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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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ying. In 27,7° N-Br und 40,8° W-Lg erreichte der Passat sein Ende, und der 
Wind ging rechtdrehend durch SE und Süd nach SW um. Er hielt jedoch von 
letzterer Richtung nicht lange an, ging vielmehr schon nach 24 Stunden wieder 
nach NE zurück und war auch in der Folge sehr unbeständig und umlaufend. 
Das Schiff passirte zwischen den Inseln Fayal und Corvo, ohne Land zu sehen. 
Auch nördlich von den Azoren wurden zunächst noch ungünstige Winde, vor- 
herrschend aus nordöstlicher Richtung, angetroffen, bis endlich in 43° N-Br und 
18° W-Lg frischer und stürmischer Westwind durchkam, welcher das Schiff 
am 5. April glücklich nach Falmouth führte. Die Reise hatte also eine Dauer 
von 126 Tagen. 
2, Reise der Bremer Bark „Bremen“, Kapt. Joh. Hellmers. 
im Herbst des Jahres 1877 verliess die Bark „Bremen“ die Weser- 
mündung, um eine Reise nach Savannah auszuführen. In der Nordsee wurden 
gehr stürmische Winde angetroffen, die das Schiff dort lange aufhielten. Auf 
dem Wege durch den Kanal wurde dann am 26. November 5,8° W-Lg in 
49,5° N-Br erreicht; da aber auch hier die westlichen Stürme noch nicht enden 
wollten, war es unmöglich, Länge zu gewinnen. Als man endlich am 1. December 
in 44,8° N-Br und 6,4° W-Lg angelangt war, traf man etwas günstigere 
Gelegenheit, mit welcher 30° N-Br am 12. December in 22,2° W-Lg geschnitten 
wurde. Es war nämlich am 10. December in 34° N-Br NE-Wind durch- 
gekommen, welcher dann später in den Passat überging. Derselbe wehte 
anfänglich sehr frisch und beständig, so dass 20° N-Br bereits am 17. December 
in 37° W-Lg erreicht wurde, er wurde aber später wieder durch Mallung und 
leichte südliche Winde unterbrochen, welche bis zum 22, December anhielten. 
An diesem Tage setzten wieder nordöstliche Winde ein, mit welchen die 
Länge abgelaufen wurde. Die niedrigste südliche Breite, welche das Schiff 
anlief, war 18,7° N-Br in 55,8° W-Lg. Von hier wurde wieder ein etwas 
nördlicherer Kurs eingeschlagen, bis am 27. December in 61° W-Lg und 
20,5° N-Br der Passat sein Ende erreichte. Der Wind ging zuerst südöstlich, 
von welcher Richtung er mehrere Tage wehte; ihm folgten schon in 22° N-Br 
fast stürmisch auftretende Westwinde, die später veränderlich wurden. Mit 
östlichen Winden gelang es dann am 8. Januar 1878 bei trübem Wetter, mit 
Hülfe des Lothes, die Lootsenstation für Savannah zu erreichen. Die Reise 
hatte von Lizard ab eine Dauer von 43 Tagen. 
Von Savannah versegelte das Schiff nach dem Hafen von Charleston und 
trat von dort aus am 1. März eine Reise nach Reval an. Auf der Fahrt dahin 
iraf das Schiff im Atlantischen Ocean sehr veränderliche Winde, die oftmals 
von hoch nördlicher Richtung nach einer sehr südlichen veränderten. Heftige 
Stürme wurden nicht vorgefunden. Am 9. März schnitt man 60° W-Lg in 
34,2° N-Br und am 18. März 30° W-Lg in 47° N-Br. Es war ursprünglich 
die Absicht des Kapitäns, die Ostsee auf der Route nördlich um Schottland zu 
erreichen, als aber am 22, März in 54,3° N-Br und 17° W-Lg der Wind nord- 
östlich wurde, lenkte er wieder in den zum Kanale führenden Weg ein und 
bekam am 25. März bei nördlichem Winde Zizard in Sicht. Die Reise bis 
hierher hatte 24 Tage gedauert, und wurde hier mit der Führung des meteoro- 
logischen Journals aufgehört. 
3. Reise der Bremer Bark „Richard‘, Kapt. L. Hettmeyer. 
Auf der Reise nach Rangoon begriffen, stand das Bremer Schiff „Richard“ 
am 29. September 1877 in 46,2° N-Br und 12,2° W-Lg. Es herrschten an 
diesem, wie an den nächstfolgenden Tagen sehr veränderliche leichte Winde, 
die dem Fortgange des Schiffes nicht sehr günstig waren. Jedoch gelang es 
am 4. Oktober, 40° N-Br in 18,2° W-Lg zu erreichen. Der Wind ging allmählich 
von Süden rückdrehend nach NE um und brachte das Schiff nach 28,5° N-Br 
und 21,5° W-Lg, wo sehr leichte westliche Winde angetroffen wurden, die 
3 Tage anhielten. Erst in 27,2° N-Br stellte sich am 14. Oktober der 
eigentliche Passat ein, welcher von hier ab ungestört wehte. Kapt. Hettmeyer 
schlug den Weg östlich von den Kap Verde’schen Inseln ein und schnitt auf
	        
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