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Am 14. März begann das nach Dremen bestimmte Schiff die Heimreise.
Die während derselben angetroffenen Windverhältnisse waren cbenfalls nicht zo
yünstig, wie man sie wohl hätte erwarten können, und in Folge dessen der
Verlauf der Reise nicht immer befriedigend. Vorherrschend wurden Winde
aus dem südöstlichen Quadranten angetroffen, nur zeitweilig begüustigten nord-
westliche Winde die Fahrt. Von Stürmen hingegen hatte man gar nicht zu
leiden. Die Bark erreichte 60° W-Lg in 41° N-Br am 20. März, 30° W-Ly
in 48° N-Br am 30, März und den Kanal, vor dessen westlichem Kingange
man Schliesslich noch eine Anzahl von Tagen durch südöstlichen Wind festge-
halten wurde, am 12, April. Die Reise hatte demnach eine Dauer von 29 Tagen.
Auch in der Nordsee musste noch an einigen Tagen gegen Ostwind gekreuzt
werdon, bis es schliesslich am 23. April glückte, die Weser-Mündung zu erreichen.
11. Reise der Stettiner Bark „Ferdinand Brumm“, Kapt. A. F. Voss.
Die Stettiner Bark „Ferdinand Brumm“ verliess am 9. Mai 1877 die
Downs, um die Reise nach Hongkong anzutreten, musste aber in Folge ciner
Kollision, welche im Kanal zwischen der Bark und einem Dampfer erfolgte, in
Portsmouth wieder oinlaufen, um sich einer Reparatur zu unterziehen, Nachdem
dieses geschehen, setzte das Schiff am 7. Juni die Reise weiter fort und verliess
am 11, Juni mit ganz leichten Ostwinde den Kanal, zwei Tage früher, als die nach
ılJemselben Hafen bestimmte Hamburger Bark „Marco Polo“, Der östliche Wind
hielt nicht lange an; sehr veränderliche leichte Wiude stellten sich dafür ein,
mit denen man am 20, Juni 40° N-Br in 14° W-Lg und 30° N-Br in 20° W-Le
am 28. Juni kreuzte; diesen letzteren Parallel schnitten der „Ferdinand Brumm*“
und der „Marco Polo“ an demselben Tage, In 31,5° N-Br und 18,5° W-Ly
ging der vorher schon nördlich gelaufene Wind in den Passat über, in dessen
Gebiet man 20° N-Br in 25,1° W-Lg am 2. Juli und 10° N-Br in 25,1° W-Lg
am 8, Juli schnitt. In letzterer Breite lay an diesem Tage auch die südliche
Grenze des NE-Passats. Es stellte sich bald darauf der anfangs leichte, nach-
her auffrischende südwestliche Monsun ein, mit welchem das Schiff nach SO lag.
Als dasselbe am 13. Juli nach 6,2° N-Br und 19.4° W-Lg gelangt war, und
dort der Wind sich nach rw Süd drehte, liess Kapt. Voss wenden, um zu ver-
suchen über St. B.-Bug Süd anzuholen. Dor Wind raumte, so wie man südlicher
und westlicher kam, auch mehr auf, so dass der Aequator in 27,1° W-Lg am
19. Juli überschritten werden konnte. Dice Reise bis hierher vom Kanal ab
hatte eine Dauer von 37 Tagen.
So lange das Schiff sich im Gebiete des westlichen Monsuns befand,
hatte man auch östliche Strömung beobachtet; während zweier aufeinander
folgender Etmale einmal eine solche im Betrage von zusammen 71 Sm. Ebenso
wurde in der Nähe der Linie auch die Aequatorialströmung mit bedeutender
Schnelligkeit laufend angetroffen; zwischen 0°—2° S-Br wurde das Schiff au
einem Tage 39 Sm nach Westen versetzt,
Im Südatlantischen Ocean yclangte man nach 10° S-Br in 30,4° W-Lg
am 23. Juli, nach 20° S-Br in 32,1° W-Lg am 27. Juli und nach 30° S-Br in
25,9° W-Lg am 4. August. Die wenigen Tage, welche der „Ferdinand Brumm“
auf dieser Strecke später als der „Marco Polo“ nach Süden segelte, reichten
hin, um jenem Schiffe eine bedeutend ungünstigere Gelegenheit zu bringen, als
(ie letztere Bark antraf. Für den „Ferdinand Brumm“ endete der Passat schon
in 19,2° S-Br, dann traf das Schiff aber in der nächstfolgenden Zeit nicht die
Nord- und Westwinde, welche den „Marco Polo“ beyünstigten, sondern der
Wind beschrieb jetzt zwei Mal cine, in diesem Meerestheile so häufig vor-
kommende Drehung durch alle Striche des Kompasses. KErst südlich von
31° S-Br stellten sich beständigere günstige Winde ein, die das Schiff am
9. August in den Gesichtskreis der Insel Zristan da Cunhka und am 14. August
in 39,6° S-Br zum Meridian von Greenw. brachten. Es waren 26 Tage ver-
Hossen, seitdem man- die Linie überschritten hatte.
Kapt. Voss, der anfänglich die Absicht gehabt haite, seine Länge südlich
von 40° S-Br abzulaufen, entschloss sich, als er in 41° S-Br harte nördliche
Stürme antraf, unter denen sein Schiff sehr litt, wieder nördlicher zu steuern,
bis der Parallel von 40° S-Br eben passirt sei, und in dieser Breite dann nach