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Die Strömung war unter der Linie, nachdem sie auf 2° S-Br noch 1!/s Sm
die Stunde, N 79° W gefunden war, schwach, %/4 Sm N 45° W, dann West und
von 1°—7° N-Br 1'/4—1 Sm westsüdwestlich.
Unter der Linie hatte ich während 3 Tage ungemein starkes, prächtiges
Meerleuchten; wenn der einsetzende NE-Wind über das Wasser herfegte, so
ähnelte dasselbe einer glitzernden Schneefläche. >
Auf 29° 18’ N-Br und 66° 7‘ W-Lg sprach ich die New Brunswick-Bark
„Grasmere“, welche 15 Tage vor mir Hongkong verlassen hatte. Sie war zu
gleicher Zeit mit mir am Kap gewesen, hatte also diese 15 Tage nur auf der
ersten Hälfte der Reise gegen meinen „Meteor“ verloren und, wie ich annehmen
muss, dadurch, dass ich Mauritius im Nordwesten passirte, dass die an der
Küsto von Madagaskar in dieser Jahreszeit vorherrschenden regnerischen NE-
Winde mich schnell über den Breitengürtel der Stillen und flauen veränderlichen
Winde brachten.
Die Dauer der einzelnen Theile dieser Reise betrug:
Hongkong— Sunda 18 Tage
Sunda— Afrika (31° 40‘ S-Br) 27
Um das Kap I
Kap-—Linie 21
Linie— New York 27
In Summa 102 Tage,
Die Barre vor dem Hafen von Cabo Frio. Brasilien.
Der brasilianische Fregatten-Kapitän Baron von Teffe (früher von Hoon-
holtz) war von dem brasilianischen Agrikultur-Ministerium beauftragt worden,
die Barre vor dem Hafen von Cabo Frio, dem Eingange zum Hafen von Rio de
Janeiro, zum Zwecke der beabsichtigten Wegräumung der dort sich der Schiff-
fahrt entgegenstellenden Hindernisse zu untersuchen. Baron von Teffg hat
diesen Auftrag mit dem von ihm kommandirten Dampfer „Lamego“ im Oktober
1877 ausgeführt. Dem hierüber abgestatteten und uns durch das Reichskanzler-
Amt zugänglich gemachten Bericht des Baron von Teffe entnehmen wir nach-
stehende Notizen:
Der Dampfer „Lamego“ verliess am 14. Oktober 1877 Rio de Janeiro
und ankerte am 16. Oktober der Einfahrt von Cabo Frio gegenüber. Da dieser
Ankerplatz wegen schlecht haltbaren Ankergrundes und wegen der hohen Dünung
bei SE- und SW-Winden sehr unsicher ist, untersuchte der Kommandant die
Barre schr genau, ging dann mit Hülfe des besten vorhandenen Lokallootsen
am 18, Oktober über die Barre und ankerte innerhalb derselben, zwischen den
dort liegenden Küstenfahrern.
Die Ankunft des Schiffes in dem Hafen bildete für die Stadt Cabo Frio
cin besonderes Ereigniss, denn die ältesten Bewohner konnten sich nicht ent-
sinnen, dass ein Kriegsschiff die so sehr gefährliche Barre jemals passirt hatte.
Nach einer genauen Untersuchung der fast die ganze Barre einnehmenden
Klippen, welche zwei Drittel der Einfahrt und dadurch den so höchst wichtigen
Binnensee von Araruama verschliessen, besteht der auf der Verlängerung der
Landspitze Costad ruhende obere Theil der Barre aus losen Steinplatten und
Felsen, welche durch Sand mit einander verbunden sind und im Laufe der Zeit
sich zu einem ungeheuren Damm gestaltet haben. Diese Barre erschwert un-
gemein das Einfahren von Schiffen, welche nur auf die kurze Zeit des Hoch-
wassers angewiesen sind.
Ueber die ursprüngliche Bildung dieses grossartigen 22m langen und
30 bis 36m breiten Riffes hat Baron von Teffe in den Geschichtswerken von
Balthasar Lisboa und von Monseigneur Pizarro Nachstehendes erwähnt
gefunden:
. ‚„Der Staatsgeneral Gouverneur Gaspar de Souza, der Erpressungen
müde, welche holländische und französische Piraten in den Gewässern bei Kap