Semmelhack, W.: Die Regenverhältnisse von Debundscha in Kamerun, 149
hältnis der Regenmengen von Bibundi und Isongo zu der von Debundscha
folgende Werte:
Mittl. Regenm. v. Bibundi „ mittl, Regenm. v. Isongo
Mitt. Regenm. v, Debundscha (19 Jahre) =0.978; er Regenm, v. Debundscha (0 Jahre) = 0,818,
Von einem Vergleich Isobis mit Debundscha wurde abgesehen, da von Isobi
nur die Messungen aus den Jahren 1928 bis 1930 vorliegen. Jedenfalls kann
die nur wissenschaftliches Interesse besitzende Frage, welcher der vier Stationen
die Palme zuzusprechen ist, nur auf Grund langjähriger Reihen entschieden werden.
Wie sehr übrigens der Einfluß der örtlichen Lage und die Schwankungen des
SW-Monsuns in Richtung und Beständigkeit bei der Entstehung der Niederschläge
eine ausschlaggebende Rolle spielen, mag hier nur dadurch angedeutet werden,
daß die im Regenschatten des 374 m hohen Kötheberges in 203 m Meereshöhe
gelegene Station Oechelhausen‘!) in ihren monatlichen Regenmengen gelegent-
lich diejenigen von Debundscha übertrifft, wenn sie auch naturgemäß in den
Jahresmengen hinter Debundscha zurückbleibt.
3, Die Veränderlichkeit der Monats- und Jahresmittel der Regen-
mengen. Der normale, durch mehrjährige Mittelwerte dargestellte Gang der
Regenmenge unterliegt in den einzelnen Jahren mehr oder weniger beträchtlichen
unregelmäßigen Schwankungen, Ein einfaches Maß für die Veränderlichkeit der
Jahressummen bietet der Vergleich der größten und kleinsten Jahressumme mit
dem vieljährigen Mittelwerte bzw. das Verhältnis der größten zur kleinsten
Jahresmenge (Hellmannscher Schwankungsquotient q). Für Debundscha
ergeben sich in dieser Beziehung die Werte:
Maximum Minimum Maximum
“Mu 1.53 Mittel 0.72 Minimum I 2.13.
Diese Werte scheinen auch für andere Tropengebiete mit größeren Jahresregen-
mengen charakteristisch zu sein®).
Zu einem weit sichereren Resultat der mittleren zeitlichen Veränderlichkeit
oder Anomalie der Monats- und Jahresmengen gelangt man, wenn man die Mittel
der Abweichungen der einzelnen Monate und Jahre von den zugehörigen Gesamt-
mitteln der Beobachtungsreihe berechnet. Dabei kommen zunächst die einzelnen
Anomalien nur ihrem Betrage nach in Betracht, und es ist vorderhand gleich-
gültig, ob sie Überschuß oder Mangel bedeuten. Die Ergebnisse dieser Rechnung
sind in der Übersicht 3 zusammengestellt, die sowohl die Veränderlichkeit der
Regenhöhen in Millimetern als auch in Prozenten der entsprechenden Gesamt-
mittel enthält. .
Übersicht 3.
Mittlere Veränderlichkeit der Regenmengen: A, in Millimetern, B. in Prozenten
der zugehörigen Mittel (1896—1930),
Jan. | Febr. | März | Aprit | Mai | Juni | Juri | Aug, | Sept. | Okt. | Nor. | Dez, | Jahr
A 97 [3 | 121 | 0 | 204 | ser | 204 | or | am | 2m | um | wo | 1527
B. 51 40 29 25 35 30 20 24 24 23 31 41 16
Die Übersicht läßt erkennen, daß im wesentlichen die Veränderlichkeit der
Monatssummen (Reihe A) mit diesen selbst im Zunehmen und Abnehmen be-
griffen ist, daß dagegen im jährlichen Verlaufe der prozentualen Beträge (Reihe B)
das Umgekehrte der Fall ist. Von selbst ergibt sich die Anregung, die Rechnung
fortzuführen getrennt für die Abweichungen nach der Seite des Zuviel und
Zuwenig im Vergleich zum Mittelwerte. Hierüber unterrichtet die Übersicht 4.
Übersicht 4.
Wahrscheinlichkeit negativer Anomalien der Monats- und Jahres-Regenmengen in Prozenten (1896—1930).
Jan. | Febr. | März | Anril | Mai | Juni | Juli | Aug, | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. | Jahr
4 L in m x t A Y.
61 | 59 | 58 | 59 | ss | so | 5 | 63 | 56 56 | so | so ] ®
1) In Luftlinie 8 km südöstlich von Debundscha. — ?) Siehe Ann, d. Hydr, usw. 1932, S. 257 u, 295.
Ann. d. Hydr. usw. 1983, Heft V/YI.