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licher Richtung, später, als cr nach SW umgelaufen war, wurde er flauer, Der
niedrigste Luftdruck, den man beobachte, war 742,1mm. Am 31, August er-
reichte die Bark in 78,8° W-Lg den Parallel von 50° S-Br wieder; in Zeit
von 13 Tagen war dieselbe also von 50° S-Br im Atlantischen nach 50° S-Br
im Grossen Ocean gelangt, — für den Monat August, der nicht zu den günstigen
gehört, um die Kap Horn-Reise auszuführen, ein sehr zufriedenstellendes Resultat.
Auch im Vergleich zur Reise des am 14. August angetroffenen „van den Bergh“
war die Reise des „Aeolus“ recht gut; jenes Schiff gelangte nach 50° S-Br in
81,6° W-Lg erst am 5. September.
Um von 50° S-Br nach 40° S-Br in 85° W-Lg zu kommen, gebrauchte
Kapt. Reiners verhältnissmässig viel längere Zeit, denn es waren 8 Tage
nöthig, um letzteren Parallel zu erreichen. 30° S-Br kreuzte die Bark am
13. September in 86,3° W-Lg. Ungünstig war ferner auch, dass man so spät
in das Gebiet des SE-Passats, dessen südliche Grenze erst in 22,7° S-Br und
83,5° W-Lg überschritten wurde, gelangte. Als man den SE-Wind erst einmal
orfasst hatte, war der Verlauf der Reise wieder ein besserer; nachdem der
„Aeolus“ 10° S-Br in 87,5° W-Lg am 24, September geschnitten hatte, erreichte
er am 28. September, 28 Tage später, als er 50° S-Br verlassen hatte, in
84,4° W-Lg den Aequator.
Schon südlich der Linie, in 0,5° S-Br, war der Wind durch Süd nach
SSW und WSW umgelaufen; er wehte aus dieser Richtung, bis das Schiff nach
8,5° N-Br in 86° W-Lg gekommen war. Hier angelangt, endete der westliche
Wind, und auf dem übrigen Theil der Reise, welcher noch bis zum Bestimmungs-
hafen zurückzulegen war, traf das Schiff veränderliche, jedoch meist aus östlicher
Richtung wehende Winde. Am 11. Oktober wurde die Küste von Ceutral-
Amerika erblickt und noch an demselben Tage auf der Rhede von St. Jose
gcankert, nach einer Reise, deren Dauer, von Zizard ab, 117 Tage betrug.
Nach etwa zweimonatlichem Aufenthalt an der Küste Centralamerikas
ging am 6. Januar 1878 der „Aeolus“ von Corinto aus wieder in See, um die
Heimreiso anzutreten. Kin fast stürmisch wehender Ostwind begünstigte anfangs
auf derselben das Schiff; doch hielt er nicht lange an und endete, nachdem er
vorher flauer geworden war, schon in 8,2° N-Br und 88,3° W-Lg. Es folgten
dann sehr leichte nordwestliche, später südöstliche Winde, welche es, da eben
nördlich der Linie in der Nähe der Galapagos-Inseln auch die Strömung stark
nach Norden setzte, sehr schwierig machten den Aequator zu erreichen. Am
16. Januar stand der „Acolus“ schon in 1,1° N-Br und 90,1° W-Lg, am
18. Januar erblickte man eine der Galapagos-Inseln und erst am 22, Januar
gelang cs in 92,6° W-Lg, also oben westlich dieser Inselgruppe, die Linie zu
passiren, Die Bark war bis hierher 18 Tage in See.
In 0,9° S-Br traf man den SE-Passat an, so dass von nun an die Fahrt
eine zufriedenstellendere war, Es wurde 10° S-Br in 98,6° W-Lg am 28, Januar,
20° S-Br in 102,0° W-Lg am 1. Februar und 30° S-Br in 103,9° W-Lg am
4. Februar erreicht.
Ueber Richtung und Stärke des Passats hatte Kapt. Reiners keine
Ursache zur Klage; die südliche Grenze seines Gebiets überschritt die Bark
am 7. Februar, als sie nach 37° S-Br in 104,8° W-Lg gelangt war, doch hatte
die Richtung des Windes sich schon vorher in 34,2° S-Br nach einer nördlich
von Ost liegenden verändert. Frischo westliche Winde wollten sich nun aber
so bald noch nicht einstellen; man traf dieselben erst, als 50° S-Br in 99° W-Lg
am 14. Februar gekreuzt war. Zwischen 40°—50° S-Br fand man fast nur
umlaufende Ostwinde, doch konnte auch mit ihnen immer noch guter Fortgang
nach Süden erzielt werden. Am 22, Februar passirte das Schiff den Meridian
des Kap Horn und begann dann nach und nach wieder nördlich aufzusteuern;
os waren 30 Tage verllossen, seit das Schiff den Aequator verlassen hatte.
Im Südatlantischen Ocean kreuzte der „ Aeolus“, durch westliche Winde
begünstigt, 50° S-Br in 45° W-Lg am 27. Februar, 40° S-Br in 31,6° W-Lg
am 4. März und 30° S-Br. in 29,4° W-Lg am 7. März. Ganz ausserordentlich
günstig gestaltete sich die Fahrt von 58° S-Br ab, in welcher Breite ein
frischer SSE-Wind durchkam, der ohne eine Spur von Unterbrechung in den
eigentlichen Passat überging. Am 11. März wurde 20° S-Br in 30,3° W-Lg,
am 15. März 10° S-Br in 31.6° W-Ly und am 19, März die Linie in 33° W-Lry