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Schutz gegen den Fluthstrom, und durch das niedrige Kap Hu. k Cliff gegen
den Ebbestrom. Von Süden kommend, erkennt man den Ankerplatz an einer
in die Augen fallenden, engen Oeffnung zwischen den kleinen Bergen, welche
diesen Theil der Insel charakterisiren,
b. Ankerplatz bei der Insel Santa Magdalena. Im Norden dieser
Insel befindet sich ein Ankerplatz mit Muschelgrund, welcher gegen Süd- und
SE-Winde geschützt ist; man peilt von demselben: Die Mitte der Insel Santa
Marta, in N22° W, die Spitze Silvestre, in N 38° W, das Kap Howk Cliff, in
N72° W, und die Spitze Tern, in S78° W. Die Gezeiten sotzen auf diesem
Ankerplatz NE—SW.
c. Ankerplatz in der Bucht Agua Fresca (Fresh Water). Der
Ankerplatz in dieser Bucht ist gegen die vorherrschenden Winde geschützt und
ist demjenigen bei Punta Arenas vorzuziehen, Mit Winden zwischen Nord
über Ost bis Süd entsteht aber auf diesem Ankerplatz ein hoher Seegang und
macht denselben alsdann gefährlich.
Mit Ausnahme des steiler ansteigenden Monte Centro, welcher eine Höhe
ron 290m hat und sich gegenüber der Mitte des Ankerplatzes befindet, zeichnen
sich die diese Bucht umgebenden Berge durch sanft geneigte Abhänge aus, welche
mit dichtem Wald und gutem, kultivirbarem Boden bedeckt sind.
Die Bucht ist durch den Monte Centro und durch die Spitze Santa Maria
vom Fahrwasser aus gut zu erkennen. Um diesen Ankerplatz anzusteuern,
muss man, von Norden kommend, %/4 Sm von der Küste abbleiben, und sobald
man das Nordende der Bucht, die Spitze Santa Maria, umsteuert hat, muss man
auf das im Süden der Bucht vereinzelt liegende Vorgebirge zusteuern, bis der
Strand am Fusse des Monte Centro WNW peilt, und auf 16m Wasser, Schlamm
und Sandgrund, ankern. Bei diesem Verfahren bleibt man frei von der sich
vom nördlichen Vorgebirge der Bucht erstreckenden Untiefe Cachiyuyo. Der
„Magallanes“ ankerte auf einer Stelle, welche durch Seetang gekennzeichnet
war, auf 9 bis 11m Wasser, groben Sandgrund; man peilte von derselben die
Spitze Santa Maria, in N 7° W, Monte Centro, in N 81° W, und die Spitze Duble,
in S21°O.
Dieser letzte Ankerplatz ist jedoch nur bei gutem Wetter und wenn man
kurze Zeit sich aufhalten will, zu empfehlen,
In ‘der Bucht befindet sich eine Kolonie von 62 Bewohnern, meistens
Schweizer; dieselbe ist von Punta Arenas, dem Hauptort der Magellan-Strasse,
abhängig.
Von November bis April kann man daselbst Gemüse und dergl. Artikel
erhalten. Rindfleisch ist immer zu haben; Holz ist reichlich vorhanden und
eignet sich vortrefflich für Dampfer. In die Bucht ergiessen sich zwei kleine
Flüsse, die sehr gutes Wasser liefern. Fische giebt es im Ueberfluss.
3. Insel Souwaroff oder Suwarrow, östlich der Samoa-Gruppe.
Nach genauen Bestimmungen liegt diese Insel in 13° 16‘ S-Br und 163° 3‘ W-Lzg.
Durch die Herren Henderson und Macfarlane in Auckland ist auf dieser
Insel ein Hafendamm und ein Leuchtthurm erbaut worden. An der NO-Scite
des die Insel umgebenden Riffes ist eine Durchfahrt und innerhalb der Lagune
ist ein sicherer Ankerplatz.
4. Flaschenpost. Von S.M.S. „Elisabeth“, Kommandant Kapt. z. See
von Wickede, wurde auf der Reise von Honolulu nach Panama am 25. Januar
1878 um 1* p. m. in 21° 40,2‘ N-Br und 156° 15,2‘ W-Lg eine Flasche mit
ginem für solche Zwecko gebräuchlichen Zettel über Bord geworfen. Diese
Flasche wurde von einem Manne, Namens John Cummingo zu Warmanale,
am 12. April in 21° 20‘ N-Br und 157° 40‘ W-Lg aufgefunden. Darnach hat
diese Flasche in 77 Tagen, wenn solche nicht schon längere Zeit am Strande
gelegen hat, einen Weg von ungefähr 81 Sm in der Richtung rw S 75° 38‘ W
zurückgelegt.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn.
Königliche Hofbuchhandlung,
Kochstrasse 69/70.