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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

Allgemeine Darstellung der Windverhältnisse des Indischen Oceans, 
mit besonderer Berücksichtigung der Reisen nach den Reishäfen 
in dem Meerbusen von Bengalen, zur Zeit des Nordost-Monsuns 
(December bis April). 
Von E. Mewes. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Das Gebiet, welches im Nachstehenden vorzugsweise in Betracht gezogen 
wird, liegt nördlich von 20° S-Br und zwischen 80°—100° O-Lg im Indischen 
Ocean und wird von dem Aequator in eine nördliche und eine südliche Hälfte 
etheilt. 
S Eine bemerkenswerthe Erscheinung, welche dem nördlichen Theile des Indi- 
schen Oceans, speciell des Meerbusens von Bengalen, eigenthümlich ist, sind die 
periodischen Wechselwinde, Monsune genannt, welche durch den Temperatur- 
Unterschied der Luft über dem Ocean und den Ländermässen bedingt werden. 
Das im Indischen Ocean herrschende Uebergewicht des Landelementes 
über das oceanische bringt demgemäss ganz andere Erscheinungen hervor, als 
wie sie in den anderen Oceanen, die nach Norden und Süden zu mit den Polar- 
meeren in Verbindung stehen, vorkommen. 
In den Sommermonaten der nördlichen Hemisphäre wirken die Hochflächen 
Central-Asiens und die Ebenen Hindostans, da sie stärker erwärmt werden, 
wie das Wasser des Indischen Oceans, als ein Ansaugungs-Apparat für die 
über dem Meere befindliche Luft, Die über dem Lande liegenden Luftschichten 
werden durch die Wärme aufgelockert und entweichen nach oben, worauf neue 
schwerere Luftmassen dem Lande zuströmen, um das Gebiet leichterer Luft 
wieder auszufüllen, Diese Luftmassen, mit Feuchtigkeit gesättigt, strömen von 
Mitte April bis Mitte Oktober als Südwest-Monsun dem Lande zu, demselben 
die zur Fruchtbarkeit nöthigen Regenmengen zuführend, und wird diese Jahres- 
zeit die nasse oder Regenzeit genannt. Besonders stark bis stürmisch herrscht 
dieser Monsun in den Monaten Juni, Juli und August, welche auch die regen- 
reichsten Monate des ganzen Jahres sind. So beträgt die jährliche Regen- 
menge für Akyab aus 12—14jährigen Beobachtungen im Mittel 5077,1 mm, wo- 
von allein auf den Monat Juni 1293,1mm, Juli 1376,7mm, August 937,3mm 
kommen, also 3607mm, oder mehr als zwei Drittel des ganzen Jahres. Aehnlich 
liegt diese Erscheinung für Calcutta, für welchen Ort aus 32jährigen Beobach- 
tungen, sich eine mittlere jährliche Regenhöhe von 1677,4mm ergiebt, wovon 
auf den Monat Juni 299,7mm, Juli 338,6mm, August 360,2mm kommen. In 
Port Blair auf den Andamanen-Inseln dauert die Regenzeit von Mai bis November, 
88 fallen in diesen Monaten 2576mm, in den fünf übrigen nur 54mm. 
Mit dem Rückgange der Sonne nach dem Aequator im September verschiebt 
Sich auch das Aspirationsgebiet über dem Lande nach Süden, mit ihm auch das 
Gebiet des Südwest-Monsuns, bis der SW-Wind im September ganz abflaut und 
im Oktober, dem berüchtigtsten Monat in dem Meerbusen von Bengalen, Stillen, 
veränderlichen Winden, schweren Gewittern und öfters heftigen Örkanen Platz 
macht, worauf alsdann gegen Mitte November sich der Nordost-Monsun einstellt, 
der in den Monaten December bis Februar am beständigsten und frischesten 
weht und von gutem Wetter begleitet ist. 
Aun. d. Hydr.. 1878. Heft V (Mai)
	        
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