909
Mannschaft überaus mühevolle Zeit, während welcher man trotz aller Anstrengung
nicht mehr erreichen konnte, als das schon Gewonnene zu behaupten. Erst am
17. December gelang es, in den Kanal zu kommen und am 23. December ihn
wieder zu verlassen. Von hierab bemühte sich Kapt. de Haan, welcher der
Passroute folgen wollte, nach Süden zu gelangen, ein Vorhaben, das sehr
schwierig auszuführen war. Erst am 9. Januar 1878 kKkreuzte das Schiff
40° N-Br in 18,8° W-Lg und am 15. Januar 30° N-Br in 27,4° W-Lg. Am
11. Januar gerieth der „Merkur“ in 37,8° N-Br. und 22° W-Lg in gefährliche
Nähe einer Depression. Die Richtung des Windes änderte sich im Sturme
plötzlich von Süd nach NW; die Abnahme des Luftdrucks war trotz des heftigen
Sturmes nicht sehr bedeutend, der niedrigste beobachtete Stand war 756,0mm.
Uebermässig stark war.dagegen der Regonfall, und sehr hoch und unregelmässig
der Seegang. Nachdem dies Unwetter ausgetobt hatte, lief der Wind östlich,
beharrte in dieser Richtung und ging ohne weitere Unterbrechung in den
Passat über.
Dieser letztere wehte anfänglich in gewünschter Stärke, doch wurde er,
als man nach 26,5° N-Br und 57° W-Lg gelangt war, durch Stille und Mallung
für einige Zeit gestört. Späterhin fand das Schiff Ostwind zwar noch wieder
vor, aber aus dem Gebiete des eigentlichen Passates war das hier nördlich
steuernde Schiff heraus. Es wurden umlaufende, sehr veränderliche Winde
angetroffen, östliche Winde traten ebenso häufig auf, wie westliche, Am
9. Fobruar kreuzte der „Merkur“ 30° N-Br in 77,5° W-Lg und am 18. Februar
wurde T7ybee-Rhede erreicht, nach 77 tägiger Reise von der Weser her und
57 Tage vom Kanale ab.
Der „Merkur“ erhielt die Ordre nach Savannah den Fluss hinaufzusegeln,
ım dort eine für Bremen bestimmte Ladung einzunehmen; am 24. März trat die
Bark die Rückreise an. Auf dieser wurden vorherrschend südliche Winde
angetroffen, mit welchen die Fahrt über den Ocean in befriedigend kurzer Zeit
zurückgelegt wurde. Das Schiff schnitt 60° W-Lg in 37,5° N-Br am 31. März
und 30° W-Lg in 46° N-Br am 13. April; am 2. April überstand es in 39° N-Br
und 54° W-Lg einen aussergewöhnlich heftigen Weststurm; der Wind in dem-
selben begann aus SW und veränderte später nach WNW. Heftige elektrische
Erscheinungen, so auch das St. Elmsfeuer auf allen Mastspitzen und Raanocken,
begleiteten ihn und der Luftdruck nahm ab bis auf 727,5mm. Als der „Merkur“
sich später am 9. April in 44,2° NBr und 39,5° W-Lg befand, nahm der Luft-
druck nochmals, jedoch ohne dass heftiger Wind oder sonst schlechtes Wetter
danach folgte, bis auf 730,2mm ab. Das Aussehen der Luft war dabei ein so
drohendes, dass mehrere Schiffe, welche sich in der Nähe von dem „Merkur“
befanden, alle Raasegel fest gemacht hatten und unter Sturmsegeln das Kommende
abwarteten. Es erfolgte jedoch nur ein Umlaufen des leichten Windes von SE
nach NNW, und allmählich begann der Luftdruck wieder zuzunehmen. Der
letzte Theil der Reise wurde durchweg mit günstigem Winde zurückgelegt, so
dass am 20. April nach 27tägiger Reise der „Merkur“ den Kanal erreichte.
6. Reise des Hamburger eisernen Vollschiffes „Polynesia“, Kapt. J. H. Schwaner,
Das von Kapt. Schwaner geführte Vollschiff „Polynesia“ war im
Februar 1877 auf einer Reise von Cardif nach Honkong begriffen und befand
sich am Mittage des 26. Februar, an welchem Tage mit der Führung des
meteorologischen Journals begonnen wurde, in 16,9° N-Br und 25,6° W-Lg.
Mit dem in mässiger Stärke wehenden Winde steuerte das Schiff einen Südkurs
bis es in 4,4° N-Br und 25,5° W-Lg zur äquatorialen Grenze der Passats
gelangte. Nach vier im Stillengürtel verbrachten Tagen erreichte die „Polynesia“
das Gebiet des SE-Passats in 1,9° N-Br und 26,2° W-Lg. Der dort angetroffene
frische Wind führte das Schiff auch schon am nächsten Tage, den 9. März, in
28,0° W-Lg über den Aequator.
Im Südatlantischen Ocean wurde 10° S-Br am 13, März in 33,4° W-Lrg,
20° S-Br am 20. März in 31,8° W-Lg und 30° S-Br am 26. März in 30,4° W-Lg
geschnitten. Der anfänglich frisch und beständig wehende Passat erstreckte sich
nur bis nach 14,2° S-Br; südlich davon wehten zwar auch noch vorherrschend
östliche Winde, doch waren dieselben unbeständig an Stärke und veränderlich