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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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27. November umsegelte man Kap San Antonio mit Ostwind, der aber wiederum 
nicht lange anhiclt. Nachdem dann auch der Golf von Mexiko mit vorherrschend 
ungünstigen Nordwinden durchsegelt war, erreichte man am 5. December die 
Mississippi-Mündung nach einer Reisedauer von 60 Tagen von Lizard ab. 
Die nächsten im Journal verzeichneten Boobachtungen wurden auf der 
Reise der „Columbia“ von Havre nach Sandy Hook im März 1878 angestellt. 
Das Schiff verliess den Kanal auf dieser zweiten Ausreise nach Amerika am 
15. März wiederum mit östlichen Winden. Dieselben reichten jedoch nur bis 
zum westlichen Rande der Gründe, woselbst westliche Winde einsetzten, Später 
wurden die Winde veränderlich, häufig auch wieder östlich, niemals aber sehr 
stark, so dass das Schiff noch ziemlich zufriedenstellenden Fortgang nach 
Westen machte. Am 24, März wurde 30° W-Lg in 47,6° N-Br erreicht, und 
am 1. April befand man sich in 43,7° N-Br an der südlichen Spitze der Newu- 
Fundland-Bänke, Den noch übrigen Theil der Reise vollendete die Bark im 
kalten Küstenstrome längs dem Nordrande des Golfstromes. Es wurden auch 
hier veränderliche Winde, aber keine Stürme angetroffen, so dass bereits am 
14. April Sandy Hook nach einer Reise von nur 29 Tagen erreicht werden 
konnte. Von New- York aus erhielt das Schiff am folgenden Tage Ordre nach 
Baltimore zu versegeln Die Ankunft in der Chesapeake - Bucht erfolgte am 
16, April. 
"Nachdem das Schiff in Baltimore beladen, wurde die Rückreise ange- 
treten, und befand man sich am 5. Mai bereits auf‘ offener Sce. Die zu Anfang 
der Reise angetroffenen westlichen Winde brachten das Schiff rasch ostwärts, 
und hatte man am 15. Mai 50° W-Lg in 40,8° N-Br erreicht. Später wurde 
eine Zeit lang Ostwind angetroffen, der zuweilen stark stürmte. Am 22. Mai 
kam wieder günstigerer Wind durch, der bald auffrischte. Am 31. Mai kreuzte 
man 30° W-Lg in 45,2° N-Br und am 7. Juni wurde in. den Kanal eingesegelt, 
nachdem man 33 Tage auf See yvewesen war. 
3. Reise der Bremer Brigg „Asante“, Kapt. Jacobsen. 
Die in der Fahrt zwischen Bremen und der Westküste Afrika’s  be- 
schäftigte Brigg „Asante“ verliess am 9. Januar 1878 den Kanal. Kin frischer 
Ostwind begünstigte die Fahrt, so dass, da derselbe schr beständig wehte, 
auch als man südlicher gelangte, das Gebiet des Passates in kurzer Zeit er- 
reicht wurde, Man kreuzte 40° N-Br in 16,5° W-Lg am 14. Januar und 30° 
N-Br in 19° W-Lg am 18, Januar. In 33,5° N-Br schien die polare Grenze 
des NE-Passates zu liegen, denn hier setzte, nachdem es eine Zeitlang ganz 
flau gewesen war, der NE-Wind wicder von Neuem ein. Derselbe wehte in 
der Folge ausserordentlich frisch, so dass die Brigg vom 17, Januar ab in den 
nächsten 6 Tagen eine mittlere stündliche Geschwindigkeit von 8,2 Sm erzielte. 
Am 24. Januar stand man in 10° N-Br und 19,5° W-Lg. Von nun an nahm 
die Stärke des Windes ab, und in 7,2° N-Br und 18,3° W-Lg gelangte man 
an die aequatoriale Grenze des Passatgebietes. Mit lcichten südwestlichen und 
nordwestlichen Winden, die zuweilen von Stillen unterbrochen wurden, wurde 
dann südöstlich, später östlich gesteuert. Die weitere Fahrt verlief zwar nur 
langsam, aber doch fast ohne Störung so dass, mit Hülfe des östlichen Stromes, 
der vorzugsweise östlich von 6,5° W-Lg angetroffen wurde, schon am 6. Februar 
a Bestimmungshafen Winnebah erreicht werden konnte. Die Reise von Lizard 
hatte nur 28 Tage gedauert. 
Am 3. April wurde vom benachbarten Accra aus die Rückreise naclhı 
Bremen angetreten. Kapt, Jacobsen strebte zunächst danach, den Aequator 
zu erreichen, jedoch machte dies einige Schwierigkeiten, da die Winde nur sehr 
leicht und meistens aus südlicher Richtung waren. Die östliche Strömung 
war jedoch ganz unbedeuteud, Nach 8 Tagen hatte man erst 1° N-Br in 1° 
W.-Lg erreicht, hier aber wurde der allmählich auffrischende SE-Passat gefunden, 
mit welchem die Reise besser gefördert werden konnte. Am 18. April über- 
schritt man den Aequator in 5,5° W-Lg, und steuerte nun, sich eben südlich 
desselben haltend, nach Westen. Später wurde allmählich etwas nördlicher, und 
von 2° N-Br in 283,8° W-Lg ab NNW gesteuert. Am 26, April in 2,5° N-Br ver- 
lor man den SE-Passat; es folgte Malluıng, welche 36 Stunden anhielt. bis am 
Ann. d. Hydr., 1878, Heft VIE (August)
	        
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