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80° O-Lg überschritt, 25 Tage für die Zurücklegung desselben Weges. — Am
13. und 14. August wurde an Bord aller drei Schiffe der hohe, mehr als 780mm
betragende Luftdruck beobachtet.
Mit westlichen Winden, die am 20. August in 34° S-Br und 102° O-Lyg
noch einmal zum Sturme anwuchsen, sonst aber in mässiger Stärke wehten,
legte der „Samarang“ die Strecke von 80° O-Lg bis zur polaren Grenze dos
SE-Passats zurück. Es wurde dieselbe am 26. August in 25,1° S-Br und
110° O-Lg angetroffen. Von hier aus richtete der „Samarang“ den Kurs auf
die Ombay-Passage, und trennen sich daher von jetzt an die Wege der drei Mit-
segler, da der Bestimmungsort der anderen beiden Schiffe den Weg durch
die Sunda-Strasse zu nehmen gebot. Der „Samarang“ traf auf der Weiterreise
cinen sehr unbefriedigenden SE-Passat, derselbe war flau und nicht selten für
längere Zeit gestört. Das Schiff gelangte nach 20° S-Br in 115° O-Lg am
30. August und nach 10° S-Br in 123° O-Lg am 8. September. An letzterem
Orte befand sich das Schiff, von Inseln umgeben, schon nicht mehr weit entfernt
von der Ombay-Passage. Durch die letztere zu gelangen, verursachte grosse
Schwierigkeiten; sehr häufig herrschte Windstille, oder der wehende Wind war
so schwach, dass mit demselben kaum die starke, an einem Tage einmal eine
Stärke von 33 Sm erreichende südwestliche Strömung überwunden werden
konnte. Am 18. September befand sich das Schiff ganz nahe unter der Küste
von Ombay, wo der südliche Strom aufhörte und statt seiner schwache NE-
Strömung vorgefunden wurde. Am 19. September war der „Samarang“ endlich
frei von der Ombay-Passage, der Wind lief dann auch bald südöstlich, frischie
auf und am 24. September erreichte das Schiff den Hafen von Amboina nach
einer Reise, doren ganze Dauer, von Lizard ab, 127 Tage betrug.
Von Amboina versegelte der „Samarang“ nach Makassar; am 13. Oktober
wurde der erstere Platz verlassen und von leichten östlichen Winden und starker
westlicher Strömung begünstigt, der letztere am 18. Oktober erreicht. Von
Makassar ging die Reise weiter nach Soerabaya, in welchen Hafen man am
26. November nach 5tägiger Reise ankam.
Nachdem das Schiff von Soerabaya schliesslich noch nach dem nahe-
zelegenen Platze Probolinga gesegelt und dort voll beladen war, verliess es am
10. Januar 1878 diesen letzteren Hafen, um nach England zurückzukehren. Mit
Hülfe der leichten an der Küste Java’s herrschenden Land- und Seewinde,
die aber durch Stillen und Gewitterböen häufig unterbrochen waren, arbeitete
der „Samarang“ sich durch die Bali-Strasse. Kben südlich von derselben trieb
das Schiff am 17, Januar einen ganzen Tag hindurch in Windstille, während
deren Dauer man eine KSE-Strömung beobachtete, die eine stündliche Schnellig-
keit von 1,5 Sm hatte. Als endlich Wind durchkam, .war derselbe eine lange
Zeit hindurch so flau, dass selten mehr als 1 oder 2 Sm Fahrt in der Stunde
erreicht wurde; Mallung aus westlicher Richtung war vorherrschend. Erst am
28. Januar gelang es, in 13,8° S-Br und 112,5° O-Lg das Gebiet des SE-Passats
vu erreichen, worauf dann die Fahrt in etwas günstigerer Weise vor sich ging.
Am 6. Februar erreichte das Schiff den Meridian von 90° O-Lg in 19,8° S-Br,
am 23. Februar, den von 60° O-Lg in 27,1° S-Br. Der Passat war nur östlich
von 90° O-Lg ziemlich frisch, westlich von diesem Meridiane herrschte stets
aur ganz flaue Brise. Am 18. Februar gerieth das Schiff in den Bereich eines
Orkans, dessen voller Wuth es aber durch vorsichtiges Manöver entging. Zwei
andere Schiffe, die zur selben Zeit in je 25° und 28° S-Br etwa 6 Grad west-
licher, als der „Samarang“ standen, litten so stark von der Gewalt dieses
Örkanes, dass das eine leck und in sehr beschädigtem Zustande in Mauritius
einlaufen musste, das andere kaum im Stande war, seine Reise fortzusetzen.
An Bord des „Samarang“ beobachtete man ein Umlaufen des Windes von E
(4—5) nach NNE (8) und später nach NNW (4); die grösste Stärke erreichte
der Wind, als er sich nach NNE gedreht hatte, doch wehte er zur Zeit nur mit
der Stärke eines mässigen Sturmes. Die grosse Nähe eines Orkancentrums war
aber an dem aufgercgten Zustande des Meeres, dem Aussehen der Luft und der
Luftdruckabnahme, welche während 36 Stunden über 7mm betrug, deutlich
erkennbar. Kapt. Lehmann hielt eino Zeitlang nach Süden ab und steuerte
erst wieder seinen früheren Kurs, als der Sturm sich mässigte. Der geringste
beobachtete Luftdruck hetrusx 757.1 mm.