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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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Bark nur eine Strecke von 144 Sm in der Richtung SzW*°/4W zurück. Be- 
zonders heftig waren die Stürme am 5. und am 17. Februar, an welchen Tagen 
der geringste Luftdruck 735,7 mm, bezw. 740,0 mm war. Am 24. Februar ge- 
iangte die „Caroline“ nach 50° W-Lg in 40,8° N-Br; von hier an war der 
Verlauf der Reise ein etwas befriedigenderer, immerhin aber noch ein lang- 
samer. Am 5. März erreichte die Bark 60° W-Lg in 40,3° N-Br und am 
14. März den Meridian von 71° W-Lg in 40,7° N-Br. Mit dem letzteren Tage 
endet die Führung des Journals für die Ausreise, welche bis dahin, von den 
Aussengründen vor dem Kanale ab, eine Dauer von 62 Tage hatte, 
Von New- York, dessen Hafen am 19. April verlassen wurde, segelte die 
Bark nach Bremen zurück. Der Verlauf dieser Rückreise war zwar ein 
yünstigerer, als der der Hinreise, doch wurden auch auf ihr Gegenwinde noch 
häufig genug angetroffen, Stürme jedoch, die erwähnt zu werden verdienen, 
waren diesesmal nicht zu überstehen. Die „Caroline“ überschritt 60° W-Lg in 
39,2° N-Br am 23. April, 30° W-Lg in 45,2° N-Br am 5. Mai und erreichte am 
15. Mai nach einer Reise, deren Dauer 28 Tage betrugy, den Kanal. 
12. Reise der Bremer Bark „Alma“, Kapt. H. Lahmeier. 
Von Liverpol schickte Kapt. Lahmeier, Führer der Bremer Bark „Alma“, 
sin Journal, welches während seiner letzten Reise von Hamburg über San 
Franzisco nach England geführt wurde. Mit dem 14, April 1877, an welchem 
Tage sich das Schiff in 49,3° N-Br und 6,6° W-Lg befand, beginnt die Führung 
des Journals. Umlaufende Winde von mässiger Stärke, die während der 
nächsten Zeit wehten, brachten die „Alma“ am 22. April nach 40° N-Br in 
13,1° W-Lg, am 26, April nach 30° N-Br in 19° W.Lg. In 26,7° N-Br und 
20,5° W-Lg gelangte die Bark in das Gebiet des NE-Passats, der ziemlich 
beständig wehte, und mit welchem sie nach 20° N-Br in 25,5° W-Lg am 
1. Mai und nach 10° N-Br in 25,5° W-Lg am 5. Mai gelangte. Auf der 
Strecke zwischen 20°—10° N-Br traf man recht frischen Wind; derselbe hielt 
an, bis man 6,2° N-Br in 24,5° W-Lg erreicht hatte, dann flaute er ab und 
lief gleich, ohne vorher eintretende Mallung, südöstlich. Am Mittage des 
11. Mai befand sich die Bark in 27,7° W-Lg recht auf dem Aequator; die 
Reise, vom Kanale ab, hatte bis hierher eine Dauer von 27 Tagen. 
Die „Alma“ schnitt 10° S-Br in 31,5° W-Lg am 15. Mai, 20° S-Br in 
35,7° W-Lg am 22. Mai und 30° Süd-Br in 45,7° W-Lg am 2. Juni. Wenn die 
Bark es auch ausnahmsweise günstig traf, um vom NE- in den SE-Passat zu ge- 
langen, so wurde im Gebiet des letzteren jetzt eine desto schlechtere Gelegenheit 
angetroffen. Der eigentliche Passat erstreckte sich nur bis nach 11° S-Br; dort 
schon lief der Wind sehr nördlich und wurde bald nachher ganz flau; als 
das Schiff darauf in langsamer Fahrt die nächsten 10° Breite zurückgelegt 
hatte und nach 21° S-Br und 36° W-Lg gekommen war, stellte sich schon 
westlicher Wind ein, der ebenfalls dem Fortgange der Reise nicht günstig 
war. 14 Tage gebrauchte die „Alma“ zur Zurücklegung der zur Zeit des 
südlichen Winters für nach Kap Horn bestimmte Schiffe oft so schwer zurück- 
zulegenden Strecke zwischen 30°—40° S-Br; zeitweise waren stürmische Gegen- 
winde, hauptsächlich aber allgemein zu schwache Winde die Ursache dieser 
Verzögerung. Von 40° S-Br in 57° W-Lg bis 50° S-Br in 64° W-Lg hatte 
das Schiff, wie es gewöhnlich der Fall ist, eine schnellere Fahrt. Die hier vor- 
herrschenden nordwestlichen Winde wurden frisch wehend angetroffen, und 
schon am 20. Juni kreuzte die Bark letzteren Parallel. Es waren jetzt 40 Tage 
verflossen, seitdem sie in den südatlantischen Ocean eingesegelt war. Am 
8. Juni in 37° S-Br und 47° W-Lg soegelte die „Alma“ eine Zeit lang in 
Gesellschaft des ebenfalls nach dem grossen Ocean bestimmten, derselben 
Rhederei gehörenden Bremer Schiffes „Olbers“. 
Am 21. Juni erbliekte man die Staten-Inseln und umsegelte, von nördlichen 
Winden begünstigt, das Ostende derselben. Es schien anfangs, als ob hier 
ein Theil der auf der Strecke von der Linie nach 50° zu viel gebrauchten Zeit 
wieder eingeholt werden könnte, denn schon am 24. Juni befand sich das 
Schiff in 67° W-Lg im Gesichtskreis vom Kap Horn; hier aber traf es auf 
atürmisches Wetter aus westlicher Richtung, und das im vollem Bereich der
	        
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