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yegen den Himmel ab, um gleich darauf gegen das Hinterland fast ganz zu
verschwinden. Da die Sichtbarkeit dieser Bake zum Vermeiden der Zriton-Bank
und zum Einsegeln in die Second Narrows dringend erforderlich ist, so wäre
eine Veränderung der Lage dieser Bake sehr nothwendig.
Die rothe spitze Tonne auf der, die Insel Martha umgebenden Bank
ist nur klein und schlecht sichtbar.
Die Baken und Tonnen auf Sandy Point waren deutlich zu erkennen.
Der Leuchtthurm, oder vielmehr das Blockhaus, in welchem sich die Hafenfeuer
von Sandy Point (Punta Arenas) befanden, ist im November von den Rebellen
zerstört worden (s. „Nachr. f. Seef.“ 1878, No. 92); gegenwärtig wird eine
Laterne an einem Signalmaste gezeigt, im Allgemeinen jedoch nur in Erwartung
{älliger Dampfer.
Mit Ausnahme von der Tonne auf der Orange-Bank befanden sich mithin
alle Seezeichen an ihrem Platze.“
S. M. S. „Leipzig“ verliess Punta Arenas um Mitternacht des 26. Januar
and fand von Kap /sidro an schweren West- und NW-Wind mit heftigen Regen-
böen, so dass schon um 9% a. m. in der geschützten /Fortescue - Bucht geankert
wurde, um bei besserem Wetter die Fahrt fortzusetzen, Indessen war, wie sich
alsbald herausstellte, nur in Froward Reach, der bedenklichsten Wetterscheide,
das Wetter wirklich schlecht gewesen, und auch da klarte es noch im Laufe
des Vormittags auf.
Fortescue-Bucht gehört zu den besten Ankerplätzen der Magellan-Strasse,
ist leicht zugänglich und hat vorzüglichen Ankergrund. Nur die westliche Seite
derselben ist zu vermeiden; sie hat weniger guten Grund, auch ist hier die
Stärke der „Williwaws“ weit beträchtlicher.
Am 27. Januar des Morgens verliess die „Leipzig“ diese Bucht und setzte
die Fahrt, durch das schönste Wetter begleitet (einige unbedeutende Regenböen
zogen schnell vorüber), durch die Magellan-Strasse fort. Solches gutes Wetter
soll aber zu dieser Jahreszeit (Sommer) nicht selten sein und bisweilen 8 bis
14 Tage anhalten.
Das vollkommen ruhige Wasser in Sea Reach, auch nachdem Tamar- Island
passirt war, liess südliche Winde im offenen Meere erwarten, und diese wurden
auch in der That von Kap Pillar, wo die „Leipzig“ die Magellan-Strasse verliess,
bis nach Valparaiso gleichmässig angetroffen.
Bis 35° S-Br war der Himmel trübe; nach stellenweise unbedeutendem
Regen klarte plötzlich der Himmel auf.
3. Ankerplatz in Callao.*)
„In Folge der seit zwei Jahren in Callao eingeführten Kanalisation haben
sich die gesundheitlichen Verhältnisse dieser Stadt wesentlich verbessert; die
Rhede ist jetzt von allen üblen Gerüchen befreit. Aus diesem Grunde kann
der Ankerplatz ebenso gut in Lee, wie in Luv der Stadt gewählt werden, Der
letztere Ankerplatz (s. „Hydr. Mitth.“, 1874, pag. 190) ist aber vorzuziehen,
sowohl wegen der hier ruhigeren See, als auch des Windes wegen, welcher den
Booten das Segeln gestattet. Auch sind hier die Fluthwellen, wenn auch hemerk-
har, doch nicht gefährlich,
Eine sehr gute Marke zum Ankern bildet Callao Point, sobald diese Spitze
ia Linie mit dem Ostende der San Lorenzo-Insel ist. Man ankert hier so nahe
als möglich bei den peruanischen Kriegsschiffen.
Das Trinkwasser ist durch bedeutende Erdrutsche und Ueberschwemmungen
des Rinnac in letzter Zeit ungeniessbar geworden.
Durch das letzte Erdbeben vom 28. und 29. Januar 1878 hat Callao mehr
velitten, als durch dasjenige im Mai 1877,“
4. Strom- und Windverhältnisse während. der Reise von Valparaiso über
Callao nach Panama,
Von Valparaiso bis Punta Chala wurde bei südlichen Winden ausnahms-
weise ein südlich setzender Strom bemerkt, welcher sonst nur bei nördlichen
1) S. „Hydr. Mitth,“, 1874, pag. 190, 199; Findlay’s „Sonth Pacific Directory“. 4, edit.
1877. pag. 218: „South America Pilot“. Part II. 1875, pax. 338,