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2. Reise von Apia auf Upolu (Samoa-Inseln) nach Yokohama.
Kapt. Hassenpflug berichtet über diese Reise S. M.S. „Augusta“ (vom
15. Januar bis 21. Februar 1878) Nachstehendes:
„Um die nördlich von der Region des SE-Passates gelegene Zone von
Stillen und unregelmässigen Winden auf dem kürzesten Wege zu schneiden,
wurde der Kurs rw NNE gewählt. Leichte nördliche und östliche Winde, ab-
wechselnd mit Stillen, begleiteten das Schiff bis 10° S-Br (Januar 14), wo
nordwestliche Winde, Stärke 1—4, mit Regen und Böen einsetzten; doch blieb
der Wind sehr unbeständig in Stärke und Richtung (in den Böen oft um
mehrere Striche umspringend) und häufig von Stillen unterbrochen, Auch die
bis zu 11° S-Br beobachtete westliche Strömung ging in einen Ost-Strom über,
der 8—17 Sm im Etmal setzte. Am 19. Januar Mittags, in 3° 9‘ S-Br und
167° 14‘ W-Lg, erreichte das Schiff die in den Wind- und Strom-Karten für
den Monat Januar hier angegebene Südgrenze des NE-Passates, und wurde
nun, soweit die Windrichtung es gestattete, Kurs rw Nord genommen. Das
Wetter blieb jedoch unverändert, nur ging der Wind am 20. Januar Mittags
äber Nord bis NNE herum, seinen unbeständigen Charakter beibehaltend, mit
häufigen Böen und Regengüssen. KErst am 23. Januar wurde die Linie in 167°
W-Lg geschnitten. Am 25. Januar Mittags (in 1° 19,5‘ N-Br und 171° 33,0“ W-Lg)
wurde der Wind allmählich gleichmässiger und das Wetter klarer.
Die Schwankungen des Barometers waren seit dem Verlassen des Hafens
von Ania sehr regelmässig gewesen; es erreichte seinen höchsten Stand am
Vormittag gegen 10 Uhr, fiel dann bis 3* p.m., und hatte 11" p. m, ein zweites
Maximum. Der Barometerstand schwankte zwischen 760 und 762,5mm, nur
selten 759 oder 763mm erreichend.
Vom 20. Januar ab wurden viele westliche Strömungen angetroffen; es
wurden folgende Stromversetzungen beobachtet:
Datum
1878
Januar 20
21
22
‚ 25
‚ 26
7
Mittagsbesteck
Breite
Länge
20 14’ Süd
1° 52' Süd
0° 53’ Süd
1° 20‘ Nord
2° 25‘ Nord
39 51‘ Nord
L66° 35‘ West
L67° 2’ West
165° 53’ West
171° 33‘ West
173° 47' West
175° 55‘ West
Strom
| Stärke
Richtune '! in 244
> 45° W
59° WW
68° W
85° W
3 72° 6
%% BONO *
24 Sm
"0 Sm
1 Sm
5 Sm
"5 Sm
DD Sm
Am 28, Januar Mittags (in 5° 36‘ N-Br und 175° 10‘ W-Lg) nahm der
nordöstliche Wind bis zur Stärke 8 zu, und das Barometer begann höhere Stände
zu zeigen, 763—766 mm.
Die für diese Gegend in den Karten angegebene östliche äquatoriale
Gegenströmung konnte nicht konstatirt werden, weil ihre Einwirkung durch die
hohe See, welche das Schiff nach SW setzte, aufgehoben wurde,
Am 81. Januar war die „Augusta“ frei von den Inseln der Marshall-
Gruppe, und konnte nun ein direkter Kurs auf die nördlichsten Inseln der
Marianen-Gruppe gesetzt werden, um so den Passatgürtel auf dem längsten
Wege zu durchscheiden. Am 12. Februar früh kam die Insel Farallon de Pajaros
in Sicht; ein in unmittelbarer Nähe dieser Insel erhaltenes zuverlässiges Mittags-
besteck (20° 27,6‘ N-Br und 144° 59,3‘ O-Lg) ergab für die Südecke derselben
die Länge zu 144° 57,3‘ Ost, welche zwischen den Längenangaben S. M. S.
„Hertha“ 1) zu 144° 48,3‘ und der auf Karte Tit. XI, No. 399 zu 145° 8,5‘ liegt.
Eine nordwestliche Strömung setzte zwischen den Inseln vom 11. zum
12. Februar N 53° W, 10 Sm. vom 12. zum 13. Februar N 49° W, 11 Sm in
24 Stunden.
Der Passat, dessen letzte Ausläufer das Schiff bis hierher gebracht
hatten, hörte jetzt völlig auf und leichte südwestliche Winde traten ein, am
14. Februar sogar gänzliche Windstille,
S „Ann, d. Hyvdr. ete.“. 1876, pag. 285.