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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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Parallel von 30° N-Br in 72° W-Lg und stand am 24. März vor dem östlichen 
Eingange des Providence-Kanals, in welchen man, da westlicher Wind herrschte, 
einzukreuzen versuchte. Am 26, März setzte östlicher Wind ein, mit welchem 
der Kanal dann rasch durchsegelt, und auch im Golfstrom, trotz der oft 3 Sm 
in der Stunde laufenden Gegenströmung, noch ziemlich befriedigender Fortgang 
yemacht wurde. Am 30. März befand sich das Schiff westlich von don Tortugas- 
Inseln. Hier hörte der Strom plötzlich auf, jedoch erreichte auch der günstige 
Wind sein Ende. In 27,5° N-Br hatte man noch mehrere Tage mit schr 
stürmischem Westwinde zu kämpfen, bis es am 8. April nach 25 tägiger Reise 
gelang, die Mississippi-Mündung zu erreichen. 
In New- Orleans erhielt das Schiff eine Ladung für Havre und trat die 
Reise dahin am 3. Mai an. Günstige zu Anfang der Reise angetroffeno 
NE-Winde brachten das Schiff schon nach 4 Tagen südlich von den Tortugas- 
Inseln in den Bereich des Golfstromes, mit dessen Hülfe die nächste Strecke, 
trotz des noch immer wehenden Ostwindes, in ziemlich kurzer Zeit zurück- 
gelegt wurde. Am 10. Mai hatte man den Meridian von 80° W-Lg erreicht, 
worauf ein nördlicher Kurs eingeschlagen wurde. Während westlich von jener 
Länge die Strömung östlich und nordöstlich versetzt hatte mit einer Schnellig- 
keit, welche im Maximum 58 Sm in 24 Stunden betrug, nahm sic jetzt cine 
Nord-Richtung an und nahm an Stärke bis zu 88 Sm im Etmale zu. Am 11. Mai 
passirte man die Bemini-Engen, und schon am nächsten. Tage wurde 30° N-Br 
in 80° W-Lg gekreuzt. Der noch immer aus östlicher Richtung wehende Wind 
veränderte hier, so wie das Schiff nördlicher gelangte, nach Süd und bald 
darauf durch SW nach NW. Aus letzterer Richtung wehte er dann für längere 
Zeit recht frisch und führte das Schiff eine bedeutende Strecke nach Osten. 
Am 20. Mai passirte man 60° W-Lg in 35° N-Br, am 24. Mai 50° W-Lg in 
38° N-Br. In 55° W-Lg endete der nordwestliche Wind, es trat aber SW-Wind 
an seine Stelle, der ebenso günstig war. Am 31. Mai hatte man den Meridian 
von 30° W-Lg in 45,2° N-Br erreicht und lief am 7. Juni, nach einer Reise, 
deren Dauer von der Mississippi-Mündung ab 35 Tage betrug, in Havre ein, 
Nennenswerthe Stürme waren auf dieser ganzen Reise nicht vorgekommen. 
5. Reise der Bremer Bark „&. T. Haendel“, Kapt. H. Sanders. 
Am 9. September 1877 in 34° N-Br und 16,7° W-Lg wurde an Bord der 
Bremer Bark „G&. T. Haendel“ auf einer Reise nach Singapore mit der Führung 
des meteorologischen Journals begonnen. Am nächsten Tage kam die Insel 
Madeira in Sicht, worauf am 12. September 30° N-Br in 18° W-Lg geschnitten 
wurde, Der bisher aus nordwestlicher Richtung wehende Wind ging hier in den 
NE-Passat über, mit dem dann 20° N-Br in 24,2° W-Lg am 17. September 
erreicht wurde. Gleich südlich von der Insel Brava wurde der SW -Monsun 
angetroffen, so dass über B. B.-Bug nach SE liegend, das Schiff 10° N-Br in 
21,8° W-Lg passirte und, da der Wind auch ferner von südwestlicher Richtung 
anhielt, den Aequator am 2. Oktober in dem ungewöhnlich östlichen Schnitt- 
punkte von 18,6° W-Lg traf. Eine starke östliche Strömung war nicht an- 
getroffen worden. Von 30° N-Br hatte die Bark eine Reise von 20 Tagen, 
Im südlichen Atlantischen Ocean wurde 10° S-Br in 22° W-Lg am 
7. Oktober 20° S-Br in 20,5° W-Lg und 30° S-Br in 9,5° W-Lg am 
19. Oktober überschritten. Schon am 22. Oktober gelangte man zum Meridian 
von Greenwich in 36° S-Br. Die Strecke von der Linie nach 0° Länge war 
demnach auf dieser ungewöhnlich östlichen Route durch das Passatgebiet in 
20 Tagen zurückgelegt. Die Grenze des SE-Passates fand man, obgleich das 
Schiff so östlich stand, schon in 16,8° S-Br und 22° W-Lg. Es folgten auf 
den Passat zunächst nördliche, später aber für längere Zeit südwestliche Winde, 
Ausnahmsweise ungünstig wurden die Winde angetroffen, sobald man auf Ost- 
länge übergetreten war, indem der Wind sehr bald nach dem Passiren des 
Meridian von Greenwich flau wurde und in langsamer Drehung durch Süd und 
SE nach Ost veränderte. Es blieb bei dieser Windrichtung nichts anderes 
übrig als nach Süden zu liegen. Am 29. Oktober schnitt man in 4,4° O-Lg 
den Parallel von 40° S-Br und gelangte wenige Tage später nach 48° S-Br 
in 19.3° O-Le#. Erst hier lief am 3. November der Wind nach Norden um
	        
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