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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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ganz ähnlich denen an der Küste von Malabar, während an der Ostküste der 
Insel dieselben Verhältnisse gefunden werden, welche an der Küste von Coro- 
mandel, als deren Verlängerung diese Küste angesehen werden kann, beobach- 
tet sind. 
An der Westküste der Insel wird der SW-Monsun schon im April vor- 
gefunden und weht während der Sommermonate von West bis SW, zeitweise 
stürmisch, mit hoher Sce und vielem Regen und Gewittern, so dass es zu dieser 
Jahreszeit nicht möglich ist, den Hafen von Colombo zu besuchen. Dasselbe 
Wetter findet man bei Point de Galle und an der Südküste bis zu den Bassas. 
Ueberhaupt sind an dieser Küste Westwinde und Land- und Seewinde fast das 
ganze Jahr hindurch, mit Ausnahme der Zeit, wenn der NE-Monsun in voller 
Kraft ist (December und Januar), vorherrschend. 
An der Ostküste der Insel zeigen sich die ersten Spuren des SW-Monsuns 
Ende März oder Anfang April, jedoch im nördlichen Theil erst Ende April oder 
Anfang Mai, indem die Winde eine Richtung annehmen, die zwischen SE und 
SW schwankt. Die Winde sind zu dieser Zeit nur mässig und sehr veränderlich 
und gleichen mehr den Land- und Seewinden, indem die angedeuteten Schwan- 
kungen von der Tageszeit abhängen. Im Mai sind die Winde ebenfalls noch 
abwechselnd, erst von Juni an, dann aber bis Mitte September, weht der SW- 
Monsun stetig und ohne Unterbrechung. 
In der Bai von Bengalen weht der SW-Monsun von April bis September, 
or beginnt aber an der westlichen oder Luv-Seite der Bai, d. h. an den Ost- 
küsten Vorder-Indiens, früher, als an der östlichen oder Lee-Seite, der Küste 
von Martaban und Tanasserim, und an den nördlich gelegenen "Theilen dieser 
Küsten wieder beziehungsweise früher als an den südlich gelegenen. 
Während er an der Küste von Orissa schon Anfang März zu fühlen ist, 
tritt er, wie schon oben gesagt, an der NO-Küste Ceylon’s nicht vor Ende 
April auf. Dagegen beginnt an der Ostseite der Bai der SW-Monsun im Norden 
an der Küste von Arracan Ende März oder Anfang April, an den südlichen 
Küsten von Martaban und Tanasserim aber erst Mitte oder Ende Mai. 
An der Luv-Seite der Bai ist das Wetter jetzt schön und verhältniss- 
mässig trocken, während es an der Lee-Seite stürmisch, böig und sehr feucht 
ist. Die Monate des Wechsels, April und Mai, namentlich der letztere Monat, 
sind häufig von Stürmen heimgesucht, jedoch sind dieselben in diesen Monaten 
in der Regel nicht so schwer, als die Stürme im Oktober und November zur 
Zeit des Herbstwechsels. 
Ende Mai weht der Monsun über die ganze Bucht, von der Linie bis zu 
den Küsten des Kontinents, er hört aber in der offenen See später auf, als an 
den Küsten. 
In der offenen See sind im März die Winde noch sehr veränderlich, auch 
kommen lang andauernde Stillen vor. Die Richtung des Windes wechselt zwi- 
schen NE und Ost, und SE bis Süd. Im April und Mai wehen die Winde schon 
vorherrschend aus SSW—SW, jedoch noch mit Unterbrechung durch südöstliche 
Winde und Windstillen. Im Juni, Juli und August ist der Monsun in seiner 
vollen Kraft und weht stetig aus einer SW- und westlichen Richtung, die im 
August in eine WNW- und nordwestliche Richtung übergeht. Im September 
findet man noch nahezu dasselbe Wetter, wie in den vorhergehenden Monaten, 
jedoch werden die Winde schon bedeutend schwächer und sind nicht mehr so 
beständig in ihrer Richtung, indem sie häufig nach NNW und NNE umgehen. 
An der Coromandel-Küste hat man während des SW-Monsuns meistens 
gutes und trockenes Wetter. Die Winde wechseln zwischen SE und SW, indem 
sie den Charakter von Land- und See-Winden annehmen. Von Mitte April bis 
Mitte Mai kommen mitunter Stürme vor, welche in NW beginnen und nach NE 
und Ost umlaufen. Dieselben wehen am heftigsten, wenn ihre Richtung NE ist 
and werden in der Regel durch eine nach Land zu laufende hohe Fluthwelle 
schon vorher angekündigt. Sobald sich die Anzeichen eines solchen Sturmes 
einstellen, muss man keine Zeit verlieren, um mit den NW-Winden rechtzeitig 
nach See zu stehen, ehe der Wind nach NE und Ost umgeht. 
An der Küste von Orissa beginnt der SW-Monsun schon im März, er 
zeigt sich aber in den Monaten März, April und Mai vorzugsweise als Land- 
und Seewind mit gutem Wetter, indem die Winde während des Tages von SE
	        
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