173
dies sowohl Lloyd’s Agenten, als auch dem Rheder des Schiffes mitgetheilt
werden.
9. Für den Fall, dass ein Schiff seine Anker verliert und nicht nach See
aufkreuzen kann, empfiehlt es sich, dasselbe auf den nördlich der Stadt befind-
lichen Sandstrand aufzusetzen, und zwar gerade vor der Gasanstalt am Nord-
ende der Mauer.
Auf dem 13,8m hohen Schornstein wird bei einem SE-Sturm ein stark
leuchtendes Feuer (Gaslicht) angezündet, um den während der Nacht von den
Ankern losreissenden Schiffen als Leitmarke zu dienen. Läuft ein Schiff auf
den Strand auf, so müssen die Marssegel gesetzt werden, und dürfen dieselben
auch nicht fortgenommen werden, wenn das Schiff aufgestossen hat, damit durch
deren Hülfe das Schiff stetig erhalten wird.
Niemand darf in solchem Falle das Schiff früher verlassen, als bis
das Rettungsboot längsseit, oder eine andere Verbindung mit dem Lande her-
gestellt ist.
10. Wenn eine Landung unsicher oder gefährlich erscheint, wird an der
Ras des beim Hafenamte stehenden Flaggenmastes ein Ballon aufgeheisst, Darf
eine Landung mit den Schiffsbooten aber auf keinen Fall versucht werden, so
wird auf dem Ende der neuen Mole ein rother Ballon aufgeheisst.
2. Signale.
Die Schiffe können bei stürmischem Wetter ihre Wünsche durch das
Hafenamt mit Hülfe der Signallagge nach Marryat’s System, oder nach dem
Internationalen Signalbuch, ihren Agenten mittheilen; Schiffe, welche keine
Signalflagge an Bord haben, können mit ihrer Nationalflagge nachstehende
Signale machen:
1) Die Nationalflagge in den Wanten der Vorstenge bedeutet: „Ich
brauche eine Kette“,
Die Nationalflagge in den Wanten der Grossstenge bedeutet: „Ich
brauche einen Anker“.
Die Nationalflagge in den Fockwanten bedeutet: „Mir ist eine
Ankerkette gebrochen“. ;
Die Nationalflagge in den Grosswanten bedeutet: „Ich brauche einen
Anker und eine Kette“,
Eine beliebige andere Flagge oder ein flatternder Gegenstand, so
angebracht, dass er gut sichtbar ist, bedeutet: „Ich brauche ein
Boot“,
Vor dem Hafenleuchtthurm ist eine Signalstation errichtet, welche alle
Signale des Hafenamtes wiederholt.
Bei Strandung eines Schiffes werden nachstehende Signale für dasselbe
an einem dazu günstigen Platze gemacht:
während der Nacht durch transparente Zahlen, und
während des Tages durch weisse Zahlen auf einem schwarzen Brette,
bedeutet: „Unter allen Umständen an Bord bleiben, bis Hülfe kommt;
88 ist keine Lebensgefahr vorhanden“.
bedeutet: „Sendet mit Hülfe eines Fasses eine Leine an‘ Land und habt
Acht für eine Leine, welche mit einer Rakete oder durch einen Mörser
über das Schiff fortgeschossen werden wird“,
bedeutet: „Die Leine befestigen und eine stärkere Trosse an dieselbe
anstecken, damit die Trosse an Land gezogen werden kann: das Ende
der Trosse ist an Bord zu befestigen“,
bedeutet: „Das Ende der Trosse an Bord holen, welche an die Leine
gesteckt ist, und dasselbe dann an Bord gut festmachen“.
bedeutet: „Das Rettungsboot kommt bei Niedrigwasser oder sobald als
möglich längsseit; cs müssen lange Leinen für dasselbe bereit gehalten
werden, und sind Vorbereitungen zu treffen, das Schiff zu verlassen.
Gepäck darf in das Rettungsboot nicht mitgenommen werden“,
bedeutet: „Die Trosse im Topp der Untermasten am Ende des Bugspriets,
oder an sonst einem günstigen Orte an Bord befestigen und eine Leine
an Land senden, mit welcher mit MNülfe eines Bügels die Mannschaft an
Land gezogen werden kann“.
hp
K