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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

Die Rückreise von Rangoon nach einem englischen Orderhafen wurde am 
12. Februar 1878 angetreten; cs wehten während der drei ersten Tage sehr 
lcichte nordwestliche Winde, mit denen man nur wenig vorwärts kam. In 
12,7° N-Br erhielt man den freilich auch nur schwachen NE-Monsun und 
passirte mit demselben am 18, Februar den Zehngrad-Kanal. Noch von be- 
ständigem NE-Winde begleitet, überschritt man am 24. Februar in 86° O-Lg 
die Linie, am 12. Tage nach dem Verlassen des Abgangshafens. 
In 2° 8-Br hörte der Ostwind auf zu wehen, und es trat nach kurzer 
Windstille ganz lcichter West-Monsun an seine Stelle, so dass das Schiff hier 
eine Reihe von Tagen aufgehalten wurde, In 10° S-Br und 83,2° O-Lg traf 
man am 9. März endlich den SE-Passat an, jedoch wehte auch dieser nicht so 
frisch, wie man erwarten durfte, so dass auch der fernere Verlauf der Reise 
kein sehr zufriedenstellender war. Das Schiff gelangte am 22, April nach 
60° O-Lg in 25,8° S-Br und am 27. April nach dem Meridian des Südkaps 
von Madagaskar, welcher in 28,5° S-Br gekreuzt wurde. Die polare Grenze 
des Passates überschritt man am 25. März in etwa 27,5° 8S-Br und 54° O-Lg. 
Der Wind beschrieb dann mehrere Rundläufe um den ganzen Kompass, ohne 
von irgend einer Richtung übermässig stark zu werden. Die erste Versetzung 
durch den Agulhas- Strom beobachtete man in 34,4° S-Br und 26,7° O-Lg, in- 
dem von hier an der Strom das Schiff in den drei aufeinanderfolgenden Tagen 
141 Sm nach WSW versetzte. Am 8. April passirte man, begünstigt von 
steifem ÖOstwinde, die Länge des Kap Agulhas und am 11. April schnitt man 
in 11,5° O-Lg wieder den Parallel von 30° S-Br mit SW-Winden. Dieser 
Wind .drehte sich später nach Süd und SSE und ging so ohne Störung in den 
Passat über. In 19 Tagen segelte die „ Wilhelmine“ von 30° S-Br zur Linie, indem 
20° S-Br am 18, April in 1° W-Lg, 10° S-Br am 24. April in 11,8° W-Lg 
und der Aequator am 30. April in 19,4° W-Lg gekreuzt wurden. 
In 5° N-Br und 22° W-Lg lag am 3. Mai die aequatoriale Grenze des 
SE-Passates, nördlich davon traf man zunächst an 2 Tagen veränderliche leichte 
Winde, bis in 6° N-Br am 6. Mai das Gebiet des NE-Passates erreicht wurde. 
Anfänglich fand man in ihm ziemlich leichte Winde, doch nahmen sie bald an 
Stärke zu, so wie man nördlicher kam. Es wurden 10° N-Br in 27° W-Lg am 
9. Mai, 20° N-Br in 33,5° W-Lg am 14. Mai und 30° N-Br in 32,7° W-Lg am 
20. Mai überschritten. Der Passat erstreckte sich nicht weiter nach Norden 
als bis 24,8° N-Br in 53,5° W-Lg. Rechtdrehend lief der vorher schwach 
gewordene Wind dort südlich. Am 26. Mai erblickte man die Insel Flores, 
und segelte, von sehr frischem SE- Winde begünstigt, zwischen dieser und Fayal 
hindurch. Auch auf der lotzten Strecke der Reise von den Azoren zum Kanal 
traf man vorherrschend südliche Winde an, die frisch genug wehten, um das 
Schiff in 8 Tagen nach Falmouth zu führen. Am 4, Juni wurde dieser Hafen 
nach einer Reise, deren Gesammtdauer 113 Tage betrug, erreicht. 
8, Reise der Bremer Bark „Columbia“, Kapt. H. Schumacher. 
Von Bremen aus trat im Oktober 1877 die Bark „Columbia“ eine Reise 
nach New- Orleans an und passirte auf dieser am 7. Oktober Lizard mit nord- 
östlichem Winde, worauf nach, Süden gesteuert wurde. In 43° N-Br wurde 
der NE-Wind durch südlichen ersetzt, welcher anfangs nur leicht wehte, nach 
und nach aber stärker wurde. Am 13. und 14, Oktober in etwa 41,5° N-Br 
und 19° W-Lgy nahm der Wind bis zum heftigen Sturme zu und veränderte 
seine Richtung dabei von SSE nach NW. Der geringste beobachtete Luftdruck 
war 742,4 mm. Nach diesem Sturm folgten wieder vorherrschend südliche 
Winde, bis man schliesslich am 22. Oktober in 35° N-Br und 22° W-Lg 
nordöstlichen Wind fand, der zum Passat wurde. Bei westlichen Kursen immer 
etwas Breite nach Süden mit anholend erreichte man 19,7° N-Br in 51,4° W-Lg 
am 6. November, worauf recht West gesteuert wurde. Am 15. November wurde 
die Küste San Domingo’s erblickt. In der Nähe des Landes wurde der Wind 
unbeständig, auch herrschte für längere Zeit sogar westlicher Wind. Am 
19. November jedoch, an welchem Tage die Windward Passage durchsegelt 
wurde, wehte heftiger NNE-Wind. Auch unter der Südküste Cuba’s fand man 
anbeständige, vorherrschend aus nordwestlicher Richtung wehende Winde. Am
	        
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