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wurde. Mit leichtem südöstlichen Winde legte das Schiff die Reise von Anjer
nach Singapore in 11 Tagen zurück.
Von Singapore versegelte der „Joe Rauers“ nach der Spitze Elephant, wo-
selbst man am 23. December nach 23tägiger Reise anlangte, um nach empfangener
Ordre nach Dassein weiterzusegeln, Hier wurde die Ladung für die Rückreise
nach Kuropa eingenommen, und letztere am 19. Februar 1878 angetreten. Der
in der Nähe der Küste in der Regel anzutreffende NW-Wind brachte das Schiff
bis nach 14,5° N-Br in 92,5° O-Lg, wo sich dann der NE-Monsun einstellte,
mit dem 10° N-Br in 90,3° O-Lg am 24, Februar gekreuzt wurde. In 3,5 N-Br
und 88,2° O-Lg fand man die südliche Grenze des NE-Monsuns, dann herrschte
während der nächsten Tage Mallung bis am 2, März in 3° N-Br und 88° O-Lg
der nordwestliche Monsun einsetzte. Mit diesem wurde der Aequator am
4. März in 87,6° O-Lg nach einer Reise von 13 Tagen passirt. Im Gebiete
des NW-Monsun war das Wetter sehr unbeständig, böig und regnerisch, jedoch
gelang es schon am 9. März, 9° S-Br in 87° O-Lg zu erreichen. Nach kurzer
Mallung kam darauf in 10° S-Br der SE-Passat durch, mit dem nun die Reise
besser gefördert werden konnte. Am 19. März kreuzte das Schiff 20° S-Br in
69,4° O-Lg, am 22, März 60° O-Lg in 23,6° S-Br, und am 28. März 45° O-Lg
in 27° S-Br, in einem ungefähren Abstande von 90 Sm von der Südspitze
Madagaskars. Am 2. April erreichte schliesslich das Schiff 30° S-Br in
34,5° O-Lg, 29 Tage, nachdem der Acquator passirt war. Am 6. April er-
blickte man die kleine Insel Bird, nahe der Algoa-Bucht, und wurde hier zum
ersten Male nach langer Zeit wieder frischer Westwind angetroffen. Am
9. April wurde Kap Agulhas erblickt, worauf der Wind, welcher am vorher-
gehenden Tage stürmisch aus ESE geweht hatte, nach SW umliof und mit
diesem ein nordwestlicher Kurs gesteuert wurde. Am 12, April hatte man
30° S-Br in 12,2° O-Lg wieder erreicht, so dass nur 10 Tage zur Umsegelung
des Kaps der guten Hoffnung erforderlich waren, in welcher Zeit kein einziger
heftiger Sturm angetroffen wurde.
Der Wind, welcher anfänglich aus SW wehte, veränderte, nachdem
er vorher sehr schwach geworden war, rechtdrehend seine Richtung und
wurde in etwa 29,4° SBr und 11,4° O-Lg zum Passat und frischte bald
wieder auf. Es wurde nun 20° S-Br in 0,9 W-Lg am 19. April geschnitten,
St. Helena am 22. April passirt und der Acquator am 3. Mai in 24,5° W-Lg
erreicht. 21 Tage waren zur Zurücklegung dieser letzten Strecke erforderlich
owesen.
® Das Gebiet des SE-Passates erstreckte sich bis nach 2,8° N-Br; der
Stillengürtel, dessen Durchsegelung drei Tage in Anspruch nahm, lag zwischen
3° und 5° N-Br in 26—27° W-Lg. Am 8, Mai gelangte man endlich in das
Gebiet des NE-Passates, und es wurde voll und beim Winde nach Norden ge-
steuert. Man passirte 10° N-Br in 30,8° W-Lg am 11. Mai, 20° N-Br in
34,5° W-Lg am 15. Mai, und 30° N-Br in 32,4° W-Lg am 27. Mai. Der be-
ständige Passatwind reichte nur bis 21,8° N-Br, dort trat Windstille ein und
28 folgte für kurze Zeit westlicher Wind. Später kam zwar noch wieder leichter
östlicher Wind durch, als Passatwind konnte dieser aber nicht mehr angesehen
werden. Nördlich von 30° N-Br ging der Wind dann nach SW und West um
und wehte aus dieser Richtung, mitunter auch in den nordwestlichen Quadranten
übergehend, in mässiger Stärke bis in die Nähe des Kanals, wo er von nord-
westlicher Richtung her auffrischte, Es wurde 40° N-Br in 19,4° W-Lg geschnitten
und ohne weiteren Aufenthalt Falmouth am 10. Juni nach einer Reise, deren
Gesammtdauer 111 Tage betrug, erreicht.