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6. März auf, begann der Eisgang am 16. und fand die Eröffnung der Schifffahrt
am 20. statt, auf dem Red River des Nordens bei Pembina brach das Eis am
14, gerieth ins Treiben am 15, und wurde die Schifffahrt am 18. eröffnet;
anf dem Mississipi begann die Schifffahrt zu Dubuque am 10., zu Davenport
am 9., zu Keokuk am 8., auf den Seen zwischen dem 5, März (z. B. Escanaba)
und dem 20, (z. B. Cleveland).
Ueber einige Orkane bei den Philippinen.
Der XVI. Jahrgang des „Anuario de la Direccion de Hidrografia“,
Madrid, 1878, enthält u. A. Berichte über einige heftige Stürme (Bäguios),
welche bei den Philippinen in dem Jahre 1875 geweht und dort grossen Schaden
angerichtet haben. Bei dem grossen Mangel an zuverlässigen Nachrichten über
Orkane in der Nähe der Philippinen düriten die nachstehenden Notizen nicht
nur für die Meteorologie, sondern auch für die Navigirung in jenen Meeres-
theilen von Interesse sein. Im Allgemeinen treten auch hier die Stürme zur
Zeit des Monsunwechsels cin, am häufigsten und heftigsten im September und
Oktober bei dem Wicdereintritt des NE-Monsuns. (Vergl. „Ann. d. Hydr. etc.“
1875, pag. 316.)
1. Orkan vom 19. zum 20. Juli 1875,
Dieser Orkan, welcher die Philippinen während der Zeit vom Morgen
des 19. Juli bis Nachts den 20. Juli heimsuchte, trat zuerst südlich von Samar
und nördlich von Surigas auf und ging sodann über die Küste von Zambales
nach dem Chinesischen Meer. Er passirte die Inseln Leite, Masbate und Mari-
dunque, sowie die Provinzen Tayabas, Laguna, Tondo und Zambales auf der
Insel Luzon, richtete aber nicht so viel Unheil an, als andere Orkane, weil
die ihn begleitenden Winde weniger heftig wehten. Im Kanal von San
Bernardino sind viele Schiffe von ihm betroffen worden, jedoch haben nur
wenige über denselben berichtet, so dass der Weg des Wirbelsturm-Centrums nicht
genau festgelegt werden kann. Aus den zu Lande und an Bord von Schiffen
angestellten Beobachtungen während dieses Sturmes lässt sich Folgendes über
seinen Verlauf zusammenstellen.
Am 13. Juli 1875 wehte im Kanal San Bernardino, in Catbalogan, Manila,
und Sual ein heftiger SW-Wind. Das Barometer, welches an den genannten Orten
schon tief stand, fiel bis zum 16. noch mehr, und erlangte der SW-Wind an
diesem Tage seine grösste. Stärke. Dann fing das Barometer an zu steigen,
und der Wind wurde schwächer. Am 17. und 18. Juli war gutes Wetter, das
Barometer erreichte am 19. seinen höchsten Stand in Barrena, Manila und Sual.
Hierauf begann es sehr rasch zu fallen, zuerst in Barrena und später in Manila
und Sval. Die am 19. Juli im Municipalgebäude in Manila gemachten meteoro-
logischen Beobachtungen ergaben eine grosse Trockenheit der Atmosphäre am
Morgen, und die Ereignisse in Cavite bestätigten diese Beobachtungen.
Das Centrum bewegte sich annähernd nach NW mit einer mittleren
Geschwindigkeit von 12,5 Sm pro Stunde, diese verringerte sich jedoch be-
trächtlich, ehe der Orkan in Manila eintraf, und vergrösserte sich wieder bis
nach Sual hin. Aus den in Manila und Cavite beobachteten Windrichtungen
scheint hervorzugehen, dass irgend eine rasche Aenderung in der Position oder
Bewegungsrichtung des Centrums stattfand.
In Surigao, Cavite und Manila und an anderen Orten stimmte die Richtung
des Windes nicht mit der Kreistheorie, sondern schien derselbe, wie dio Spiral-
theorie annimmt, mehr nach dem Centrum hin zu wehen. In Catbalogan und
Sual entsprachen jedoch die Windrichtungen der Kreistheorie.
Für den windstillen Centralraum kann man einen Durchmesser von 7 Sm
und für die Breite der Zone, welche der Orkan passirte, ungefähr 100 Sm
annehmen.
Details über den Orkan vom 19. zum 20. Juli 1875.
LI. Insel Surigao (9° 40‘ N-Br und 125° 30‘ O-Lg). Das Centrum passirte
wahrscheinlich am 19. Juli um 6 Uhr nordöstlich und in einer Entfernung von
Ann. d. Hyar., 1878, Heft VYIT (Juli.