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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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Nach diesem Unwetter herrschten für cinige Tage leichte westliche 
Winde; auf diese folgte wieder ein längere Zeit anhaltender Ostwind, der 
wenn auch nur schwach, doch recht beständig wehte. Am 2. März erreichte 
das Schiff, noch immer von diesem Ostwindo begünstigt, den Parallel von 
30° S-Br. Am 9. März stand der „Samarang“ in 35° S-Br und 26° O-Lg, also 
nahe der Küste Afrika’s. Hier änderte sich der bis dahin günstige Wind, süd- 
westlicher Wind trat an seine Stelle, Eine ausnehmend starke Strom- Versetzung 
nach SW, welche in einem Etmale 82 Sm betrug, wurde gerade an diesem 
Punkte beobachtet. Schwankungen in der Meerestemperatur um 3°—5° C. fand 
man hier mehrere Male, Der leichte westliche Wind wehte nur für kurze Zeit, 
bald begünstigte wieder südöstlicher Wind die Fahrt, und ohne dass in der 
Nähe des Kap der guten Hoffnung Sturm angetroffen worden war, erreichte 
der „Samarang“ am 16. März in 10° O-Lg wieder die Breite von 30° Süd. 
In 25,1° S-Br und 5,4° O-Lg wurde am 20, März die polare Grenze des 
SE-Passats angetroffen. Mit mässigem Passatwinde gelangte Kapt. Lehmann 
am 23. März nach 20° S-Br in 1,5° W-Lg, am 30. März nach 10° S-Br in 
13° W-Lg und zur Linie in 23° W-Lg am 5. April. Zwischen 5° S-Br und 
dem Aequator beobachtete man eine sehr starke westliche Strömung, welche 
zuweilen 1%4 Sm die Stunde betrug. Von 30° S-Br zur Linie hatte der 
„Samarang“ eine Reisedauer von 20 Tagen. 
Der Uebergang vom SE- in den NE-Passat geschah am 8, April in 
3,5° N-Br und 24,5° W-Lg, ohne wesentlichen Aufenthalt für das Schiff zu 
verursachen. Nachdem der südöstliche Wind ganz flau geworden war, herrschte 
für wenige Stunden Windstille und bald danach kam der frische NE durch. 
Das Schiff kreuzte 10° N-Br in 32,9° W-Lg am 12. April, 20° N-Br in 
37,5° W-Lg am 17. April und 30° N-Br in 38,53° W-Lg am 20. April. Nicht 
yanz bis zu der letzteren Breite begleitete der frisch wehende Passat das 
Schiff; in 27,5° N-Br lief der Wind südöstlich und später, ohne Unterbrechung 
durch Windstille, durch Süd nach Westen, Am 27. April erreichte der 
„Samarang“ in 32,5° W-Lg den Parallel von 40° N-Br und legte dann den 
letzten Theil der Reise mit ziemlich günstigen Winden zurük. Am 7. Mai 
wurde das Feuer des Bishop-Felsen erblickt und am folgenden Tage im Hafen 
von Falmouth geankert, nach einer Reise, deren Dauer, von der Bali-Strasse 
ab, 111 Tage betrug. 
10. Reise der Hamburger Brigg „Seenymphe“, Kapt. P. Skovmand. 
Im Juli des Jahres 1877 unternahm die von Kapt. Skovmand geführte 
Hamburger Brigg „Seenymphe“ von Hamburg aus eine Reise nach New - York. 
Nachdem das Schiff am 15, Juli die Elbemündung verlassen hatte, liess Kapt. 
Skovmand sofort Kurs steuern nach der Nordspitze Schottlands. Am 22, Juli 
wurde das Land dort gesehen, und dann mit veränderlichen mässigen Winden 
die Fahrt über den Atlantischen Ocean angetreten. Im östlichen Theile desselben 
hielt Kapt. Skovmand sich in hoher nördlicher Breite; das Schiff schnitt 
20° W-Lg am 28, Juli in 59,7° N-Br; erst als es weiter nach Westen hin 
yelangte, wurde ein südlicherer Kurs eingeschlagen. Am 4. August kreuzte die 
Brigg 40° W-Lg in 51,5° N-Br und stand am 12. August in 46° N-Br und 
48° W-Lg an der östlichen Kante der Bänke von Neufundland. Nachdem 
letztere passirt waren, hielt der Kapitän auf dem weiteren Wege zum Zielc 
sich immer gut nördlich im vollen Bereiche des kalten, längs der Küste nach 
Westen fliessenden Stromes, überschritt den Meridian von 60° W-Lg am 
21. August in 42,5° N-Br und erreichte am 27. August die Bai von New- York, 
36 Tage nachdem man die Nordspitze Schottlands verlassen hatte, 
In New- York erhielt das Schiff die Bestimmung, nach dem auf Madagaskar 
gelegenen Hafen Tamatava zu segeln, worauf die Brigg am 12, September in 
See ging. Mit den angetroffenen südlichen Winden steuerte Kapt. Skovmand, 
wie es rathsam war, östlich, ohne besonders danach zu streben, Süd mit anzu- 
holen, Von 50° West an, welche Länge am 24, September in 36° N-Br. 
erreicht wurde, liess der Kapitän einen südlicheren Kurs einhalten, auf welchen 
das Schiff am 3. Oktober nach 30° N-Br in 34° W-Lgy gelangte.
	        
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