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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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worden; ein Nordkurs hätte jetzt genügt, um das Schiff bald wieder nach 
weniger stürmischen Meerestheilen zu führen. Nun aber gab es vorherrschend 
nordwestliche Winde, welche meistens heftig stürmten und so den „van den Bergh“ 
noch für längere Zeit zurückhielten, Erst am 5. September konnte 50° S-Br 
in 81,6° W-Lg wieder erreicht werden. Die Umsegelung des Kap Horn war 
also in 18 Tagen vollendet, während die von Maury angeführten Mittelwerthe 
für den Monat August 17 Tage und für September 20,1 Tage betragen. Von 
50° S-Br nach dem Bestimmungshafen war der weitere Verlauf der Fahrt ein 
sehr günstiger. Man schnitt am 10. September 40° S-Br in 78,8° W-Lg, bis 
am 16. September, nach einer Reise von 95 Tagen vom Kanale her, das Schiff 
ginen Ankerplatz in der Bucht von Valparaiso fand. 
Von Valparaiso versegelte Kapt. Rehberg mit seinem Schiffe nach dem, 
im Staate Bolivia gelegenen Hafenorte Mexillones, Mit leichtem südlichem 
Winde längs der Küste steuernd, erreichte man diese Rhede am 25. Oktober 
nach 6tägiger Fahrt. 
Es wurde hier wieder Ladung an Bord genommen, mit welcher am 
5. December die Rückreise nach Hamburg angetreten wurde. Das Gebiet der 
südlichen Küstenwinde durchschneidend, lag das Schiff über St. B.-Bug vom 
Lande ab; mit dem sich vergrössernden Abstande von der Küste raumte auch 
der Wind und erlaubte einen mehr südlichen Kurs. Am 13. December, als 
man sich in 30,9° S-Br und 86,9° W-Lg befand, hörte der SE-Wind zu wehen 
auf; es herrschte zunächst für einige Wachen Windstille, auf welche leichter 
Wind aus Westen folgte. Derselbe war indessen ungewöhnlich flau und un- 
beständig, so dass in Folge dessen 40° S-Br in 84,3° W-Lg erst am 23. De- 
sember gekreuzt werden konnte. Auch auf der nun folgenden Strecke wurden 
keine günstigen Windverhältnisse vorgefunden; erst nachdem am 30. December 
50° S-Br in 83° W-Lg passirt war, traf man eine bessere Gelegenheit. Hier 
wehten die Winde anhaltender aus westlicher Richtung und ermöglichten eine 
raschere Fahrt. Am 4. Januar 1878, einen Tag später als die Hamburger Bark 
„Papa“, passirte „van den Bergh“ die Länge des Kap Horn. Die Reise von 
Mexillones bis hierher hatte eine Dauer von 30 Tagen. 
Am 10. Januar schnitt man im Südlichen Atlantischen Ocean 50° S-Br 
in 52° W-Lg und am 15. Januar den Parallel von 40° S-Br in 40° W-Lg. 
An letzterem Tage hatte der „van den Bergh“, ebenso wie der zur selben Zeit etwa 
2° östlicher stehende „Papa“, einen schweren Sturm aus Osten zu überstehen, 
Der geringste Luftdruck, welcher während der Dauer desselben an Bord des 
„van den Bergh“ beobachtet wurde, war 741,8mm. Trotz der geringen 
Entfernung der beiden Schiffe von einander war der Verlauf dieses Sturmes 
doch für dieselben ein sehr verschiedener. Beide Schiffe hatten den stärksten 
Wind aus Osten; doch während er sich von dieser Richtung für den „Papa“ 
nach NE und Nord drehte, dann abflaute und am Mittag des 16. Januar ganz 
windstill wurde, lief der Wind für den „van den Bergh“ rückdrehend von Ost 
durch Süd nach SW und wehte aus letzterer Richtung am Mittag des 16. Januar 
wieder stürmisch in Stärke 9. Letzteres Schiff wurde hier also gegen seinen 
Mitsegler entschieden begünstigt; in den darauf folgenden Tagen glich sich 
dieses aber vollkonımen wieder aus, da jetzt der „Papa“ eine weit bessere Ge- 
legenheit antraf. 
Am 22. Januar kreuzte der „van den Bergh“ den Parallel von 30° S-Br in 
31,6° W-Lg und am 1. Februar den von 20° S-Br in 30,8° W-Lg. Den 
SE-Passat schien man in 25,6° S-Br und 29,5° W-Lg erhalten zu haben, an- 
fänglich wehte er flau, bis derselbe nördlich von 20° S-Br recht frisch und 
beständig wurde. Am 10, Februar wurde in 28° W-Lg die Linie passirt, 
37 Tage, nachdem man den Meridian des Kap Horn verlassen hatte. In der 
Nähe des Aoquators wurde eine ziemlich starke Aequatorialströmung beobachtet, 
welche an einem Tage mit einer Schnelligkeit von 32 Sm auftrat. 
Der SE-Passat reichte über die Linie bis nach 1,3° N-Br, woselbst am 
11. Februar in 28° W-Lg seine aequatoriale Grenze lag. Nach kurzer Zeit der 
Windstille und Mallung begann dann in 2,1° N-Br und 28° W-Lg der NE-Passat 
zu wehen. Mit diesem wurde 10° N-Br in 33,8° W-Lg am 17. Februar, 20° 
N-Br in 38,8° W-Lg am 21. Februar geschnitten. In 25° N-Br und 41,5° W-Lg 
verliess man am 25, Februar das Gebiet des NE-Passats und gelangte in das
	        
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