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Küstenbewohner ausmachen und nebenbei einen Hauptausfuhr-Artikel nach China
bilden, Für europäische Magen scheint er ungeniessbar.
Ausser wenigen Eiern und mehreren alten Hühnern und Enten waren
keine Lebensmittel aufzutreiben, selbst Fische, an welchen die japanischen
Küstenorte sonst nie Mangel haben, gehörten hier zu den Seltenheiten.
Die Ortspolizei, auch hier wie jetzt durch ganz Japan, europäisch uni-
formirt, wachte mit grossem Eifer darüber, dass sich kein selbstständiger Ver-
kehr zwischen den Booten der Eingeborenen und dem Schiffe entwickelte. Nur
durch ihre Vermittelung war es möglich, die Einkäufe der geringen offerirten
Lebensmittel zu bewerkstelligen. . Es machte den Eindruck, als ob das frühere
Gesetz, wonach jeder mit einem fremden Schiffe ohne Erlaubniss Handeltreibende
das Leben verwirkt hatte, hier, als in einem dem Verkehr nicht geöffneten
Hafen, noch zu Kraft bestände.
Das Land gleich hinter den Höhenzügen wird als ausserordentlich frucht-
bar beschrieben; Reis, Weizen und Gerste sollen dort in grossen Quantitäten
angebaut werden.
Der Ankerplatz ist vollständig gogen jeden Secgang geschlossen.
Während des fünftägigen Aufenthaltes S. M. S. „Elisabeth“ zu Yamada
(1877, August 6—11), wehte Nachmittags bei mittlerem Barometerstande regel-
mässig Seebrise in der Stärke von 2—83, später kamen Nebelbänke aus Sce,
welche bis gegen Sonnenuntergang an den Bergen hängen blieben, so dass nur
die Spitzen derselben daraus hervorragten. Nachts fiel der Nebel als starker
Thau.,
Grössere Quantitäten Trinkwasser sind nur aus den kleinen seichten
Flüssen, welche von den nahen Bergen und den Reisfeldern gespeist werden,
zu haben, das Wasser ist aber nicht zu empfehlen.
Die Fluthhöhe beträgt nach den, während zweier Tage um Vollmond an-
angestellten Beobachtungen 1,25m.
b. Der Hafen von Odzutsu oder Katakisi liegt nach der englischen
Admiralitätskarte No. 2347 (Tit. XI, No. 136) auf 39° 23‘ N-Br und
141° 55‘ O-Lg und ist dort vor der Bucht der Name Kamaishi gesetzt,
während auf der von Imray herausgegebenen Karte an dieser Stelle Katakisı steht.
Nach der von James Imray & Son 1875, herausgegebenen Karte
„Eastern Passages to China & Japan“ liegt dieser Hafen in
39° 22,8‘ N-Br und
141° 51,0‘ O-Lg.
Nach der von demselben i. J. 1874 herausgegebenen Karte: „Japan,
North part“ in
39° 24,2‘ N-Br. und
141° 50,8‘ O-Le,
Die Eingeborenen benannten die Bucht, in der das Schiff ankerte, nach
dem Ort Odzutsuw. Dieser Name wird aber in dem maassgebenden Tokio-Dialckt
Odzucht ausgesprochen. Der Name Katakisi der Karte heisst in domselben
Dialekt Katagishi oder Katakiıshi,
Die Ansegelung der Bucht ist insofern schwierig, als keine grossen
and genauen Karten von der Ostküste Nipon’s existiren. Wenn man sich aber
nahe unter der Küste hält, so dass man ca 4 Sm von den vorspringenden
Kaps entfernt bleibt, so kann man bei einiger Aufmerksamkeit auch nach der
Admiralitätskarte No. 2347 die Einfahrt wohl finden. Die beste Marke für
dieselbe ist die Landzunge, welche sich im Süden von ihr befindet, und welche
sich ziemlich weit in See erstreckt. An der Südseite derselben befindet sich eine
ziemlich grosse Insel, welche auf keiner europäischen Karte bis jetzt einge-
zeichnet ist. Diese Insel heisst nach der japanischen Karte, welche der Kartirung
der in der Anlage befindlichen Skizze der Bucht von Kamaishi zu Grunde gelegt
worden ist, Minukishima. Von dem Vorgebirge erstrecken sich Riffe ziemlich
weit in See, so dass man gul thut, 1—1'/2 Sm von dem Kap abzubleiben. Hat
man dasselbe passirt, so‘ nimmt man einen westlichen Kurs, so dass man parallel
der Landzunge steuert.
Das Fahrwasser ist tief und nur in der Nähe der vorspringenden
Punkte befinden sich Riffe, doch führt !/2 Sm Distanz sicher vorbei, Hält