accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

405 
Jahr tiefsten Luftdruckes auf dem Ocean bei Kap Horn und Island bietet, nicht 
befremden. Nicht die ausserordentliche Höhe einzelner Barometer - Maxima, 
sondern die Beständigkeit des hohen Luftdrucks, die Abwesenheit tiefer De- 
pressionen ist es, welche die Höhe des Luftdruckmittels in Ostsibirien im 
Winter und auch im Jahresdurchschnitt bedingt; die absoluten Maxima daselbst 
sind nicht höher als in Westsibirien, und selbst im europäischen Russland, ja 
sogar sind Maxima von über 800mm, wie in Barnaul, Omsk ete. noch in den 
letzten Jahren mehrfach vorgekommen sind, aus dem Osten kaum bekannt. In 
welcher Weise dieser hohe Luftdruck gegen Europa hin abnimmt und wie die 
Verhältnisse im westlichen Sibirien liegen, wird sich erst entscheiden lassen, 
wenn die Resultate der Expedition vollständig vorliegen; es war bei der ersten 
Aufstellung des Planes für dieses Nivellement bereits in viel grösserer Weise, 
als dies leider gewöhnlich geschieht, auf einen Anschluss der vieljährigen 
meteorologischen Beobachtungsstationen in Sibirien und im Ural an dasselbe 
Bedacht genommen, und wird daher das Resultat desselben sowohl für die 
Meteorologie, als für die bereits in grossem Umfange vorhandenen barometri- 
schen Höhenmessungen Sibiriens voraussichtlich von weittragender Bedeutung 
sein. In welcher Art sich die Verhältnisse des Luftdrucks in den weiten Land- 
schaften zwischen Altai und Himalaya gestalten, darüber kann der genauere 
Aufschluss wohl erst nach einer Reihe von Jahren erwartet werden; doch 
spricht Alles dafür, dass dieselben sich weit näher dem Süden Sibiriens und 
dem nördlichen China anschliessen, als dem ebenso nahen Indien, welches durch 
die gewaltige Masse des tibetischen Hochlands und des Himalaya von jedem 
Luftaustausch mit Centralasien in den unteren Theilen der Atmosphäre so gut 
wie ausgeschlossen ist, und dessen Monsun-System, insbesondere nach den 
neueren Forschungen Blanford’s, in Indien selbst, allenfalls unter Mitwirkung 
von Ost-Iran, seine Erklärung findet. 
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Medusa“, Korv.-Kapt. Hollmann.} 
Ss. M. S. „Medusa“ hat in diesem Jahre zu zwei verschiedenen Malen 
Colon (Aspinwall) im Karatbischen Meer, an der Landenge von Panama, besucht: 
zuerst vom 25. Februar bis 14. März, und zum zweiten Male vom 20, bis 25. April. 
[n der Zwischenzeit segelte „Medusa“ nach Greytown (San Juan del Norte) in 
Nicaragua und blieb daselbst vom 16. März bis 18. April. Von Colon aus be- 
gab sich das Schiff am 25. April nach Havana, wo es am 14. Mai eintraf und 
von dort am 16. Mai seine Reise nach Norfolk fortsetzte (s. diese „Annalen“, 
ag. 288). 
PIE rd Kommandant der „Medusa“, Korv.-Kapt. Hollmann, hat über seinen 
Aufenthalt zu Colon, die Reise von Colon nach Havana und über die Rhede 
von Greytown nachstehenden Bericht eingesendet. 
]. Bemerkungen über Colon (Aspinwall).?) 
„Der Grund an der Stelle, wo S. M. S. „Medusa“ ankerte (ca !/s der 
Entfernung zwischen Colon und Toro Point, von Colon aus gerechnet), ist grauer 
Schlick und gewährt den Ankern vorzüglichen Halt; dagegen ist der Verkehr 
mit dem Lande während der Zeit des frischen Passates durch Wind und See- 
gang oft sehr erschwert und manchmal ganz unterbrochen. Unter gewöhnlichen 
Verhältnissen liegt man ebenso sicher, und auch gegen die gewöhnlichen Winde 
und Seegang geschützt, und zugleich für die Kommunikation mit dem Lande sehr 
viel bequemer, in der Nähe der Werft zu Anker. Bei dem Eintritt eines Norders 
muss man jedoch rechtzeitig unter Segel gehen. 
!) S. „Ann. d, Hydr. etc.“, 1877, pag. 608, 612; 1878, pag. 12, 13, 95, 203, 288. 
’) Vgl. „Hydr, Mitth,“, 1873, pag. 65, „The West India Pilot“, 1872, pag. 193.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.