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3°—5° N-Br wehte leichter SW-Wind bei heiterer Luft, der dann durch S und
E herum in den Nordost-Monsun überging, der im Ganzen nur leicht bis 14,2°
N-Br anhielt, worauf flaue südöstliche Winde, später S- und SW-Winde bis an
das Ende der Reise vorherrschten.
Zu No. 103. „Richard“, Der Südost-Passat ging in 11,7° S-Br. durch
S nach SW in den Nordwest-Monsun über, der anfangs sehr frisch mit Regen-
böen bis 3,4° S-Br, und weiter bis zur Linie mässig wehte. Vom Aequator
bis 6° N-Br und 94,4° O-Lg wehten flaune nördliche und östliche Winde, die
unter der Küste von Sumatra von starken Regengüssen und heftigen Gewitter-
böen unterbrochen waren.
Bemerkungen im Journal: „In englischen Sazling Directions wird gesagt,
dass in der Bai von Bengalen der Südwest-Monsun Mitte März einsetzt; ich
glaube aber, die Zeiten der Monsune können genauer angegeben werden. Der
Südwest-Monsun weht am stärksten zu der Zeit, wann die Sonne ihre höchste
nördliche Deklination erreicht hat und sich wieder nach Süden wendet. Gleich-
zeitig hat man dann im Süd-Indischen Ocean das schlechteste Wetter und die
meisten Orkane, wie solches von Mauritius zur Genüge bekannt ist.
In der Bai von Bengalen habe ich im Juni, Juli, August den stärksten
Südwest- und im December, Januar und Februar den stärksten Nordost-Monsun
gefunden. In den andern Monaten ist der Wind mehr oder weniger flau und
veränderlich mit lang anhaltenden Stillen,“
Zu No. 209. Das Schiff „Mercur“ kam zu nahe an Sumatra heran und
fand dort flaue südliche Winde mit heftigen Regenböcn und starke östliche
Strömung bis 27 Sm von 4°—2° S-Br. Bis zur Linie wehten flaue NW-Winde
mit vielem Regen und Gewitterböen, die von der Linie bis 3° N-Br oft von
Jang anhaltenden Stillen unterbrochen waren. Von 4° N-Br lag das Schiff mit
NE-Monsun bis 17° N-Br und 86° O-Lg und hatte von hier an NW-—SW-Winde
bis in den Martaban-Golf hinein,
Der Kapitän bemerkt selbst in” seinem Journal, dass er in 5° S-Br durch
die Nähe Sumatra’s von flauen Winden zurückgehalten sei, die es ihm bei der
starken östlichen Strömung nicht einmal ermöglichten, nach Westen aus dieser
Gegend herauszukommen.
Zu No. 424, Das Schiff „Mercur“ traf steifen Südost-Passat bis 12°
S-Br, wo schwere Böen von Stärke 9 aus NE und NW mit hoher See von NE
einsetzten, denen flaue Winde von ENE bis N bis 11,2° S-Br folgten, wo für
60 Stunden lang ununterbrochene Windstille herrschte, darauf wechselten Regen-
güssoe mit flanem östlichem Winde und Stillen ab, bis 5° S-Br, wo mässiger
Nordwest-Monsun durchkam, der in 2° N-Br wieder von Stillen und Regenwetter
abgelöst wurde, bis endlich in 3,6° der Nordost-Monsun einsetzte, der, bis
10° N-Br frisch, weiter nördlich abflaute und in 13,4° N-Br und 87,6° O-Lg
zu Ende war. Von hier bis 14,2° N-Br und 88,4° O-Lg gebrauchte das Schiff
3 Tage, an denen während 60 Stunden völlige Windstille herrschte. Dann kam
leichter Zug aus NW durch, der in der Nähe des Alguada-Riffes auffrischte. Im
Golf von Martaban war die Atmosphäre so rein und durchsichtig, dass, wie im
Journal bemerkt ist, Mittags im Zenith einzelne Sterne mit blossem Auge wahr-
genommen wurden.
Zu No. 417. „China.“ Der Südost-Passat, im Ganzen sehr östlich, oft
von ENE wehend, ging in 15° S-Br und 82,8° O-Lg auf NNE mit sehr unbe-
ständigem Wetter, steifen Böen, Regen und hoch laufender Dünung aus NW,
wobei das Schiff unter starkem Segeldruck nur langsam vorwärts kam bis 13°
S-Br und 80,2° O-Lgy, wo lang anhaltende Stillen mit Böen aus SE und NW
abwechselten. In 12° S-Br kamen bei gutem Weiter leichte östliche Winde durch,
die in 9°—8° S-Br wieder von Stillen und heftigen Regengüssen unterbrochen
waren. Erst in 8° S-Br besserte sich das Wetter bei leichten SW-Winden, die
in 7° S-Br westlicher gingen und bei ziemlich beständigem Wetter in Stärke
5—3 bis 3° N-Br anhielten, wo der NW-Wind unmittelbar in den Nordost-
Monsun überging, welcher in 12° N-Br und 86,2° O-Lg ganz aufhörte. Von
hier herrschten leichte, von SE durch S bis NW umlaufende Winde, die in
18,2° N-Br und 88,5 O-Lg noch oinmal 48 Stunden lang durch Stille unter-
brochen wurden.