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insel, am Fussce der sogenannten Mutter und südlichen Tochter (s. „Ann.
d. Hydr. ete.“, 1876, pag. 10 und 400), drei mächtige Krater ausgebrochen
seien.') Dichte Massen von Bimstein und schweren Steinen wurden unter un-
geheurem Getöse und Lufterschütterung fortwährend in die Höhe gestossen,
und bedeckten die Insel Matopi und das umliegende Festland. Die Passage
zwischen Duke of York und Neu-Britannien war durch eine dichte Bimstein-
masse, an manchen Stellen 1,5 bis 1,8m stark, geschlossen.
Da ich in Folge dessen am gewöhnlichen Platze, an der Westseite der
Makada-Insel kein Wasser einnehmen konnte, indem die Boote durch das Bimstein-
feld sich nicht hindurcharbeiten konnten, so verliess ich Makada am 12. Februar
und dampfte nach Carteret-Harbour, um dort das nöthige Wasser einzunehmen,
kehrte sodann am 16. Februar nach einem kurzen Besuche auf Gerrit Dengo
nach Makada zurück und fand den Ausbruch ziemlich vorüber, obschon die Krater
noch immer rauchten und zuweilen grosse Steine in die Luft schleuderten, welche
jedoch gewöhnlich in den Krater selbst zurückfielen.
Während meiner Abwesenheit war der Wesley’sche Missionär in Begleitung
einiger unserer Agenten in seinem Boote nach der Blanche- Bai gefahren und
berichtete nun Folgendes:
Am 10. Februar war eine Fluthwelle über Matopi hinweggegangen. Der
dort wohnende Agent hatte sein Boot fertig gehabt, war mit demselben ohne
weiteren Schaden von Land abgekommen und hatte eine andere Station in
Notop, an der Ostseite der Halbinsel, erreicht.
Eine neue Insel, ca °/4 Sm im Durchmesser, von runder Gestalt und
18—21m hoch, hat sich im Süden von Matopi, etwa 1 Sm entfernt, in die
Höhe gehoben und wurde von dem Missionar und seinen Begleitern bestiegen.
An ungefähr derselben Stelle hat I. Br. M. S. „Blanche“ früher 16 bis
17m Wassertiefe verzeichnet, und da die Alles bedeckende Bimsteinschicht das
Erkennen von weiteren geringeren Niveauveränderungen vorläufig unmöglich
machte, so kann den betreffenden Karten kein Zutrauen mehr geschenkt werden,
und ist überhaupt die westliche Durchfahrt zwischen Neu-Britannien und Duke
of York vorläufig gänzlich zu vermeiden.
Vor meiner Abreise am 20. Februar waren Agenten und KEingeborene
bereits wieder nach ihren Wohnstätten zurückgekehrt und hatten die neue Insel
schon in Besitz genommen, theilweise sogar schon mit Kokosnüssen bepflanzt.
Die Bimsteinfelder trieben den Kanal hinunter und zertheilten sich west-
wärts von Neu-Britannien.“
5. Unterseeischer vulkanischer Ausbruch bei den Salomo-Inseln im März 1878.
Der Führer des britischen Schiffes „Pacific Slope“ Kapt. Harrington
haft in dem „Shanghai Courier“ nachstehenden Journalauszug veröffentlicht:
„Freitag, 1. März 1878. Bei Tagesanbruch befanden wir uns bei dem
Eingange des Fahrwassers bei der Bowgainville-Insel (Salomo-Inseln); um 9 a. m.
trafen wir in der Strasse auf schwore Fluthwellen, welche das Navigiren zeit-
weise unmöglich machten; der Strom drehte das Schiff um sich selbst, obgleich
ein Wind herrschte, der unter gewöhnlichen Umständen dem Schiff eine Fahrt
von 9 Knoten gestattet hätte. Um 5" p. m. hatten wir die Strasse passirt, und
das Schiff steuerte auf Kap Alexander zu. Sonnabend, den 2. März, 6* p.m,
wehten steife Winde aus NW mit böigem, unsicherem Wetter. Am frühen
Morgen, am Sonntag, den 3. März traf das Schiff hohen Seegang aus Norden
mit demselben schlechten Wetter; bei Tagesanbruch befand es sich mitten in
Feldern von Bimstein und vulkanischer Asche, die sich, so weit das Auge reichte,
in grossen Flächen und Streifen erstreckten. Nach gut erhaltenem Mittags-
besteck hatte das Schiff eine Stromversetzung nach SSE von 110 Sm in 24 Stunden
erfahren. Gesegelter Kurs und Distanz waren während der Nacht NO 140 Sm,
nach der Observation aber 0zS 90 Sm, wodurch das Schiff in die gefährliche
Nähe der noch unvermessenen Riffe und Untiefen der Lord Howe’s Gruppe ge-
1) Drei Krater, wahrscheinlich dieselben, haben bereits bei der Anwesenheit S, M, S. „Gazelle“
in der Blanche-Bai bestanden und sind von den Offizieren der „Gazelle“ besucht worden; ans den
Spalten des einen strömten glühende Schwefeldämpfe; das Meerwasser am KFusse desselben war
stellenweise fast kochend heiss, A, d. Rı
Ann. d, Hydr., 1878, Heft VII (August).