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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

24° 
2. Bemerkungen über einige Untiefen und Felsen zwischen den Hawati- Inseln 
und Californien, 
„Am 31. Januar dampfte S, M. S. „Elisabeth“ über dio zweifelhafte Untiefe 
auf 47° 40‘ N-Br und 140° 49‘ W-Lg!) bei Tage; eine daselbst vorgenommenc 
Lothung ergab kein Anzeichen einer Untiefe, dagegen wurde daselbst bei gänz- 
licher Windstille eine eigenthümliche Beleuchtung des Wassers beobachtet. 
Das Wasser hatte eine gelblich-rothe Färbung, genau so, als ob sich Korallen- 
bänke einige Meter unter Wasser ‚befinden. Diese Erscheinung erwies sich aber 
sofort als eine Wirkung der Strahlenbrechung der hoch hinter dem Schiffe 
stehenden Sonne auf dem stillen Wasser; sie hielt fast %/4 Stunde an. Aehnliche 
Lichteffekte mögen Anlass zu der Annahme der Existenz einer Untiefe an dieser 
Stelle gegeben haben. 
Am 1. Februar wurde bei einer Tiefseelothung in der Nähe der Stelle, 
wo die Maria Laxara-Untiefe in 27° 45' N-Br und 139° 20‘ W-Lg liegen soll, 
mit 3200m Lothleine kein Grund gefunden.”) 
Alijos- Felsen, Am 11. Februar, des Mittags, befand sich S. M. S. „Klisabeth“ 
in etwa 6 Sm Entfernung von dem südlichsten Felsen der Alıjos Rocks bei der 
Küste von Unter- Californien, auch Farallones Rocks genannt.®) Die Lage des- 
selben wurde zu 24° 58,1‘ N-Br und 115° 44,7‘ W-Lg bestimmt. 
Die Lage dieser Felsen ist von Admiral Du Petit Thouars (1837) von 
der französischen Fregatte „La Venus“ zu 24° 51‘ N-Br und 115° 47‘ W-Lg 
bestimmt (s. Findlay’s „North Pacific Directory“, 1870, pag. 145), während 
dieselbe nach Rosser-Imray’s „North Pacific Pilot“, in 24° 57‘ 25“ N-Br und 
115° 44‘ 20“ W-Lg liegen sollen. S. M. S. „Elisabeth“ segelte an diesen Felsen 
so nahe heran, als die Windverhältnisse es nur gestatteten. Eine Lothung, welche 
in mw N39° W in einer Entfernung von 6 Sm von diesem Folsen vorgenommen 
wurde, ergab auf 1500m keinen Grund. 
Die drei Hauptfelsen liegen ziemlich nahe bei einander und scheinen 
unter sich durch blinde Klippen in Verbindung zu stehen. Die Brandung er- 
streckte sich nicht weiter, als !2 Sm westlich und südlich vom südlichsten 
Felsen; auf der Ost- und Nordseite der Felsen scheint in einer Entfernung von 
U Sm schon tiefes Wasser vorhanden zu sein, Der südlichste und höchste 
dieser Felsen ist an seinem Fusse mehrfach durchbrochen und dürfte in nicht 
gyar langer Zeit zusammenstürzen.“ 
3. Bemerkungen über Acapulco.*) 
„Der äussere Eindruck, welchen gegenwärtig Acapulco macht, ist ein höchst 
traurger, und diess setzt umsomehr in Erstaunen, als die Sicherheit und Be- 
quemlichkeit dieses Hafens, an der an guten Häfen in der schlechten Jahreszeit 
so armen Westküste Nord-Amerika’s, kaum etwas zu wünschen übrig lässt. 
Der Ort, kaum 4000 Einwohner zählend, trägt alle Zeichen des äussersten 
Verfalles an sich. Einige wenige unansehnliche einstöckige Häuser bilden so- 
genannte Strasssen mit aufgebrochenem Pflaster, auf welchem ein Fussgänger 
Mühe hat, vorwärts zu kommen. Die Mehrzahl der Wohnungen liegt ziemlich 
unregelmässig durcheinander und besteht aus elenden Baracken. Der grösste 
Theil der sehr armen Bevölkerung wohnt in Hütten, deren Wände aus Palmen- 
zweigen bestehen, und welche nur bei den etwas vollständigeren mit Lehm be- 
strichen werden. Neben den eigentlichen Mexikanern besteht die Bevölkerung 
hauptsächlich aus den Nachkommen der früheren afrikanischen Sklavenrace, 
ferner aus Nachkommen der Malayen von der Zeit her, als Spanien noch einen 
blühenden Handel mit Asien betrieb, und aus Indianern. 
Am 19. Februar, in der trockenen und kühleren Jahreszeit, beobachteten 
wir 30.6° C. im Schatten. Fische sind zu jeder Jahreszeit in Fülle vorhanden, 
U) S. „List of Reported Dangers in the North Pacific Ocean“ (Washington, 1871) No. 277. 
2) S. a. a, O. No. 269. Die neueste britische Admiralitäts-Karte No, 782 (Tit. XI, No. 212) ent- 
hält diese Untiefe, welche zwischen den Lothungslinien (von 4572 bis 4938m Tiefe) der „Tuscarora“ 
im Januar und November 1874 liegt, ebenfalls nicht verzeichnet. A, d. R. 
3) S. Findlay’s „North Paeific Directory“, 1870, pag. 145, 
14) S. Findlay: „North Pacific Directorv.“ 1870, pay. 92—96; Rosser-Imrav: „North 
Pacific Pilot“. Part. I. 1870. nag. 88
	        
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