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Kosten... Die Lootsentaxe für ein Schiff zu verankern beträgt 25 sh.,
dagegen ist das Ein- und Auslootsen, sowie die Benutzung eines Schleppdampfers
im Hafen selbst, in den allgemeinen Hafenkosten enthalten. Schiffe unter 100t
unterliegen nicht dem Lootsenzwang. Wenn man nicht in den Hafen einläuft,
sind auch keine Hafenkosten zu zahlen.
Die Kommission für Frachtabschlag beträgt 5 %, für Vorschuss auf die
Fracht gleichfalls 5%. Das Leichtergeld beträgt 2 sh. für die t, Stauerlohn
6 d. für die t; Zimmerlohn 5 sh. den Tag; Kosten für Benutzung des Trocken-
docks 4 sh. für die t. Der Ballast kostet 4 sh. die Tonne von 1080kg. .Das
Löschen des Ballast durch Leichter kostet 2 sh. die t.
Alle Schiffsartikel, sowie auch Proviant sind sehr theuer.
Das Schiff hatte eine Ladung Zucker nach Melbourne für 25 sh. per
netto ton mit 5% Primage und 25 Tage zum Laden und Löschen eingenommen.
Klima. Während der heissen Monate December bis März herrschen
Fieber, von April bis December dagegen ist hierselbst ein gesundes Klima.
Einen Gesundheitspass muss jedes einsegelnde Schiff haben, und die Quarantaine-
Gesetze sind sehr streng. Die Regenzeit beginnt im December und dauert bis
zum März. Land- und Seebrise wurde nicht bemerkt. Der Wind war SE bis
ENE vorherrschend und ging nur zuweilen auf NW um.
Bei östlichen Winden stand das Barometer zwischen 763,3mm und 761,5mm,
und bei NW-Winden zwischen 761,2 und 760,7 mm.
5. Reise von Mauritius nach Melbourne (Hobson-Bay).
Am 5. Januar 1877 verliess das Schiff Port Lowis mit einer vollen Ladung
Zucker und steuerte südwärts, schnitt 70° O-Lg in 37° S-Br, hielt dann östlich
und lief zwischen 39° und 41° S-Br die Länge ab.
Von 37° S-Br und 70° O-Lg bis 41° S-Br und 123° O-Ly war das
Wasser stets blaugrün und schmutzig aussehend, auch wurde viel Seegras
treibend gesehen. Der Strom war stets zwischen NW und Nord, 12 bis 28 Sm
den Tag. Während der ganzen Reise war kein schwerer Sturm, aber häufig
kamen Gewitter aus NE und Nord. Der Wind war zwischen St. Paul und
Amsterdam bis zur Bass-Strasse vorherrschend nordöstlich.
Nach einer Reise von 43 Tagen kam das Schiff am 17. Februar 1877 in
Hobson-Bay an.
Ansegelung.‘) Von Westen kommend, sollte man stets das bei klarer
Luft 24 bis 30 Sm weit sichtbare Kap Otway ansteuern und, nachdem dasselbe
gesichtet ist, seinen Kurs nach ungefähr 10 Sm in Süd von der Spitze Longs-
dale setzen, woselbst fast immer ein Lootsenfahrzeug anzutreffen ist.
Etwas nördlich von Kap Otway ist das Land an dieser Küste am
höchsten, fällt dann allmählich bis zum Bellbird Creek ab, woselbst es schon
sehr niedrig und nicht weit sichtbar ist. An dieser ganzen Küste sind keine
besonders auffallende Landmarken. Dahingegen ist die andere Seite der Ein-
fahrt nach Port Phillcp weit zu erkennen, wie z. B. Kap Schank, welches bei
klarer Luft ungefähr 24 Sm weit zu sehen ist und in einem grösseren Abstand
wie eine Iusel erscheint; nordwestlich von diesem Kap liegt Arthurs Seat,
welches nach NW zu aufsteigt und dann plötzlich abfällt. Diese zwei Land-
objekte kann man sehr gut zu Kreuzpeilungen benutzen. Von den beiden
Binfahrtsspitzen Longsdale und Nepean ist nicht früher etwas zu erkennen, als
bis man auf 10 Sm nahe gekommen ist, und die Einfahrt selbst lässt sich erst
auf 7 Sm Abstand deutlich erkennen.
Eine Barre ist nicht vorhanden, es liegen aber einige Klippen recht in
der Einfahrt, welche sich nur 5 bis 8,7m unter der Meeresfläche befinden,
Zwischen den beiden Einfahrtsspitzen ist immer starke Stromkabbelung, welche
bei der Ebbe und starken Süd-Winden kleinen Schiffen oft gefährlich ist.
Die geringste Wassertiefe in dem Fahrwasser zwischen den innerhalb der
Einfahrisspitzen liegenden Sandbänken beträgt bei Niedrigwasser 6,4m, so dass
man mit jedem Schiffe zu jeder Zeit einsegeln kann. Nach Melbourne kann
man stets mit 4m und zuweilen auch 4,4m Tiefgang den Yarra-Fluss passiren.
') S. „Australian Directory“, Vol. I., 1876, pag. 289; „Ann. d. Hydr, etc,“, 1876, pag. 66.
Ann. d, Hydr, 1878, Heft IV (April).