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Da sich an der Südseite der Insel Sombrero vielo Klippen befinden, so
ist beim Umsteuern dieser Seite der Insel grosse Vorsicht zu gebrauchen.
Strömung. Zwischen dem Parallel von Kap Horn und demjenigen von
Concepcion (Chile), und zuweilen auch nördlicher bis Valparaiso hin, setzt die
Strömung nach Land zu; deshalb ist an diesem Theil der Küste, besonders
während starker westlicher Winde und unsichtigen Wetters, grosse Vorsicht
zu gebrauchen.
2. Küste von Chile.
Valparaiso.') Das an der Westseite der Bucht von Valparaiso liegende
Fort San Antonio ist geschleift worden. In der Nähe dieses Forts wurde im
Jahre. 1875 eine Mole erbaut, welche sich von dem Südende des Zollgebäudes
beinahe 3 Sm weit erstreckt,
In nordöstlicher Richtung von dem Nordende‘ des Zollgebäudes sind
mehrere Festmachertonnen für die Postdampfer ausgelegt worden.
3. Insel Mas-a-Fuera.?)
Der beinahe in der Mitte der Insel befindliche Gipfel ist ungefähr 1220m
hoch und liegt ungefähr in 33° 46‘ S-Br und 80° 46‘ W-Lg. Die Insel ist, bei
einer Breite von 5 Sm, in der Richtung Nord— Süd ungefähr 8 Sm lang; die
Ostseite der Insel ist ca. 5 Sm lang und erstreckt sich NNW—SSO.
An der SW-Seite der Insel liegt die Perforated-Klippe, eine in die Augen
fallende Klippe, in welcher sich eine Oeffnung befindet. Ungefähr 1% Sm
nördlich dieser Klippe erstreckt sich von einem niedrigen Landvorsprung (Low
Point) ein Riff, ungefähr %4 Sm in der Richtung WzS, auf welchem beständig
Brandung steht. Im Uebrigen ist die Umgebung der Insel frei von Untiefen.
Ankerplätze. Den besten Ankerplatz findet man auf einer Bank, welche
sich längs der NW-Seite der Insel erstreckt, und auf welcher sich 55 bis 37m
Wassertiefen, feiner schwarzer Sandgrund mit Muscheln, befinden.
Kommander P, Carteret, von I. Br. M. S. „Swallow“, im Jahre 1767,
ankerte auf 40m Wasser in folgenden Peilungen: Klippe Perforated, ungefähr
1 Kblg innerhalb Low Point, in SSO, die Enden der Insel in SzO und NO'!/40
und das Ende des Riffes in SzW.
Kommander Carteret berichtet: „An allen Seiten dieser Insel findet
man Holz und Wasser, aber dasselbe zu erhalten ist mit sehr grossen Schwierig-
keiten. verknüpft; grosse Felsstücke sind von dem hohen Ufer herabgerollt und
auf diesen brandet die See derartig, dass es unmöglich ist, mit einem Boot zu
landen. Man kann sich nur bis auf 1 Kblg von der Küste mit Booten nähern,
weshalb eine Landung nur durch Schwimmen zu ermöglichen ist. Das Boot
muss ausserhalb der Klippen und Felsen verankert werden; das Holz und die
Wasserfässer werden alsdann durch Taue nach dem Boot gezogen.“
Kommodore Byron von I. Br. M. S. „Dolphin“, 1765, ankerte an der
Ostseite der Insel, nahe der SO-Spitze derselben, auf 44m Wasser, schwarzem
Sandgrund, als die Landenden Süd und NW peilten und ein Wasserfall in SSW
ungefähr 1 Sm entfernt war. Holz und Wasser konnte man erhalten, aber es
war mit grossen Schwierigkeiten verknüpft, dasselbe von dem felsigen Ufer
durch die hohe Brandung zu bringen. Mehrere Ziegen wurden getödtef und
eine grosse Anzahl Fische gefangen.
Zusatz d. Red. Der Kommandant der chilenischen Fregatte „Chacabuco“,
Freg.-Kapt. Sr. Oscar Viel giebt in dem Anuario hidrografico de la Marina de
Chile Ano IV, Santjago 1878 pag. 23 in einer ausführlichen Beschreibung der
die Juan Fernandez - Gruppe bildenden Inseln Mas-a- Tierra und Mas-a- Fuera
u. A. über letztere nachstehende Notizen, welche die oben mitgetheilten zum Theil
ergänzen und vervollständigen, „Die Insel ist sehr holzreich, von den hohen
Ufern stürzen sich die Wasserbäche in Form von Kaskaden in das Meer; nirgends
ist an der Küste ein Ankergrund zu finden, welcher auch eine nur mittelmässige
Sicherheit darbietet. Um zu landen muss man oft mehrere Tage warten, bis
) a. a, O. pag. 249,
?) a. a. O. pag. 296.