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liesem den Parallel von 20° N-Br in 22,3° W-Lg am 16. Oktober und 10° N-Br
in 23,2° W-Lg am 21, Oktober. In 8,8° N-Br und 23,4° W-Lg verlor man
am 22. Oktober den NE-Passat; der Wind drehte sich durch Ost und Süd nach
SW, ohne dass Windstille eintrat. Ein regelmässiger westlicher Monsun wurde
nicht mehr angetroffen. Die Winde waren aber noch vorherrschend aus süd-
westlicher Richtung, wenn auch flau und unbeständig. Windstille herrschte nur
an einem Tage, und zwar unmittelbar vor dem Einsetzen des SE-Passates, welches
am 27. Oktober in 5,2° N-Br und 21,4° W-Lg erfolgte. Am 1. November
passirte das Schiff in 28,8° W-Lg den Aequator.
Im südlichen Atlantischen Ocean gelangte man nach 10° S-Br in
32° W-Lg am 5. November, nach 20° S-Br in 31,6° W-Lg am 9. November
and nach 30° S-Br in 32,5° W-Lg am 13. November. Nur bis nach 18,7° S-Br
reichte das Gebiet des SE-Passates, denn hier wurde der Wind nordöstlich
und beschrieb eine rasch verlaufende Drehung um den ganzen Kompass, bis
wieder für längere Zeit Ostwind einsetzte. Südlich von 34° S-Br fand man
veständigere Westwinde, jedoch waren sie nur sehr flau. Am 19. November
erblickte man die Insel Tristan d’Acunha und passirte am 24, November den
Meridian von Greenwich in 37,5° S-Br. Man hatte also zu dieser Strecke im
südlichen Atlantischen Ocean 23 Tage gobraucht.
Es war Kapt. Hettmeyers Absicht, in etwa 43° S-Br die nöthige Länge
abzulaufen, als er daher diesen Parallel am 6. December in 47° O-Lg erreicht
hatte, wurde, wenn die Windverhältnisse es erlaubten, recht Ost gesteuert,
Die südlichste berührte Breite war 43,4° S-Br in 52,5° O-Lg. 40° S-Br schnitt
man zum ersten Male in 15,5° O-Lgy' am 28, November, nachher wieder am
13. December in 80° O-Lg. Um diese Strecke von 80 Längengraden zurück-
zulegen, waren 18!/4 Tage gebraucht.
Die hier angetroffenen Winde waren im Allgemeinen recht günstige,
obgleich auch mitunter für kurze Zeit NE-Winde vorgefunden wurden; schwere
Stürme hat man während der ganzen Zeit nicht beobachtet. 30° S-Br erreichte
das Schiff am 19. December in 90° O-Lg. Die bisher vorwiegend westlichen
Winde endeten hier, es trat für kurze Zeit Windstille ein und dieser folgte in
29,5° S-Br der SE-Passat. Dieser wehte meistens recht frisch, auch erstreckte
er sich recht weit nach Norden, denn nachdem 20° S-Br in 90° O-Lg am
24. December und 10° S-Br in 91,3° O-Lg am 27. December überschritten war,
begleitete der östliche Wind das Schiff noch bis 3,2° S-Br und 91,3°” O-Lg.
Es folgten hier für einige Tage Mallung und Windstille, bis man in 2,5° S-Br
frischen Westwind antraf, mit dem am 4. Januar 1878 der Aequator in
92,5° O-Lg geschnitten wurde,
Nördlich vom Aequator fand man zunächst noch West- später Nord-
winde, bis in 4° N-Br auch diese aufhörten und einer 3 Tage lang anhaltenden
Windstille Platz machten. Am 9. Januar kam dann in 4,5° N-Br und
94,1° O-Lg der NE-Monsun frisch durch. Es wurde mit diesem voll und bei
nach NW gesteuert, als aber 13,8° N-Br in 87,9° O-Lg am 13. Januar erreicht
war, wurde in dieser Breite nach Osten aufgekreuzt. Am 22. Januar kam die
Insel Preparis in Sicht, und der NE-Wind erreichte sein Ende. Leichte
NNW-Winde führten das Schiff dann am 25. Januar nach der Aussenrhede von
Rangoon.
Nachdem das Schiff in Rangoon mit Reis beladen war, wurde die Rück-
reise gegen Ende Februar angetreten, und befand man sich auf dieser am
24. Februar 1878 etwa 10 Sm südlich von der Insel Narcondam. Der bis
hierher aus nordnordwestlicher Richtung wehende Wind veränderte jetzt nach
NE und wehte von dieser Richtung zwar nur leicht, aber doch beständig.
Das Schiff segelte durch den Zehngradkanal, und als 90,5° O-Lg in 8° N-Br
erreicht war, wurde recht Süden herunter gesteuert. In 5,4° N-Br ging der
NE-Monsun ohne Unterbrechung durch Windstillen in einen frischen NW-Wind
über, mit dem man am 6. März in 90,8° O-Lg die Linie passirte. Auch auf
südlicher Breite hielt der frische NW-Monsun an und wurde erst von 8° S-Br
an flau und südlich. Schon in 9° S-Br und 91,4° O-Lg kam der SE-Passat
durch, so dass bis hierher das Schiff auf seiner Rückreise noch keine Stunde
lurch Windstille verloren hatte.