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ganz ähnlich denen an der Küste von Malabar, während an der Ostküste der
Insel dieselben Verhältnisse gefunden werden, welche an der Küste von Coro-
mandel, als deren Verlängerung diese Küste angesehen werden kann, beobach-
tet sind.
An der Westküste der Insel wird der SW-Monsun schon im April vor-
gefunden und weht während der Sommermonate von West bis SW, zeitweise
stürmisch, mit hoher Sce und vielem Regen und Gewittern, so dass es zu dieser
Jahreszeit nicht möglich ist, den Hafen von Colombo zu besuchen. Dasselbe
Wetter findet man bei Point de Galle und an der Südküste bis zu den Bassas.
Ueberhaupt sind an dieser Küste Westwinde und Land- und Seewinde fast das
ganze Jahr hindurch, mit Ausnahme der Zeit, wenn der NE-Monsun in voller
Kraft ist (December und Januar), vorherrschend.
An der Ostküste der Insel zeigen sich die ersten Spuren des SW-Monsuns
Ende März oder Anfang April, jedoch im nördlichen Theil erst Ende April oder
Anfang Mai, indem die Winde eine Richtung annehmen, die zwischen SE und
SW schwankt. Die Winde sind zu dieser Zeit nur mässig und sehr veränderlich
und gleichen mehr den Land- und Seewinden, indem die angedeuteten Schwan-
kungen von der Tageszeit abhängen. Im Mai sind die Winde ebenfalls noch
abwechselnd, erst von Juni an, dann aber bis Mitte September, weht der SW-
Monsun stetig und ohne Unterbrechung.
In der Bai von Bengalen weht der SW-Monsun von April bis September,
or beginnt aber an der westlichen oder Luv-Seite der Bai, d. h. an den Ost-
küsten Vorder-Indiens, früher, als an der östlichen oder Lee-Seite, der Küste
von Martaban und Tanasserim, und an den nördlich gelegenen "Theilen dieser
Küsten wieder beziehungsweise früher als an den südlich gelegenen.
Während er an der Küste von Orissa schon Anfang März zu fühlen ist,
tritt er, wie schon oben gesagt, an der NO-Küste Ceylon’s nicht vor Ende
April auf. Dagegen beginnt an der Ostseite der Bai der SW-Monsun im Norden
an der Küste von Arracan Ende März oder Anfang April, an den südlichen
Küsten von Martaban und Tanasserim aber erst Mitte oder Ende Mai.
An der Luv-Seite der Bai ist das Wetter jetzt schön und verhältniss-
mässig trocken, während es an der Lee-Seite stürmisch, böig und sehr feucht
ist. Die Monate des Wechsels, April und Mai, namentlich der letztere Monat,
sind häufig von Stürmen heimgesucht, jedoch sind dieselben in diesen Monaten
in der Regel nicht so schwer, als die Stürme im Oktober und November zur
Zeit des Herbstwechsels.
Ende Mai weht der Monsun über die ganze Bucht, von der Linie bis zu
den Küsten des Kontinents, er hört aber in der offenen See später auf, als an
den Küsten.
In der offenen See sind im März die Winde noch sehr veränderlich, auch
kommen lang andauernde Stillen vor. Die Richtung des Windes wechselt zwi-
schen NE und Ost, und SE bis Süd. Im April und Mai wehen die Winde schon
vorherrschend aus SSW—SW, jedoch noch mit Unterbrechung durch südöstliche
Winde und Windstillen. Im Juni, Juli und August ist der Monsun in seiner
vollen Kraft und weht stetig aus einer SW- und westlichen Richtung, die im
August in eine WNW- und nordwestliche Richtung übergeht. Im September
findet man noch nahezu dasselbe Wetter, wie in den vorhergehenden Monaten,
jedoch werden die Winde schon bedeutend schwächer und sind nicht mehr so
beständig in ihrer Richtung, indem sie häufig nach NNW und NNE umgehen.
An der Coromandel-Küste hat man während des SW-Monsuns meistens
gutes und trockenes Wetter. Die Winde wechseln zwischen SE und SW, indem
sie den Charakter von Land- und See-Winden annehmen. Von Mitte April bis
Mitte Mai kommen mitunter Stürme vor, welche in NW beginnen und nach NE
und Ost umlaufen. Dieselben wehen am heftigsten, wenn ihre Richtung NE ist
and werden in der Regel durch eine nach Land zu laufende hohe Fluthwelle
schon vorher angekündigt. Sobald sich die Anzeichen eines solchen Sturmes
einstellen, muss man keine Zeit verlieren, um mit den NW-Winden rechtzeitig
nach See zu stehen, ehe der Wind nach NE und Ost umgeht.
An der Küste von Orissa beginnt der SW-Monsun schon im März, er
zeigt sich aber in den Monaten März, April und Mai vorzugsweise als Land-
und Seewind mit gutem Wetter, indem die Winde während des Tages von SE