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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

a 
Neue Route von Callao nach Pabellon de Pica. Peru. 
Der Führer des Schiffes „Zriumphant“, Kapt. Henry Sibbey, welches 
im Februar d. J. von Callao nach dem Guano-Hafen Pabellon de Pica gesegelt 
ist, hat bei dieser Fahrt eine andere, als die bisher gebräuchliche Route ein- 
‚roschlagen und dabei cin so gutes Resultat erzielt, dass er sich veranlasst 
fühlte, seine Erfahrungen dem Handlungshause Grace Brothers & Co. in 
’allao brieflich einzusenden, damit auch von anderen Schiffsführern der Vor- 
theil dieser Route benutzt werden könne. Von dem genannten Handlungshause 
ist dieser Brief und ein Auszug aus dem Loggbuch des Schiffes „Triumphant“ 
in der „South Pacific Times“, Callao, d. d. 19. März 1878, veröffentlicht worden; 
wir geben hier nach einer uns von Seiten des Kaiserl. Minister-Residenten zu 
Lima zugegangenen Mittheilung den hauptsächlichsten Inhalt des Briefes von 
Kapt. Sibbey wieder, damit auch von den deutschen Schiffsführern die neuo 
Route geprüft werden kann. 
Nach den bisherigen Segelanleitungen stand man, bei der Route von 
Callao nach Pabellon de Pica, von Callao aus direkt bis zu 25° oder 26° S-Br 
über einen Bug fort und konnte dann, über Stag gehend, auf den Hafen zu 
steuern. Nach der Ansicht des Kapt. H. Sibbey kommt aber bei dieser Route 
ein Schiff an die veränderliche Grenze des Passates, wo der Wind unbeständig 
und von Stillen unterbrochen weht, oder kann, wenn der Wind frisch bleibt, 
nur nach SSO fortliegen und dadurch wenig gewinnen, 
Kapt. H. Sibbey wählte deshalb eine andere Route, welche sich auch 
als vortheilhafter, als die alte, erwies. Er stand zwei Tage nach dem Verlassen 
des Hafens von Callao von Land ab, um erst in cine gute segelbare Brise zu 
gelangen und machte dann, mit Rücksicht darauf, dass der Passat während des 
Tages und der Nacht stets um zwei Striche ändert, einen langen und einen 
kurzen Schlag, um in ungefähr 80° W-Lg 21° S-Br zu schneiden, Bei diesem 
Kreuzen musste natürlich Jede Windänderung vortheilhaft ausgenutzt werden, also 
im Allgemeinen lag er des Nachts nach See und am Tage nach Land zu. 
Nachdem das Schiff 21° S-Br erreicht hatte, wurde noch ein langer und ein 
kurzer Schlag ostwärts gemacht, und durfte deshalb das Schiff die letzten zwei 
Tage nicht mehr kreuzen, sondern kam 30 Sm luvwärts vom Bestimmungsorte 
an. Um nun zu zeigen, dass der Vortheil dieser Route nicht in der Segel- 
eigenschaft seines Schiffes gelegen hat, führt Kapt. Sibbey das Schiff „British 
India“ an. Letzteres verliess Callao am 4. Februar und schlug den alten Weg 
südwärts ein. Am 24. Februar passirte dieses Schiff den „Zriumphant“, auf 
entgegengesetztem Bug liegend, so weit luvwärts, dass der Rumpf des Schiffes 
nicht sichtbar war. Bald darauf ging der Kapt. Sibbey des „Z7riumphant“ über 
Stag, und trotzdem er dem anderen Schiffe nur */s Knoten die Stunde auflaufen 
konnte, so hatte er doch so viel gewonnen, dass, als er auf dem Ankerplatz 
anlangte, die „British India“ erst am Horizont erschien, Die wenigen Meilen, 
welche in den zwei Tagen gegen das andere Schiff gewonnen waren, genügten 
jedoch, den Ankerplatz einen ganzen Tag früher zu erreichen, denn die „British 
India“ konnte denselben wegen der inzwischen eingetretenen Dunkelheit erst am 
anderen Tage erreichen. 
Kapt. Sibbey meint ferner, dass, wenn er einen Tag früher ostwärts 
gewendet hätte, so würde er noch einen halben Tag eher angekommen sein, 
und hätte er, nach seiner Ansicht, am 24. Februar um 4* a. m, nicht gewendet, 
so hätte er noch einen ferneren halben Tag gewinnen müssen. 
Die Schiffe, welche nach Pabellon de Pica von Callao absegelten, noch 
che der „Triumphant“ in Callao angelangt war, kamen einzeln während der 
letzten drei Tage ein, das Schiff „C. 0. Whitmore“, welches am 4, Februar von 
Callao absegelte, war sogar am 3. März noch nicht angelangt. Ferner war das 
Schiff „Tabor“ bis dahin noch nicht angekommen, obgleich dasselbe zwei Stunden 
vor dem „Triumphant“ den Hafen von Callao verlassen hatte. Das letztere 
war freilich ein langsam segelndes Schiff, denn 15 Stunden nach der Abfahrt 
verlor der „Triumphant“ dasselbe bereits aus Sicht. 
Bei häufigerer Benutzung dieser neuen Route wird es sich herausstellen, 
ob der Passat immer so beständig ändert. ; 
Nachstehend folgt der oben erwähnte Auszug des Loggbuches des Schiffes 
„Triumphant“
	        
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