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und ESE, des Nachts aber von SSW—SW wehen. Im Mai wird der Wind
mitunter stürmisch von SW und der Himmel ist dick bewölkt. Während der
Monate Juni, Juli und August weht der Monsun in seiner vollen Stärke meistens
aus westlicher Richtung, mit häufigen Böen und Regen.
An den Lee-Küsten der Bai von Bengalen weht der Monsun regelmässiger
und in der Richtung bestimmter, als an den Luv-Küsten, das Wetter ist aber
stürmisch und regnerisch. So findet man an den Küsten von Arracan, Martaban
und Tanasserim den SW-Monsun stark und stürmisch mit vielem Regen, nament-
lich während der Monate Juli und August. Die Richtung schwankt nur wenig,
und weht der Wind sehr regelmässig aus dem südwestlichen Quadranten,
In der Malacca-Strasse sind auch während des SW-Monsun die Winde
sehr unregelmässig, nur an den Küsten von Sumatra und der malai’ischen Halb-
insel findet man Land- und Seewinde, aber auch häufige Windstillen während
des Tages. In den Monaten Mai bis September sind die Winde in der Mitte
der Strasse meistens von südwestlicher Richtung, auch stellen sich zu dieser
Zeit die sogenannten Sumatras ein. Es sind dies heftige Böen, welche fast
regelmässig des Nachts von den hohen Bergen Sumatra’s herabfallen und ge-
wöhnlich anfangs sehr stark mit Gewitter und Regen einsetzen. Sie wehen von
der Richtung SWzS, halten aber selten länger als einige Stunden (höchstens
6—8 Stunden) an.
Im Chinesischen Meere weht der SW-Monsun von Mitte Mai bis Anfang
Oktober, er setzt aber ebenso wie in den Indischen Meeren nicht an allen
Punkten zur selbigen Zeit ein. Im südlichen Theil des Chinesischen Meeres,
zwischen Borneo und der malai’ischen Halbinsel, pflegt der SW-Monsun schon
Anfang Mai durchzukommen, während er in der offenen Sce und an der Süd-
küste China’s nicht vor Ende des Monats regelmässig auftritt. Ebenso zeigt er
sich im Golf von Siam und an den westlichen Küsten der China-See früher,
als an den Ostküsten derselben,
Scine Richtung ist im offenen Meere in der ersten Hälfte der Saison, bis
Mitte Juli, zwischen S und SW. Nach dieser Zeit pflegt er cine mehr westliche
Richtung anzunehmen, ja sogar bis WNW herumzugehen. Das Wetter ist zu
dieser Zeit sehr wechselnd, vorherrschend aber trübe, feucht und unruhig, jedoch
werden die Winde nur selten stürmisch, aber oftmals böig, namentlich in der
letzten Hälfte des Monsuns. Ueberhaupt weht in der China-See der SW-Monsun
bei weitem nicht so beständig und stark, als in den vorher besprochenen Indi-
schen Meeren, auch ist er grösseren Veränderungen unterworfen, als der ent-
gegengesetzte NE-Monsun in der China-See,
An den Küsten weht der SW-Monsun, ebenso wie der NE-Monsun in der
entgegengesetzten Jahreszeit, meistens parallel mit denselben, so dass der Wind
an der Küste von Süd-Cochinchina aus WSW, an der Ostküste von Cochinchina
aus S—SSE weht. An der Südküste China’s weht er ebenfalls von WSW und
an der Küste der Philippinen aus SSW, verändert hier aber bis NW. An
denjenigen Küsten, von welchen der Wind nach See weht, findet man jetzt
meistens schönes trockenes Wetter, auch treten, wenn der Monsun schwach ist,
oftmals Land- und Seewinde auf. So finden wir an der Ostküste der Halbinsel
von Malacca von April bis Oktober vorherrschend gutes Wetter, und die Winde
wehen bei Tage aus südöstlicher, bei Nacht aus westlicher Richtung. Im Golf
von Siam ist jetzt an den westlichen Küsten ebenfalls meistens gutes Wetter,
während an den östlichen Küsten, der Küste von Cambodja, der Wind stürmisch
and das Wetter böig und regnerisch ist.
An der Küste von Luzon, Palavan und der NW-Küste von Borneo weht
der SW-Monsun ziemlich frisch, und zeichnet sich das Wetter hier ganz besonders
durch grosse Feuchtigkeit aus, wobei der Himmel dick bewölkt ist.
Im Kanal von Formosa weht der SW-Monsun zu Zeiten sehr regelmässig
und frisch, zu anderen Zeiten dagegen ist der Wind wieder sehr veränderlich.
Ersteres ist vorzugsweise während der Monate Juni und Juli der Fall, auch
werden zu dieser Zeit viele Böen mit Regen angetroffen. Letzteres tritt meistens
im August ein, wobei auf der Strecke von Shanghai nach Hongkong noch Mitte
August viele und lang andauernde Windstillen gefunden werden.
Wieweit sich der SW-Monsun östlich von den Philippinen und Formosa
erstreckt, ist nicht genau festzustellen, für gewöhnlich soll er sich bis zu den