303
bis zum Ende der Reise bemerkbar blieb. Am 13. Januar erblickte man die
Insel St, Thomas, in deren Nähe der Wind westlicher lief, und am 16. Januar
liess die „Ela“ in der Corisco-Bai, nahe der Kloby-Insel, den Anker fallen, nach
einer Reise, die von Madeira ab, den Anfenthalt an der Küste nicht eingerechnet,
eine Dauer von 26 Tagen hatte.
Am 7. März trat die „Ella“ von Eloby aus wieder die Heimreise nach
Hamburg an. Der ziemlich frisch und beständig wehende Wind erlaubte schon
vom zweiten Tage der Reise an, auf vorzugsweise westlichem Kurse auch Süd-
Breite mit zu gewinnen. In Folge davon hatte das Schiff, am 12, März in
0,3° O-Lg den Aequator erreicht und steuerte nun recht auf demselben nach
Westen. Als man indessen in 2° W-Lg auf anhaltend flaune Winde und sogar
Windstille stiess, wurde beschlossen, südlicher zu gehen, um dort frischeren
Wind aufzusuchen, In 2° S-Br fand man denn auch diesen erhofften Wind;
und von ihm und einer Strömung, die oft cine stündliche Schnelligkeit von
1!/s Sm erreichte, begünstigt, wurde jetzt wieder West gesteuert, bis 20° W-Lg
erreicht war. Dann wurde ein nördlicherer Kurs eingeschlagen, womit die Bark
an 25, März in 20,5° W-Lg den Aequator überschritt.
Bis 4,3° N-Br in 22° W-Lg wehte der SE-Passat; es folgte dann Mallung,
die jedoch nur kurze Zeit anhielt. In 5,1° N-Br und 22,3° W-Lg fand man
am 29, März wieder den NE-Passat, welcher, dem östlichen Standpunkte ent-
sprechend, aus einer sehr nördlichen Richtung und nur in geringer Stärke
wehte. Erst als die Bark mehr nach Westen gelangte, frischte der Wind auf
und wurde östlicher; sie kreuzte dann 10° N-Br in 29° W-Lg am 4. April und
20° N-Br in 35° W-Lg am 10. April. Der Passat erstreckte sich nur bis
19,2° N-Br. In dieser Breite angekommen, traf die „Ela“ ganz leichten süd-
lichen Wind; in 25° N-Br lief der Wind noch einmal wieder nordöstlich, doch
war auch dieser nicht von Dauer, bald änderte er seine Richtung wieder rechts-
drehend nach Süd und West. Obgleich der Wind auch in der folgenden Zeit
sich in dieser Richtung nicht beständig hielt, sondern häufig umlief und noch
wiederholt östliche Winde angetroffen wurden, erreichte die „EUa“ doch
30° N-Br in 33,8° W-Lg am 17. April, 40° N-Br in 28,7° W-Lg am 24. April
and schliesslich am 5. Mai den Kanal nach einer Reise, deren Dauer 58 Tage
betrug,
9, Reise des Holländischen Schiffes „Samarang‘“, Kapt. A. Lehmann.
Das holländische Schiff „Samarang“, dessen Führer der Bremer Kapitän
A. Lehmann ist, verliess am 10. Mai 1877 Newcastle, um eine Reise nach
Amboina anzutreten. Am 20. Mai, nach ziemlich langem, durch widrigen Wind
verursachten Aufenthalt in der Nordsee und im Kanal, passirte das Schiff
Lizard und wurde dann in den nächsten Tagen durch zwar leichten, aber doch
günstigen Wind nach Süden weitergeführt. Südlich von 40° N-Br, welche Breite
am 27. Mai in 14,5° W-Lg gekreuzt wurde, wurde wieder westlicher Wind
angetroffen, durch welchen das über B. B.-Bug segelnde Schiff weit nach Osten
gedrängt wurde, In 36,4° N-Br befand es sich in 11,1° W-Lg; hier endlich lief
der Wind nördlich von West, wodurch es möglich wurde, etwas West-Länge zu
gewinnen. Dennoch stand das Schiff am 3, Juni, als 30° N-Br geschnitten wurde,
uoch in 15° W-Lg; und da der Wind auch hier noch westlich war, sah sich
Kapt. Lehmann gonöthigt, zwischen den Kanarischen Inseln hindurch nach
Süden zu segeln. Kr wählte den Kanal zwischen Gr. Canaria und Fuerteventura;
als derselbe passirt war, erhielt man cben südlich davon den NE-Passat.
Kapt. Lehmann beschloss jetzt, von dem so östlichen Standpunkte aus die
Route, welche Ost von den Kap Verde’schen Inseln nach Süden führt, einzu-
schlagen. Der „Samarang“ kreuzte 20° N-Br in 20,2° W-Lg am 8; Juni,
10° N-Br in 22,4° W-Lg am 14. Juni und verlor, als er am 15, Juni nach
3,1° N-Br und 22,5° W-Lg gekommen war, den Passat. 5 Tage gebrauchte
der „Samarang“, um den Stillengürtel zu durchschneiden; man fand hier schon
Anzeichen vom südwestlichen Monsun, aber nicht so ausgeprägte, wie die
ungefähr zur selben Zeit hier befindliche, aber westlicher stehende Bremer Bark
„Anna“, In 5,8° N-Br und 20,1° W-Lg fand Kapt. Lohmann den SE-Passat
vor, welcher Anfangs jedoch nur sehr leicht und unbeständig wehte, Am 24. Juni