Graphische Darstellungen der Deviation.
Von J. Asmus, Hülfsarbeiter im Hydrographischen Bureau.
X (mit 2 Tafeln). !)
5. Eine andere graphische Darstellung und zwar zunächst der halbkreis-
artigen Deviation zeigt Fig.6. Um diese zu erhalten, ziehe man mit beliebigem
Halbmesser einen Kreis und theile dessen Peripherie in 32 gleiche Theile,
welche den Kompassstrichen entsprechen. Auf einem der Durchmesser ent-
werfe man dann eine Gradskala. Dann trage man vom Mittelpunkt des Kreises
aus die auf der Skala gemessene halbkreisartige Deviation für zwei Kurse, die
weniger als 90° von einander abstehen und gleichnamige Deviation haben, auf
den betreffenden Kurslinien ab und ziehe durch die so erhaltenen Punkte und
den Mittelpunkt einen Kreis. Im vorliegenden Falle sind die auf West- und
Nordwest-Kurs beobachteten Deviationen AM und BM aufgetragen und durch
A, B, M ein Kreis gelegt worden. Da die auf diesen Kursen beobachtete
Deviation Ost war, so ist sie es auch auf den übrigen, durch den Kreis um C
gehenden Kurslinien. Um den Kreis für die westliche halbkreisartige Deviation
zu erhalten, verlängere man CM rückwärts um seine Länge, Man erhält so
den Mittelpunkt C‘ dieses Kreises, welcher mit demselben Halbmesser be-
schrieben wird.
Das Diagramm Fig. 7, für die viertelkreisartige Deviation, wird erhalten,
indem man auf den betreffenden Kurslinien die viertelkreisartige Deviation vom
Mittelpunkte des Kreises aus abträgt und durch die so erhaltenen Punkte eine
Kurve legt.
Wie in Fig. 6 ist der Theil der Kompasskurse, in welchem die östliche
Deviation herrscht, mit ausgezogenen Linien, und der für die westliche mit
unterbrochenen Linien schrafürt.
In derselben Weise erhält man Diagramm 8 für die Gesammt-Deviation.
6. Ein anderes Diagramm, um die Wirkung der einzelnen Koffeienten
zu veranschaulichen, ist das von Barnett, Fig. 9. Die Konstruktion desselben
geschieht folgendermassen:
Man beschreibe zunächst einen Kreis mit beliebigem, jedoch nicht zu
kleinem Radius und theile denselben mittelst Radien in die 32 Kompassstriche,
sowie einen kleinen Bogen desselben in Grade. Auf diesem Bogen messe man
A und trage es vom Endpunkte einer der Kurslinien auf derselben ab. Durch
den erhaltenen Punkt ziehe man einen zweiten mit dem ersten koncentrischen
Kreis, so repräsentirt der von beiden Kreisen eingeschlossene Ring den KoefG-
cienten A.
In einer Entfernung von diesem Kreise, die etwas grösser als !/B sein
muss, beschreibe man einen dritten koncentrischen Kreis (den sogenannten B-
Kreis) und theile einen kleinen Bogen desselben in Grade. Auf dieser Grad-
Skala messe man !/2B und trage es auf der Ost- und West-Kurslinie einmal nach
innen und einmal nach aussen von dem B-Kreise aus ab, Durch die erhaltenen
Punkte lege man zwei Kreise, die sich auf der Nord- und Süd-Kurslinie schneiden.
Die beiden von diesen Kreisen eingeschlossenen halbmondförmigen Figuren ver-
anschaulichen die Wirkung des Koeffieienten B. Um die Grösse von B für die
einzelnen Kurse zu bestimmen, messe man den innerhalb dieser Figuren be-
findlichen Theil der Kurslinie auf der Gradskala des B-Kreises.
1) Den ersten Artikel, I, s. „Ann. d. Hydr, etc.“, 1878, Heft VII, pag. 285.
Ann. d. Hydr., 1873, Heft YIIT (August)