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3-10 bis wenig über 2 Sın die Stunde an, während Col. Reid sogar eine solche
von nur 7—12'% Sm per Tag berechnet hat, Diese geringen Geschwindig keiten
mögen Anlass zu der Bezeichnung „Stationäre Cyklonen“ gegeben haben,
Ueber die Grösse und Ausdehnung dieser Sturmfelder findet man eben-
falls sehr abweichende Angaben, in einigen Fällen hat man auf Grund ziemlich
umfangreichen Materials den Durchmesser von 150 bis zu 600 Sm gefunden.
Die Bahnen, welche diese Cyklonen verfolgen, sind in Bezug auf die Rich-
tung auch nicht immer gleich. Im Allgemeinen verfolgen sie bei ihrem Ursprunge
eine WSW-Richtung, die beim Fortschreiten allmählich südlicher wird, bis in
die Nähe des südlichen Wendekreises, wo die Bahn nach Osten umbiegt und
sich schliesslich in der Nähe der Inseln St, Paul und Amsterdam verliert,
Bei diesen Orkanen ist das Barometer, ausser anderen Anzeichen, als:
Unbeständigkeit des Passats in Richtung und Stärke, ungewöhnlich unruhige
See und das dunkele kupferfarbene Aussehen der Atmosphäre, der zuverlässigste
Warner. Man hat bei einigen dieser Cyklonen ein Fallen des Barometers um
40mm beobachtet, und sollte innerhalb der Tropen ein erhebliches Abweichen
des Barometerstandes von den regelmässigen täglichen Schwankungen in den-
jenigen Monaten, in welchen Orkane zu erwarten sind, stets mit grösster Sorg-
falt beachtet werden.
Zur Zeit der südlichen Deklination der Sonne herrscht nördlich vom
Südost-Passat der sogenannte Nordwest-Monsun mit Regenwetter, dessen Ent-
stehung der intensiven Erwärmung des ostindischen Insel-Archipels und Austra-
liens, wenn die Sonne über diesem Gebiet steht, zuzuschreiben ist. Er weht
von Mitte Oktober bis etwa Mitte März zwischen dem Aequator und 10° S-Br,
reicht in den Monaten December und Januar, zu welcher Zeit er am beständig-
sten ist, in manchen Jahren bis nach Nord-Breite hinüber und erstreckt sich
östlich von 90° O-Lg im Monat März bis nach Acheen-Head hinauf. Dieser
Monsun ist vielen Unregelmässigkeiton unterworfen und weht selten weder
stark, noch regelmässig, er ist vielmehr häufig durch Stillen, Böen und Gewitter
unterbrochen. In der Nähe des Aequators und nördlich von diesem wird seine
Richtung nördlicher, er geht, bald östlicher, bis er in den Nordost-Monsun über-
geht, welcher dann bald frisch durchsteht.
In den Monaten Juni, Juli und August hingegen, in welchen der Südwest-
Monsun in dem Meerbusen von Bengalen vorherrscht, ist auch der Südost-Passat
stärker und greift nicht selten bis zur Linie nach Nord-Breite hinüber. Diese
Fortsetzung des Südost-Passats, die man vielfach in den Segelanweisungen als
Südost-Monsun bezeichnet findet, geht in vielen Fällen fast ohne Unterbrechung
durch Stillen u. s. w. in den Südwest-Monsun über, welcher im April noch eine
NW- bis West-Richtung hat, später aber, im Mai aus SW und SSW weht.
Wie sich nun die Gebiete und Grenzen dieser verschiedenen Windsysteme,
je nach den verschiedenen Monaten, December bis März, resp. April, mit dem
Stande der Sonne in ihrer scheinbaren Bahn um die Erde, verschieben, zeigen
am besten die folgenden Angaben, welche einer Reihe von Journalen der See-
warte entnommen sind und im Einzelnen in Tabelle I (s. ad pag. 188), welche
die Schnittpunkte von 5° zu 5° nebst Angabe des Datums des Aus- und Ein-
tritts in die verschiedenen Wind-Gebiete enthält, zur Ansicht gelangen. !)
Demnach lag die mittlere äquatoriale Grenze des Südost-Passats im:
December in 7,5° S-Br und 88,0° O-Lg aus 7 Beobachtungen,
Januar „ 91° „ „ 890° „ „329 #
Februar „ 10,4° „ „ 870° % „17 »
März „ 117° 887° & „3 ”
”
die mittlere äquatoriale Grenze des Nordwest-Monsuns im:
December in 4,5° S-Br und 89,5° O-Lg aus 6 Beobachtungen,
Januar „ 63° „ „m 892° „ „19 -
Februar „ 7,8°. „ 873° „ » 10 #
März „» 66° „ 38,9° „ 5 »
') In der diesem Artikel beigegebenen "Tafel sind die Passat- und Monsungrenzen im Benga-
lischen Meerbusen und im Indischen Ocean für dieMonate Januar, Februar und März und die durch-
schnittlichen Roanten für diese Monate nach den Journalen der Deutschen Seewarte verzeichnet.