, %0 Faden 31 Faden, Schlammgrund
16 Sm Entfernung S6,6m) (56,7m)
34° 37‘ S-Br und 53° 26‘ W-Lg 18 Faden 36 Faden, do.
Kap Castillos in NW'/2N, 22 Sm Entfernung (32,9m) (65,8m)
34° 30‘ S-Br und 53° 0‘ W-Lg 22 Faden 39'/4 Faden, do.
Kap Castillos in W 2° N, 36 Sm Entfernung (40,2m) (71,9m)
Vergleicht man die wahre Tiefe des letzten Ortes mit der auf der Karte
angegebenen, so wird man sich den neuerdings stattgehabten Verlust der „Astarte“
mit fast der ganzen Besatzung erklären können. Der Kommandant jenes Schiffes
musste sich, indem er sich auf die Karte verliess, in 39 Faden (71,3m) "Tiefe
noch 53 Sm von Kap Castillos entfernt glauben, während er in Wirklichkeit nur
35 Sm davon entfernt war.“ !)
Nach Kapt. Me. Lean’s Meinung sollte auf Kap Castillos ein Leuchtfeuer
erster Ordnung errichtet werden, da dieses Kap der erste hervorragende Punkt
ist und sich am besten ansegeln lässt; auch reicht das Feuer auf Kap St. Mary
nur bis auf 10 Sm Entfernung von Kap Castillos. Die Regierung von Montevideo
hat ein Feuer auf Punta Piedras errichtet, welches von keinem Nutzen für die
Schifffahrt ist, da Punta Piedras kein hervorspringendes Kap ist und kein Schiff
30 weit hinein zu gehen braucht. Dieses Feuer sollte besser auf Kap Castillos
verlegt werden. Ferner sei, bemerkt Kapt. Me. Lean, das Feuer auf Kast Point
höchst gefährlich, und sollte sich statt desselben eines auf der Insel Lobos be-
finden, da viele Kapitäne das Piedras - Feuer öfters für das Maldonado - Feuer
halten und daher verschiedene Dampfer kaum der durch diese Verwechselung
verursachten Gefahr entgingen.
Das Flores- Feuer ist ein Drehfeuer von drei Minuten Zwischenzeit;
da das Cerro - Feuer ebenfalls Blinke von drei Minuten zeigt, so sind beide
Feuer fast gleichzeitig sichtbar und verwirren die einsegelnden Schiffe. Das
eine dieser Feuer sollte daher ein festes sein. Auf das Leuchtschiff auf der
englischen Bank soll man sich nicht verlassen können, und erscheint es geboten,
ein anderes Feuer auf dem SO-Rande derselben zu errichten.
Literarisches.
Segelhandbuch für die Ostsee. Theil I.
Segelanweisung für den westlichen Theil der Ostsee mit der
Einsegelung durch das Kattegat, den Sund und die Belte. Heraus-
gegeben von dem Hydrographischen Bureau der Kaiserlichen Admiralität, gr. 8°.
5248. mit 332 in den Text gedruckten Holzschnitten und 25 Tafeln und Karten
in Steindruck. Berlin, 1878. In Kommission bei Dietrich Reimer,
Die deutschen Seefahrer waren für ihre Orientirung in der Ostsee und
den zu ihr gehörigen Fahrwassern und Binnengewässern bisher fast ausschliess-
lich auf fremdländische Segelanleitungen angewiesen, weshalb eine solche in
deutscher Sprache als dringendes Bedürfniss erkannt worden ist.
Das Hydrographische Bureau hat nunmehr durch die Veröffentlichung
dieses I. Theiles des Segelhandbuches für die Ostsee den Anfang zur Abhülfe
dieses Bedürfnisses gemacht. Der II. Theil wird in etwa 2 Jahren folgen, und
es soll dann eine ähnliche Segelanweisung für die Nordsee im Laufe der folgen-
den Jahre erscheinen.
Das Material für das vorliegende Werk ist, soweit es die deutschen
Küsten betrifft, zum grossen Theil von dem seit 1873 mit den Vermessungen
in der Ostsee beauftragten Korv.-Kapt. Hoffmann gesammelt; für die nicht-
deutschen Küsten und Gewässer sind die besten vorhandenen dänischen und
schwedischen Quellen benutzt worden.
4) Nach der „Hydrographic Notice“ No. 44, Washington, vom 12. August 1878 hat der Chef
des amerikanischen Geschwaders im Südlichen Atlantischen Ocean Ordre erhalten, durch eines der
anter seinem Kommando stehenden Schiffe daselbst Lothungen vorzunehmen.