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Auf den Andamanen und Nicobaren beginnt der Monsun in der Regel im
November und bringt gutes Wetter. Die Winde- sind während der ganzen Zeit
in der Nähe der Inseln nur schwach und werden durch Land- und Seewinde
unterbrochen. Im December und Januar, während der vollen Stärke des Monsuns,
sind die Winde meistens sehr nördlich, während sie später und weiter ab, in
der offenen See, zwischen NE—ENE wehen.
In dem nördlichsten Theil der Bucht von Bengalen, etwa nördlich von
einer Linie, die von Kap Negrais nach der Küste von Orissa führt, beginnt der
NE-Monsun an den Küsten schon häufig in der ersten Hälfte des Oktober,
während er weiter nach Süden in der Bucht erst später zu bemerken ist. Im
Oktober sind die Winde noch sehr unbeständig und wehen an der NW-Seite
der Bucht vielfach von NW mit heftigen Regengüssen. Böen und Stürme sind
jetzt häufig, namentlich an der Küste von Orissa, wo die Zeit bis Ende December
überhaupt viel schlechtes Wetter mit sich bringt; diese Küste liegt jetzt an der
Leeseite des Monsunfeldes. An der Ostseite der Bucht, an den Küsten von
Chittagong, Arracan und Pegu hören die heftigen Regen im Oktober schon auf,
zu fallen, die Winde sind aber ebenfalls noch unbeständig und wehen bald
frisch von NE, bald frisch von SW. Erst im November entwickelt sich der
NE-Monsun gleichmässiger über die ganze Bucht und nimmt während der Mo-
nate December und Januar an Stetigkeit und Kraft zu.
Im Januar wird an der Küste von Orissa das Wetter besser; es fällt
nicht mehr so viel Regen, wie in den vorhergehenden Monaten, auch ist der
Wind nicht mehr so stürmisch, vielmehr setzen im Februar Land- und Seewinde
ein, die, der eine von WNW, der andere von ENE wehen. Auch weiter ab
in See ist der Monat Februar vom schönsten Wetter begleitet, die Winde sind
mässig und schwanken zwischen NNE und NNW, von welcher letzteren Richtung
sie bis zum Wechsel des Monsuns vorzugsweise in dem Gebiete nördlich von
17° N-Br wehen.
Auch an der Coromandel-Küste, in ihrer Eigenschaft als Lecküste im
NE-Monsun, ist das Wetter in den ersten Monaten des Monsuns regnerisch und
unruhig. Der Monsun beginnt hier aber nicht früher, als in der letzten Hälfte
des Oktober und weht Anfangs schr unregelmässig, bald von NNW, bald von
NE und ENE, in beiden Fällen von Böen, Regen und heftigen Gewittern be-
gleitet. Obgleich die Luft mitunter sehr drohend aussieht, sind eigentliche
Stürme hier doch selten,
Im November und December wird der Wind stetiger, und die Regengüsse
werden allmählich seltener. Die Winde wehen in der Regel des Morgens aus
einer Richtung zwischen Nord bis NW, des Nachmittags aus nordöstlicher
Richtung. Aus letzterer hält er mitunter mehrere Tage frisch an.
Im Januar und Februar ist das Wetter fast immer schön, bei klarem
Himmel und ruhiger See, und die Böen werden sehr selten, Die Winde nehmen
den Charakter der Land- und Seewinde an und wehen bei Tage aus nordöst-
licher, bei Nacht aus nordwestlicher Richtung. Der Monsun erreicht an dieser
Küste schon in der letzten Hällte des Februar sein Ende, und SE—SW-Winde
treten an seine Stelle, welche während des Monates März bei schönem Wetter
anhalten.
In der Arabischen See setzt der NE-Monsun Ende Oktober ein und
weht während seiner ganzen Dauer mit grosser Regelmässigkeit. Er wird an
den Küsten früher wahrgenommen, als in der offenen See, und zwar an den
südlichen Theilen der Westküste Hindostans eher, als in der Nähe Bombays
und im Golf von Omar. Von November bis März weht der Monsun im offenen
Meere ohne wesentliche Unterbrechung, und zwar erstreckt er sich bis zum
Aequator und über diesen hinaus, indem NE-Winde bis in den Mozambique-
Kanal hinein wehen. Das Wetter ist während dieser Zeit anhaltend schön und
wird nur ausnahmsweise durch Böen gestört. Im November und December ist
der Monsun am frischesten, und zwar nimmt seine Stärke zu, je weiter westlich
man kommt. Im Januar und Februar sind die Winde mässiger, als in den vor-
hergehenden Monaten. Im März und April hört der Monsun auf, regelmässig
von NE zu wehen, er nimmt vielmehr eine nordwestliche Richtung an und wird
häufig durch Stillen unterbrochen. An der Westküste von Vorder-Indien wehen,
wenn der NE-Monsun in der Arabischen See vollständie eingesetzt ist und