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wurden mit einem Zug 146 Stück vorzüglich fetter Makrelen gefangen. Wasser
wurde hier in einer so vorzüglichen Qualität, sowohl in Bezug auf Reinheit,
als auf Wohlgeschmack, gefunden, wie man es selten antrifft, und kann daher
nur auf das wärmste empfohlen werden. Dieses gute Wasser giebt der kleine,
in der Karte rw Nord vor dem eingezeichneten Anker befindliche Bergbach, an
dessen Ausfluss in der Karte eine 8 eingezeichnet ist. Das Wasser ist sehr
leicht eizunehmen, indem man ein Boot dicht an die Felswand legt und das
Wasser durch einen unter den steil herunterfallenden Bach gehaltenen Sturz-
schlauch in das Boot laufen lässt.
Am 22, Januar des Nachmittags wurde die Reise nach Connor Cove fort-
gesetzt und noch vor Einbruch der Duukelheit erreichte die „Ariadne“ diesen
Hafen. Nach dem Passiren von Directions Islands (6* 20‘ p. m.) wurde vergeb-
lich nach der zwischen den Inseln Thornton und. Wellington liegenden Durchfahrt
yesucht, und muss, nach Meinung des Korv.-Kapt. v. Werner, die Angabe
einer solchen in der Karte wohl auf einem Irrthum beruhen; statt der Insel er-
blickte man deutlich zwei in die Strasse hineingeschobene Berge, die mit der
Westküste durch flaches Land in Verbindung standen und ihrer Höhe nach der
in der Karte angegebenen entsprachen.
Connor Cove kann als Ankerplatz an und für sich sehr empfohlen werden.
Die Einfahrt ist klar und der Ankergrund bei mässiger Wassertiefe (25m) gut
haltbarer Schlamm. Die Form des Hafens ist annähernd die eines Kreises von
3 Kblg Durchmesser. Holz ist in grossen Massen vorhanden, kann jedoch ohne
viel Mühe nicht geschlagen werden, da die steil ansteigenden Gebirgswände nicht
gestatten, festen Fuss zu fassen.
Da in den Segelanweisungen ein, 26 Sm nördlicher liegender Hafen,
Island Harbour, als zum Holzfällen und Wassereinnehmen geeignet bezeichnet
wird, wurde am nächsten Morgen, am 23. Januar, um 5% a. m. Connor Cove ver-
lassen, um den bezeichneten Hafen noch bei guter Zeit Vormittags zu erreichen,
Um 6a. m. war die Nordspitze von Middle Island passirt und wurde auf
Cocks Head zu gesteuert, welches um 7% 5’ querab war.
Für die Ansteuerung von Island Harbowr gab um 8* 25‘ die nördlich von
Black Island sich öffnende Bucht mit kleinen vorliegenden Inseln, sowie ein
Wasserfall am Sandrücken des unmittelbar nördlich von Island Harbour lie-
genden Berges, der zwischen den beiden vor dem Hafen liegenden Inseln sich
zu ergiessen scheint, eine vorzügliche Marke ab.
Um 9% a. m. am 23. Januar ankerte die „Ariadne“ in Island Harbour und
blieb daselbst bis zum Nachmittage des 24, Januar, um Holz und Wasser ein-
zunehmen. An demselben Tage Abends 7 Uhr wurde die im Golf von Pertas
liegende Ayantan-Insel passirt und hiermit die Fahrt durch die Magellan-Strasse
und die westlichen Kanäle beendet.
Kapt. v. Werner giebt ferner in seinem Berichte nachstehenden Vergleich
zweier Reisen im Monat Januar durch die Magellan-Strasse von Ost nach West,
nämlich von S. M. S. „Vineta“ (1876) und „Ariadne“ (1878).
„Ein Vergleich der beiden Reisen, welche von S. M. Schiffen „ Vineta“
und „Ariadne“ gemacht worden sind, ergiebt, welchen Einfluss das Wetter hier
auszuüben vermag und wie viel günstiger sich die Verhältnisse für einen kräf-
tigen Dampfer im Vergleich zu einem mit mässiger Maschinenkraft gestalten.
S.M.S. „ Vineta“ kam am 20. Januar 1876, 5* p. m., vor dem Eingang
der Magellan-Strasse an!), blieb während der Nacht draussen, um am nächsten
Morgen, am 21. Januar, in die Strasse einzulaufen. Dass Schiff musste jedoch
im Laufe des Vormittags wegen Sturm zurückkehren und blieb bis zum 24. Januar
östlich vom Kap Virgins vor Anker liegen, kam am 24. von Virgins bis zur
Possession-Bucht und ankerte am 25. Januar Nachmittags wahrscheinlich zwischen
3 und 4* vor Punta Arenas; sie hat somit vom Kap Virgins aus 4 Tage 22 Stun-
den gebraucht.
8.M.S. „Ariadne“ kam 1878 am 14. Januar, 7!/2* p. m., vor dem östlichen
Eingang der Magellan-Strasse an, lief in dieselbe gleich ein, ankerte während
der Nacht unter Dungeness und am 15. Januar, 3 15‘ p.m., vor Punta Arenas
und brauchte somit für dieselbe Strecke nur 20 Stunden,
5 Vgl, „Ann, d, Hydr.“ eto., 1876, pag. 184.