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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

= 
i. Gefle,*‘) Hauptstadt von Norrland in Schweden und nächst Stockholm 
und Gothenburg die bedeutendste Handelsstadt Schwedens, mit ca. 17000 Ein- 
wohnern, liegt an beiden Seiten des Gefle-Flusses, unweil dessen Mündung in 
den Bottnischen Meerbusen, Die Ufer treten von der Mündung nach Osten zu 
weiter zurück und bilden eine, von bewaldeten Hügeln eingeschlossene Bucht, 
welche mit gut gebauten Landhäusern besetzt, im Sommer ein freundliches 
Aussehen bietet, Vor dem Eingange der Bucht liegen die Orarne- oder Lim- 
Inseln; auf einem in der Nähe liegenden Felsen /Zggegrund brennt ein weisses, 
festes Fouer in einem sechseckigen, grauen, hölzernen Thurm mit rother Kuppe, 
10 Sm weit sichtbar, auch ist daselbst eine Lootsenstation. Hicr nehmen ge- 
wöhnlich die nach Gefle bestimmten Schiffe einen Lootsen, doch ist es anzu- 
vathen, bei ungünstigem Wetter schon früher einen solchen zu nehmen, da man 
von den Süder-Quarken her mehrere Lootsenstationen passirt, wie Svartklubb und 
Orskär, Von aussen führen zwei Fahrwasser nach der Rhede von Gefle; das 
südliche derselben ist das neuere und nur bis 4m tief; beide sind jedoch sehr 
schmal, so dass man nicht kreuzen kann. Auch ist es des engen Fahrwassers 
wegen nicht gerathen, ohne Lootsen in den Hafen einzusegeln. 
Schiffe von mehr als 3m Tiefgang bleiben gewöhnlich auf der Rhede 
liegen, welche sich gerade in der Mitte zwischen Gefle und den Lim - Inseln 
befindet; von hier nach der Stadt ist das Fahrwasser sehr schmal und stellen- 
weise nur 3,5m Tiefe vorhanden. Um nach der Stadt und aus derselben zu 
gelangen, gebraucht man gewöhnlich einen Schleppdampfer, die in genügender 
Anzahl vorhanden sind, da auch die Ladung von und nach der Rhede von 
der Stadt durch Prähme befördert wird, welche von den Dampfern geschleppt 
werden. 
Der Hafen von Gefßle selbst ist ziemlich geräumig und bestcht aus einem 
Becken, welches nur durch eine schmale Mole von dem Gefle-Fluss getrennt ist; 
in beiden liegen Schiffe; der Fluss selbst ist nur ca. 100m breit; am rechten 
Ufer, unterhalb der Stadt, sind mehrere Schiffswerfte, woselbst Schiffe von über 
1000% gebaut werden; in der Stadt selbst gehen mehrere Brücken über den 
Fluss. Die Schiffe liegen im Flusse längs des Ufers am Lande vertäut, im 
Bassin dagegen mit dem Vorder- oder Hintertheil nach dem Lande zu; die 
Ladung wird durch Prähme an Bord gebracht. Der Hafen ist von den Holz- 
lagern umgeben; das Holz wird meistentheils per Eisenbahn hierher befördert. 
Von dem grossen Bassin zweigt sich ein kleineres, für die Entlöschung 
des Ballastes bestimmt, ab, den man gegen eine Vergütung leicht und bequem 
vermittelst eines Dampfkrahnes am Lande löschen kann. In Ballast ankommende 
Schiffe können direkt hierher gehen, um Zeit und Kosten zu ersparen. Das 
Vertäuen im Hafen wird durch einen Hafenlootsen besorgt; doch, ehe die Zoll- 
visite nicht an Bord gewesen ist, kann nichts unternommen werden ; die Beamten 
der Visite sind sehr gefällig, und ausser Manifest und Proviantliste sind weitere 
Papiere nicht nöthig. Fast alle Schiffe nehmen für Ein- und Ausklariren einen 
Makler, der gewöhnlich nach Uebereinkunft bezahlt wird. Die meisten Reparaturen 
sind hier ausführbar, Proviant sowie sonstige Schiffsartikel zu annehmbaren 
Preisen zu bekommen. Exportirt wird Eisen, T’heer und hauptsächlich Holz 
(Dielen und Bretter). Schiffe, die mit Einnehmen von Holzladung unbekannt 
sind, pflegen einen Stauer zu nehmen, welcher für gewöhnlich an Bord be- 
köstigt wird, wenn man auf der Rhede ladet. 
Die Kosten, als Tonnen-, Feuer- und Hafengeld inel. Lootsengeld und 
Maklercourtage betrugen für die „Bertha“ 550 Kronen. 
Die Verbindung mit der Rhede geschieht zweimal täglich mittelst kleiner 
Dampfboote im Sommer, die verschiedene Stationen an beiden Seiten anlaufen. 
2. Skutskär oder richtiger Skutskärshamn ?) liegt südöstlich von dem 
Eingange von Gefle und südlich von den Lim-Inseln ca 10 Sm von Gefle ent- 
fernt. In dieser kleinen, aber sehr geschützten Bucht, dicht an der Westseite 
von der Mündung der Dal-Eif, können bequem 30 bis 40 Schiffe Platz finden 
und laden; die Schiffe werden von den Hafenlootsen vorn und hinten an Pfählen 
und Tonnen vertäut. Das Laden und Löschen des Ballastes geschieht durch 
Prähme bei jedem Wetter, da hier gar keine See stehen kann. 
38. „Den Svenske Lotsen, Delen 3, Bottniska viken“ (Stockholm 1873) pag. 20—21, 
2? S, a. a. O. pag. 91.
	        
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