A Bemerkungen über die Häfen Corinto (Realejo) in Nicaragua,
Libertad in San Salvador und San Jose de Guatemala,
Corinto oder Realejo.') Bei Revidirung der Specialkarte (Tit. XI, No. 372,
B. A. K. No. 1927) erwies sich, dass die Tiefenverhältnisse an der Einfahrt sich
nicht verändert haben, dass hingegen die Sawyer-Bank an der SW-Spitze der
Insel Asseradores bedeutend an Breite verloren und der Strom an der gegen-
überliegenden Seite des Fahrwassers vor der Bocca falsa die Sandablagerungen
vermehrt hat. Das hierdurch weniger gekrümmte Fahrwasser erleichtert wesent-
lich das Ein- und Aussegeln. Das Geschwader legte vor dem Einfahren auf der
Sawyer-Bank und nordwestlich von Cardon-Riff Bojen aus, und fand bei dem
Ein- und Auslaufen nicht die geringsten Schwierigkeiten.
Die Ebbeströmung läuft zur Zeit des Voll- und Neumondes bis zu
3 und 4 Sm.
Die Niveau-Unterschiede zwischen Ebbe und Fluth (Fluthhöhen) betrugen
auf dem Ankerplatze S. M. 8. „Elisabeth“, vor dem Zollhause, 3 bis 6 Tage
nach Neumond (2. April), am 5. April von 4" p. m. bis Mitternacht 4,1m, am
6. April 3,4m, und am 7. April von Mitternacht bis 8" a. m. 3,0m.
Libertad?) und San Jose de Guatemala.*) „Die Segelanweisungen be-
merken sehr richtig, dass die Ansegelung von /ibertad und Guatemala wegen
der grossen Gleichförmigkeit der unteren Küstenformationen für Segelschiffe
sehr schwierig ist; die von ihnen angegebenen Peilobjekte, die Vulkane, sind
sehr gut erkennbar, in den meisten Fällen aber wegen der dichten, über ihnen
liegenden Wolkenschicht nicht sichtbar. In den Monaten, in welchen die Küste
mit Segelschiffen überhaupt nur befahren wird, ist es daher nothwendig, stets
ein genaues Besteck zu haben, wozu bei dem fast immer klaren Wetter die
Gelegenheit nicht fehlen kann. Dampfschiffe können, mögen sie von Osten oder
Westen kommen, beide Ankerplätze gar nicht übersehen, wenn sie sich auf
5—6 Sm Entfernung von der Küste halten. Die rothen Dächer der auf der
eisernen Landungsbrücke stehenden Schuppen und die weissen Mauern der
Waarenspeicher der Zollbänke sieht man schon auf 8—10 Sm Entfernung; an
der ganzen Küste giebt es sonst, ausser vereinzelten Indianerhütten, keine
Häuser.
Nach langjähriger Erfahrung der Führer der Küstendampfer, welche im
Allgemeinen das ganze Jahr hindurch ohne Unterbrechung den Verkehr aufrecht
halten, treten zur Regenzeit die Gewitter jeden Abend ausserordentlich heftig
auf; die an und für sich schon sehr unbequeme südwestliche Dünung unterbricht
alsdann zuweilen jeden Verkehr mit der Küste auf 1 bis 2 Tage.“
Die geographische Lage von Libertad ist nach Observation von Bord
S. M. S. „Elisabeth“ (mit Hinzurechnung der Entfernung des Ankerplatzes)
13° 29‘ 33” N-Br und 89° 11‘ 16“ W-Lg. Nach der Karte Tit. XI, No. 368
(B. A. K. No. 2148) liegt Libertad in 13° 30‘ 40“ N-Br und 89° 15‘ 30“ W-Lg.%)
Die Flaggenstange von San Jose de Guatemala liegt nach Beobachtung
von S. M. S. „Elisabeth“ in 13° 54‘ 23“ N-Br und 90° 37‘ 19“ W-Lg; nach
der Karte Tit. XI, No. 366 (B. A.K. No. 587) liegt sie aber in 14° 0,3‘ N-Br
und 90° 44,3‘ W-Lg.°)
5. Bemerkungen über die Wind- und Wetterverhältnisse an der Westküste von
; Central-Amerika.
„Das Wetter war während unseres Aufenthaltes an der Westküste von
Central-Amerika (Februar bis April 1878) stets sehr schön; die hohe Temperatur
von 35,5° bis 31,5° C., welche Nachts selten unter 27° bis 28° fiel, war in-
dessen sehr belästigend. Die leichten Winde, meistens in Stärke 1—2 der
5 S. „Ann, d. Hydr. ete,“, 1875, pag. 483; Findlay: „North Pacific Directory“ (1870),
pag. 49—52; Rosser-Imray: „North Pacific Pilot“, Part. I, pag. 56.
% Findlay a. a, O. pag. 66; Rosser-Imray a. a. O. pag. 70.
3) Findlay a. a. O, pag. 75; Rosser-Imray a. a. O. pag. 76. |
!) Findlay giebt a. 8. O. pag. XII die Position der Flaggenstange von Libertad, nach der
Bestimmung von Kapt. de Lapelin von I. Br. M. S. „Sulphur“ i. J. 1852, in 13° 26‘ 30“ N-Br
and 89° 23‘ W-Lg; nach Raper ist diese Position 13° 30‘ N-Br und 89° 17‘ W-Lg. A. d.R.
5) Findlay giebt a, a. O. pag. XII nach einer Bestimmung von Kapitain Harvey von
{. Br. M. S, „HMavanıı, (1859) für diese Position 13° 53‘ 40“ N-Br und 90° 45' W-Le.,