1892
Weizen, von Norden Hirse; neben diesen Artikeln erstreckt sich die Einfuhr
noch auf Glas, Werkzeugstahl, Kupfer und Nadeln (alle diese Artikel werden
meistens aus Deutschland importirt), Tuche und Baumwollenstoffe. Fast der
ganze Import wird durch die beiden nach 7%entsir laufenden Dampferlinion der
China Merchant Steam Navigation Cy. unter chinesischer Flagge und einer Linie
des Kaufmannshauses Jacob Matheson & Co. unter englischer Flagge bewirkt.
Wegen der Lootsengelder und der Kosten für Schleppdampfer ist Zientsin für
Segelschiffe ein ungünstiger Platz; die Dampfer haben feste Kontrakte mit den
Lootsen und fahren deshalb billiger. Durch bessere Betonnung der Barre, sowie
durch Signale der Wassertiefen auf derselben, welche auf grössere Entfernung hin
erkennbar sind und zugleich angeben, ob das Wasser noch steigt, oder fällt,
würde der Schifffahrt auf dem Perzho ein wesentlicher Dienst geleistet werden.
In Folge des grossen Schifffahrtsverkehrs auf der engen Wasserstrasse des Peiho
sind zwischen der chinesischen Regierung, den auf dem Peiho verkehrenden
Dampferlinien und den in Z%emntsin yesidirenden Konsuln gewisse Anordnungen
vereinbart worden, welche in den „Nachr. f. Seef.“ 1878, No. 54, veröffentlicht
worden sind. Es ist auf dem Flusse Gebrauch, dass dasjenige Schiff, welches
mit dem Strome geht, das Recht des Weges hat, und dass das Schiff, welches
gegen den Strom fährt, aus dem Wege gehen muss. Hiernach ist es anzu-
empfehlen, wenigstens während der Nacht, den Fluss nur mit dem Strome
laufend zu passıren, denn dabei ist noch der Vortheil, dass man weniger
Dschunken zu passiren hat, da diese sich stets mit dem Strome treiben lassen.
Der Export von Tientsin erstreckt sich auf Kameelwolle, mongolischen
Filz, Teppiche, Felle, Pelzwaaren und Medikamente, Die Stadt Z%entsin sclbst
besteht meist aus Hütten, die aus einer Mischung von Lehm und Stroh erbaut
sind; die Strassen sind eng und schmutzig. Die Stadt passt vollständig in die
traurige, unfruchtbare Ebene, in welcher sie liegt. Nur an den unmittelbaren
Ufern des Flusses vor Tientsin trifft man auf bebaute und fruchtbare, weil be-
wässerte, Felder. Da, wo die unmittelbare Bewässerung nicht stattfinden kann,
ist der Boden so sodahaltig, dass auch eine Bebauung desselben unmöglich
ist. An dem nördlichen Flussufer wird trockenes Salz gewonnen.
12. Seebeben. Kapt. C. Hufenhäuser, Führer der Hamburger Bark
„Wandrakm“, berichtet in dem für die Seewarte geführten meteorologischen
Journal (s. S. 155) Folgendes über ein vom ihm während seiner letzten Reise
beobachtetes Seebeben. „Um 9* 45" a, m. (wahre Zeit) des 15. Januar 1878,
als sich das Schiff in 1° 14‘ N-Br und 28° 12‘ W-Lg, also etwa 73 Sm rw.
OzN von der kleinen Felseninsel St. Pedro de Penedo befand, fühlte man an
Bord eine Erschütterung, welche etwa 30—40 Sekunden anhielt und von einem
Getöse begleitet war, das entferntem Donner glich.“
Im Anschluss hieran möchte noch die folgende Nachricht, welche die
„Hamburger Börsenhalle“ bringt, von Interesse sein.
Cowes den 3. März. Der Kapitän des von Batavia hier angekommenen
Schiffes „D. M. B. Park“ meldet Folgendes: „Am 29. Januar 1878 gegen
7h Morgens, in 4° 20’ N-Br und 21° 45’ W-Lg, sahen wir mehrere unterseeische
Vulkane, welche grosse Wassersäulen ca. 30m hoch in die Luft aufwarfen,
während die See in grosser Bewegung war, als ob ein starker Unterstrom
herrsche. Der Himmel war zur Zeit bewölkt, es regnete und es war fast wind-
still. Zugleich wurde ein Ton wie entfernter Donner gehört.“
Berichtigungen.
In der Tafel zu S. 130 der „Ann. d. Hydr. etc.“, 1877 (Gorringe-Bank)
muss es heissen: 11° 18‘ und 11° 45‘ statt 12° 18‘ und 12° 45‘,
In dem vorigen Hefte dieser Annalen, pag. 131, Z. 18 v. u., muss es
heissen: Y— — HsinC statt Y=— Hsin€.
Gedruckt and in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn,
Königliche Hofbuchhandlung,
Kochstrasse 69/70.