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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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tung vorherrschend waren. Schwere Stürme, die längere Zeit anhielten, wurden 
gar nicht angetroffen. Am 17. November lief man in Sicht der Insel Amsterdam, 
Vom Meridian von Greenwich bis nach 80° O-Lg wurden 21 Tage gebraucht. 
Ein Vergleich mit den von den Holländern für diesen Monat angegebenen 
Mittelwerthen von 24,1 Tage für die sich nördlich von 40° S-Br haltenden, und 
21,7 Tage für die südlich davon segelnden Schiffe ergiebt demnach für diese 
Strecke eine gute Reise. 
Aufsteuernd nach Norden traf der „Friedrich“ schon in 30,5° S-Br und 
102° O-Lg die südliche Grenze des SE-Passates; der Wind lief dort mit frischer 
Brise ohne vorhergegangene Stille von West durch Süd nach Ost. Leider war 
er nicht von langer Dauer, denn als das Schiff nach etwa 22° $S-Br in 112° 
gekommen war, drehte sich der dort sehr frisch wehende Wind rücklaufend 
durch Süd nach SW und später nach NW. So ging der Uebergang von dem 
einen Windgebiete in das andere auch hier ohne Aufenthalt vor sich. In etwa 
12° S-Br wurde der Westwind flauer, doch gelangte man mit ihm so weit, dass 
man am 5. December die Sandalwood-Iusel erblickte, worauf dann zwischen 
dieser und der Insel 7imor nach der Ombay-Strasse gesteuert‘ wurde. Die 
Reise von 80° O-Lg bis in Sicht der Sandalwood-Insel hatte 18 Tage gedauert, 
die ganze Reise vom Bristol-Kanal her 93 Tage — ein ganz befriedigendes 
Resultat. Es waren rund 13,000 Sm zurückgelegt, mit einer mittleren stünd- 
lichen Geschwindigkeit von 5,4 Sm. 
Nun begann aber der schwierigere Theil der Reise; eine unverhältniss- 
mässig lange Zeit war zunächst erforderlich, ehe der „Friedrich“ die Ombay- 
Passage passiren und die Molukken-See erreichen konnte; starke nach SW 
laufende Strömung und sehr leichter Wind waren die Ursache davon. Auch als 
man sich in letzterer befand, frischte der Wind kaum mehr auf, und nur langsam 
war der Fortgang der Reise. Die in der Molukken-See angetroffene Strömung 
lief nach ESE. 
Als man endlich nördlich von Ceram gelangt war, frischte der NW-Wind 
etwas auf und am 26. December kreuzte das Schiff in der Nähe von 130° O-Lg 
den Aequator, wo noch eine nach Süden und Osten setzende Strömung be- 
obachtet wurde. Nördlich von 2° N-Br änderte sich die Richtung des Stromes. 
Hier lief derselbe mit der Schnelligkeit von 1 Sm stündlich nach Westen und 
Süden, entgegengesetzt der folgenden zwischen 3°—5° N-Br angetroffenen Ost- 
strömung, die im Etmale eine Schnelligkeit von 18 Sın hatte. 
In 4,2° N-Br und 134,5° W-Lg erhielt man am 3. Januar 1877 den 
Passat; schon vorher jedoch waren die veränderlichen Winde häufig sehr nörd- 
lich gewesen und hatten diese, zusammenwirkend mit der östlichen Strömung, 
das Schiff verhältnissmässig weit nach Osten getrieben. Am 4. Januar erblickte 
man, jetzt begünstigt von frischem Ostwinde, die Insel Angur in der Pelew- 
Gruppe und passirte am 11. Januar, an welchem Tage auch die Südspitze von 
Formosa erblickt wurde, den Bashee-Kanal. Am 13. Januar wurde, 132 Tage 
nach dem Verlassen des Bristol-Kanals, der Hafen von Hongkong erreicht. 
Von Hongkong versegelte der „Friedrich“ nach dem auf der Insel For- 
mosa liegenden Hafenplatze Taiwanfoo, und verliess denselben wieder am 
26. Februar, um die Reise von dort nach Boston anzutreten. Begünstigt von 
dem frischwehenden NE-Monsun, durchsegelte die Bark in kurzer Zeit die 
China-See; schnitt 10° N-Br in 109,5° O-Lg am 4. März und den Aequator in 
105,3° O-Lg am 9. März. 
Schon am 11. März war das Schiff frei von der Banka-Strasse und be- 
fand sich in der Java-See; auch diese wurde mit frischem NW-Winde rasch 
durchsegelt, so dass man schon am 13. März die Sunda-Strasse passirte. In 
dieser Strasse und südlich von derselben wehte der nordwestliche Wind sehr 
frisch. 
In 9,8° S-Br und 104,2° O-Lg lag am 16. März die Grenze des Gebietes 
der nordwestlichen Winde; es herrschte hier für einige Zeit Stille und Mallung, 
jedoch nicht für sehr lange Zeit und in 10,4° S-Br wdfrde der SE-Passat ange- 
troffen. Dann südwestwärts der ganzen Breite nach den Indischen Ocean durch- 
segelnd, schnitt man den Meridian von 80° O-Lg in 22,7° S-Br am 27. März, 
den von 60° O-Lg in 26° S-Br am 4, April und passirte die Südspitze Mada- 
gaskar’s etwa in einem Abstande von 250 Sm. In 244° S-Br und 67,4° O-Le
	        
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