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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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95° W-Lg in 20° N-Br Passatwind nicht wieder angetroffen, Am 9. Januar 
1878 schnitt die nordwärts steuernde Bark den Parallel von 30° N-Br in 
(6° W-Lg und erreichte am 14. Januar Savannah nach einer Reise, deren ganze 
Dauer von /amburg ab 64, seitdem man Lizard passirt hatte, 47 Tage betrug. 
In Savannah erhielt die Bark Ladung, welche nach Bremen zu bringen 
war; die Reise dahin begann am 21. Februar. Man traf während derselben im 
Allgemeinen nicht sehr günstige Winde, trotzdem aber wurde sie noch in ziem- 
lich kurzer Zeit ausgeführt, Am 2, März kreuzte die „Johanne Marie“ mit 
südlichem Winde 60° W-Lg in 35,7° N-Br; im Verlaufe ‚des folgenden Tages 
nahm jener‘ Wind an Stärke derart zu, dass in der letzten Hälfte des Etmales 
ein orkanartiger Sturm aus Süd wüthete. Der Luftdruck war, dem Wetter 
Jurchaus nicht entsprechend, sehr hoch, 760,0mm. Nachdem der Sturm aus- 
zetobt hatte, stellte sich ein, mehrere Tage anhaltender Ostwind ein, dem west- 
liche Winde folgten, welche das Schiff am 13. März nach 30° W-Lg in 44° N-Br 
brachten. OÖcstlich von dieser Länge fand die Bark Gegenwinde derart vor- 
herrschend, dass der Fortgang der Reise unmöglich ein befriedigender sein 
konnte. Nur der Umstand, dass die Richtung des Windes meistens eine südöst- 
liche war, machte es noch möglich, stetig etwas Länge zu gewinnen. Am 
24, März, als stürmischer NNW-Wind wehto, erreichte das Schiff nach 31tägiger 
Reise den Kanal; am 29. März, als „Johanne Marie“ sich schon in der Nordsee 
befand, musste dort noch ein heftiger Nordsturm überstanden werden, der von 
sinem niedrigsten Luftdrucke von 739.0mm begleitet war. 
d. Reise des Bremer Schiffes „Moltke“, Kapt, F, Tasche. 
Nicht weiß von der „Johanne Marie“, nur 35 Sm in westnordwestlicher 
Richtung von derselben entfernt, in 46,7° N-Br und 13,6° W-Lg, stand am 
4. December 1877 das ciserne Bremer Vollschiff „Moltke“, Kapt. Tasche. Das- 
selbe war von Bremen ausgegangen, auf der Reise nach New-Orleans begriffen 
und folgte zugleich mit der „Johanne Marie“ und dem „Humboldt“ der direkt 
zum NE-Passat führenden Route. Mit Hülfe westlicher Winde hatte sich der 
„Moltke“ am 9. December bis 41,1° N-Br und 13,1° W-Lg hingearbeitet, als dort 
aach voraufgegangener Windstillo ein nördlicher Wind sich einstellte, der bald 
nordöstlich lief und das Schiff ohne weiteren Aufenthalt in den Passat führte; 
30° N-Br wurde am 14. December in 23,4° W-Lg gekreuzt. In 24° N-Br und 
42,5° W-bg beobachtete man am 20, December cine ähnlich verlaufende Störung 
des Passats, wie diejenige, von welcher der „//umboldt“ und die „Johanne Marie“ 
auf ihrer Reise in derselben Gegend berichten; bei regnerischem Wetter lief 
der Wind südöstlich und nahm fast bis zur Windstille ab. Als später wieder 
Brise durchkam, war ihre Richtung eine nordwestliche; regelmässiger Passat 
wollte sich nicht wieder einstellen. In etwa 21° N-Br und 64° W-Lg, also 
in geringer Entfernung von den Antillen, traf man am 31. December sogar auf 
anhaltenden frischen SW-Wind, mit dem Kapt. Tasche nach Südost lag, um in 
niedrigeren Breiten den Passat aufzusuchen. Es gelang ihm dies auch, denn in 
19° N-Br angekommen, sprang der Wind plötzlich um, zuerst nach NW und 
bald nacher nach NE. Am 4. Januar 1878 wurde die Insel Domingo erblickt; 
man steuerte, begünstigt von frischem Passat, durch die Windward- Passage 
und umsegelte am 10. Januar Kap Antonio, die Westspitze Cuba’s. Bis 
26,6° N-Br und 88,4° W-Lg erstreckte sich im Golf von Mexiko der NE-Passat; 
Jort endete cr am 12. Januar. Ohne fauer zu werden, lief der Wind hier 
durch Süd nach West und hielt aus letzter Richtung an, so dass der „Moltke“ 
am 15. Januar die Mississtppi-Mündung und einen sicheren Ankerplatz im SW- 
Pass erreichen konnte. Es waren 43 Tage verflossen, seitdem man in 13° W-Lg 
mit der Führung des meteorologischen Journals begonnen hatte. 
Nachdem in New-Orleans das Schiff beladen worden, trat es am Morgen 
des 28, Februar die Rückreise nach Bremen an. Der während der ersten beiden 
Tage wehende ungünstige UOstwind wurde in 26° N-Br durch einen frischen 
nordwestlichen Wind ersetzt, mit welchem nach Osten gesteuert wurde. In 
24,5° N-Br und 83° W-Lg erreichte man wieder das Gebiet des Passats, dessen 
Richtung indessen anfangs so nördlich war, dass ein östlicher Kurs gesteuert 
and SO.5° W-Le erreicht. werden konnte. ohne wenden zu müssen Hier war
	        
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