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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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die mittlere nördliche Grenze des Nordwest-Monsuns im: 
December in 1.5° N-Br und 92,9° O-Lg aus 3 Beobachtungen, 
Januar „ 03° „ „ 921° » „ 17 » 
Februar „ 16° „ „ 925° „ 13 % 
März % 2,3° “ 92,0° % fi ” 
die mittlere äquatoriale Grenze des Nordost-Monsuns im: 
December in 32,9° N-Br und 93,8° O-Lg aus ® Beobachtungen, 
Januar „ 30° „ „ 916° „1 
Februar „ 38° „ „ 920° „ „3 
März „ 66° „ „A 918° „ „ 5 
die mittlere nördliche Grenze des Nordost-Monsuns im: 
Januar in 15,6° N-Br und 89,9° O-Lg aus 1° 
Februar „ 14,4° „ „ 888° „ 16 
März „ 135° „ 2» 874° „ 6 
April „ 12,6° „ = 896° = = 3 
Aus Obigem ersieht man, dass im Widerspruch mit den Angaben verschie- 
dener englischer „Sailing Directions“ in einigen Jahren noch im April ausgeprägter 
Nordost-Monsun vorkommt, so dass im Allgemeinen wohl nicht vor Mitte Mai 
auf durchstehenden Südwest-Monsun zu rechnen ist, 
Da für die Monate Januar und Februar das Material über Luftdruck und 
Wind am reichhaltigsten vorliegt, so sind zur besseren Veranschaulichung für 
diese beiden Monate nebenstehende zwei kleine Kärtchen entworfen, welche in 
aller Kürze einen ziemlich klaren Blick in die meteorologischen Verhältnisse 
dieser Monate gestatten. 
Der Uebergang vom Südwest-Monsun zum Nordost-Monsun, und umgekehrt, 
geht in keinem Falle plötzlich vor sich; cs giebt vielmehr im Frühling und 
Herbst eine Periode des Wechsels, welche die Seeleute das „Kentern“ des 
Monsuns nennen. Windstille wechselt zu dieser Zeit mit Böen und veränderlichen 
Winden ab; in manchen Jahren, besonders im Oktober, treten Orkane auf; kurz, 
die ganzo Atmosphäre ist in Aufruhr, bis die Bewegung der oberen Wolken 
und der relativ niedrige Luftdruck den kommenden Monsun ankündigen. In 
der Bai von Bengalen fällt die Zeit dieses Wechsels in die Monate April und 
Oktober. 
Bezüglich dieser beiden kritischen Wendepunkte im März— April und 
Oktober finden sich in „Blanford’s Meteorology of India in 1875“ folgende 
interessante Angaben: 
„Im März (1875) kennzeichnete eine grosse Veränderung in der Ver- 
theilung des Luftdrucks den bevorstehenden Uebergang vom Winter- in den 
Sommer-Monsun. Ueber Hindostan fand eine weitere Abnahme des Luftdrucks 
(756,9mm) statt, was auf den Andamanen und auf Ceylon nicht geschah, viel- 
mehr erstreckte sich der relativ hohe Luftdruck (759,5mm, gegen 762,0mm im 
Februar) von der Coromandel-Küste. quer über die Bai bis in die Nähe von 
Kap Negrais. Nordwestlich von letzterem Orte und im Süden von Ceylon war 
der Luftdruck ein niedriger, 
Dies ist eine charakteristische Erscheinung des Monats März, woraus als 
Resultat eine antieyklonische Bewegung der Luftmassen an beiden Seiten der 
Bai entsteht. Es herrschen nördlich von Ceylon SE-Winde, weiter hinauf an 
der Coromandel-Küste S—SW-Winde, ganz oben vor der Mündung des Ganges 
westliche, bei Kap Negrais NW- und bei den Andamanen und Nicobaren NNE- 
bis NE-Winde. 
Das Vorhandensein dieses Gebietes hohen Luftdrucks trägt zur Erklärung 
des Umstandes bei, weshalb Orkane während des Monats März in der Bai von 
Bengalen nicht vorkommen, wenigstens nirgends nördlich der Breite von Ceylon. 
Im April verschwand dieses so eben erwähnte barometrische Maximum 
und es bildete sich ein regelmässiger barometrischer Gradient von den Nicobaren 
nordwärts, bei fernerer rapider Abnahme des Luftdrucks über dem grössten 
Theile Indiens, am geringsten aber an den westlichen Küsten. Sonst waren 
die Luftdruck- und Windverhältnisse denjenigen des März ziemlich analog. Erst 
um Mitte Mai wurden bei den Nicobaren die ersten Anzeichen des kommenden 
Säüdtwrest-Monsuns beobachtet. 
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