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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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Auf den Andamanen und Nicobaren beginnt der Monsun in der Regel im 
November und bringt gutes Wetter. Die Winde- sind während der ganzen Zeit 
in der Nähe der Inseln nur schwach und werden durch Land- und Seewinde 
unterbrochen. Im December und Januar, während der vollen Stärke des Monsuns, 
sind die Winde meistens sehr nördlich, während sie später und weiter ab, in 
der offenen See, zwischen NE—ENE wehen. 
In dem nördlichsten Theil der Bucht von Bengalen, etwa nördlich von 
einer Linie, die von Kap Negrais nach der Küste von Orissa führt, beginnt der 
NE-Monsun an den Küsten schon häufig in der ersten Hälfte des Oktober, 
während er weiter nach Süden in der Bucht erst später zu bemerken ist. Im 
Oktober sind die Winde noch sehr unbeständig und wehen an der NW-Seite 
der Bucht vielfach von NW mit heftigen Regengüssen. Böen und Stürme sind 
jetzt häufig, namentlich an der Küste von Orissa, wo die Zeit bis Ende December 
überhaupt viel schlechtes Wetter mit sich bringt; diese Küste liegt jetzt an der 
Leeseite des Monsunfeldes. An der Ostseite der Bucht, an den Küsten von 
Chittagong, Arracan und Pegu hören die heftigen Regen im Oktober schon auf, 
zu fallen, die Winde sind aber ebenfalls noch unbeständig und wehen bald 
frisch von NE, bald frisch von SW. Erst im November entwickelt sich der 
NE-Monsun gleichmässiger über die ganze Bucht und nimmt während der Mo- 
nate December und Januar an Stetigkeit und Kraft zu. 
Im Januar wird an der Küste von Orissa das Wetter besser; es fällt 
nicht mehr so viel Regen, wie in den vorhergehenden Monaten, auch ist der 
Wind nicht mehr so stürmisch, vielmehr setzen im Februar Land- und Seewinde 
ein, die, der eine von WNW, der andere von ENE wehen. Auch weiter ab 
in See ist der Monat Februar vom schönsten Wetter begleitet, die Winde sind 
mässig und schwanken zwischen NNE und NNW, von welcher letzteren Richtung 
sie bis zum Wechsel des Monsuns vorzugsweise in dem Gebiete nördlich von 
17° N-Br wehen. 
Auch an der Coromandel-Küste, in ihrer Eigenschaft als Lecküste im 
NE-Monsun, ist das Wetter in den ersten Monaten des Monsuns regnerisch und 
unruhig. Der Monsun beginnt hier aber nicht früher, als in der letzten Hälfte 
des Oktober und weht Anfangs schr unregelmässig, bald von NNW, bald von 
NE und ENE, in beiden Fällen von Böen, Regen und heftigen Gewittern be- 
gleitet. Obgleich die Luft mitunter sehr drohend aussieht, sind eigentliche 
Stürme hier doch selten, 
Im November und December wird der Wind stetiger, und die Regengüsse 
werden allmählich seltener. Die Winde wehen in der Regel des Morgens aus 
einer Richtung zwischen Nord bis NW, des Nachmittags aus nordöstlicher 
Richtung. Aus letzterer hält er mitunter mehrere Tage frisch an. 
Im Januar und Februar ist das Wetter fast immer schön, bei klarem 
Himmel und ruhiger See, und die Böen werden sehr selten, Die Winde nehmen 
den Charakter der Land- und Seewinde an und wehen bei Tage aus nordöst- 
licher, bei Nacht aus nordwestlicher Richtung. Der Monsun erreicht an dieser 
Küste schon in der letzten Hällte des Februar sein Ende, und SE—SW-Winde 
treten an seine Stelle, welche während des Monates März bei schönem Wetter 
anhalten. 
In der Arabischen See setzt der NE-Monsun Ende Oktober ein und 
weht während seiner ganzen Dauer mit grosser Regelmässigkeit. Er wird an 
den Küsten früher wahrgenommen, als in der offenen See, und zwar an den 
südlichen Theilen der Westküste Hindostans eher, als in der Nähe Bombays 
und im Golf von Omar. Von November bis März weht der Monsun im offenen 
Meere ohne wesentliche Unterbrechung, und zwar erstreckt er sich bis zum 
Aequator und über diesen hinaus, indem NE-Winde bis in den Mozambique- 
Kanal hinein wehen. Das Wetter ist während dieser Zeit anhaltend schön und 
wird nur ausnahmsweise durch Böen gestört. Im November und December ist 
der Monsun am frischesten, und zwar nimmt seine Stärke zu, je weiter westlich 
man kommt. Im Januar und Februar sind die Winde mässiger, als in den vor- 
hergehenden Monaten. Im März und April hört der Monsun auf, regelmässig 
von NE zu wehen, er nimmt vielmehr eine nordwestliche Richtung an und wird 
häufig durch Stillen unterbrochen. An der Westküste von Vorder-Indien wehen, 
wenn der NE-Monsun in der Arabischen See vollständie eingesetzt ist und
	        
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