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Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats November 1877
und 1876 in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung,
beide für den Monat November 1877, stellen wir im Folgenden ‘die Hauptzüge
im Witterungscharakter dieses Monats in Nordamerika und Centraleuropa einander
gegenüber,
November 1877.
A. Nordamerika,
1. Die bedeutende Zahl barometri-
scher Depressionen, welche alle Theile
der Vereinigten Staaten und Canada
durchzogen, und von welchen die
meisten vom Stillen Ocean kamen,
eine (vom 28, bis 30.) von den An-
tillen nach Nora Seotia fortschritt.
B. Centraleuropa.
1. Die bedeutende Zahl barometri-
scher Depressionen, welche vom Ocean
kommend nördlich vom Gebiet vorbei-
zogen und dasselbe streiften, so wie
das ausserordentlich tiefe barometri-
sche Minimum, welches sich vom 11.
bis 14. nordwestlich von Schottland
zeigte.
2. Der die Normale übertreffende
Luftdruck in den mittleren Staaten,
an den unteren Seen und in Neu-
england; am höchsten stand das Baro-
meter im Streifen von New-York nach
Texas, am tiefsten in Dakota.
2. Das sehr niedrige Monatsmittel
des Luftdrucks im Nordwesten Central-
europas, während derselbe im Alpen-
gebiete normal war. Die normalen
Druckdifferenzen zeigten sich somit
in verstärktem Maasse.
3. Die drei schweren Stürme in
den ersten neun Tagen des Monats
und die "Tornados und orkanartigen
Böen in Neuengland am 2. Die häufig-
sten Windrichtungen waren grössten-
theils NW oder Nord, in der Seen-
region SW.
3. Das dadurch bedingte ent-
schiedene Vorwalten südlicher und
südwestlicher Luftströmungen, welche
häufig (besonders am 22, und 23.) stark,
oder stürmisch auftraten.
4. Die ungewöhnlich hohe Luft-
temperatur im Norden des Gebiets,
während in den Golfstaaten die Tem-
peratur unter der normalen war; Be-
richte über Frost liegen indessen aus
den Rocky Mountains, der Seenregion,
dem Ohiothale, den mittleren Staaten
and Neuengland fast von allen Tagen
Jes Monats vor, und vom 10. bis 13.
kamen ausgedehnte Fröste auch in
den Südstaaten vor; in den letzten
Tagen des Monats wurde auf dem
Missouri und oberen Mississippi. die
Schifffahrt durch Eis geschlossen (Eis-
decke auf dem Missouri bei Bismark,
Yankton und zum Theil noch bei
Leavenworth am 29.). Die Abweichung
der Mitteltemperatur von der normalen
betrug im Durchschnitt für die ein-
zelnen Distrikte:
4. Die ungewöhnlich hohe Luft-
temperatur während des ganzen Monats;
sein Mittelwerth blieb hinter dem des
Oktober meist nur 1—1'/%° C. zurück,
statt 5—6'/%°, wie normaler Weise
der Fall ist. Fröste kamen, ausser auf
hochgelegenen Stationen, nur in den
letzten Tagen des Monats vor; die
Häfen und Flüsse nicht nur Central-
europas, sondern auch zum grössten
Theile jene Nordeuropas blieben wäh-
rend des Monats frei won Eis. Die
Abweichung der Mitteltemperatur von
der normalen betrug für die einzelnen
Stationsgruppen im Durchschnitt: