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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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6. Reise des Bremer Schiffes „Stella“, Kapt, 6. H. E. Horn. 
Zu Anfang September 1877 war das Bremer Schiff „Stella“, Kapt. Horn, 
auf einer Reise nach Baltimore begriffen; das Schiff war von der Weser aus- 
gegangen und hatte der Kapitän die Route nördlich um Schottland eingeschlagen. 
Am 6. September befand man sich in 61,3° N-Br und 1,7° W-Lg, also in 
uordwestlicher Richtung von den Shetland-Inseln, als dort ein nördlicher Wind 
angetroffen wurde, der das Schiff eine Strecke weit nach Westen hin führte. 
Nachdem derselbe jedoch bald sein Ende erreicht hatte, herrschten in der 
folgenden Zeit Winde, die in Richtung sowohl, wie in Stärke sehr veränderlich 
waren. Das Schiff verfolgte seinen Weg in verhältnissmässig hohen Breiten 
und gelangte erst wieder südwärts von 50° N-Br, als am 20. September 40° W-Lg 
erreicht war. Am 25, September gelangte man in 45° N-Br an den östlichen 
Rand der Bänke von Neufundland, hielt sich dann, als dieselben passirt waren, 
so lange, wie möglich, nördlich vom Golfstrom, wo auch noch immer umlaufende 
Winde von wechselnder Stärke angetroffen wurden, und erreichte am 7. Oktober 
die Chesapeake-Bucht nach einer Reise von 47 Tagen, seitdem man die Shetland- 
Inseln aus Sicht verloren hatte. Erwähnenswerthe Stürme waren während der 
ganzen Reise nicht angetroffen, 
Gerade einen Monat nach Ankunft in der Chesapeake-Bucht verliess das 
Schiff dieselbe wieder und trat am 7. November, mit Petroleum beladen, seine 
Heimreise nach Bremen an. Auf dieser wurden viele Stürme und wider Er- 
warten anhaltende Ostwinde angetroffen. Gleich während der ersten Tage der 
Reise hatte die „Stella“ gegen stürmische SE-Winde zu kämpfen; darauf folgten 
mehrere Tage, an denen harte Nordwinde wehten, welche lange genug anhielten, 
um das Schiff an den südlichen Rand des Golfstromes zu drängen, wo grosse 
Massen Sargassokrautes, aber auch eine nach SW setzende Gegenströmung ge- 
funden wurde. Als die Winde endlich eine günstigere Richtung annahmen, 
erreichte die „Stella“ mit ihnen 60° W-Lg am 16. November in 37,4° N-Br; 
40° W-Lg am 30, November in 42,7° N-Br und 20° W-Lg am 9. December in 
47,7° N-Br; am 12. December, nach einer Reise, deren Dauer 36 Tage betrug, 
gelangte das Schiff in den Kanal. Diese Reise war im Vergleich zu den Reisen 
der beiden, den Kanal etwa 14 Tage später erreichenden Schiffe „Friedrich“ 
und „Henry“ eine stürmische und ungünstige gewesen, 
7. Reise der Elsflether Schonerbrigg „Max“, Kapt. L. Gramberg. 
Kapt. Gramberg von der Elsflether Schonerbrigg „Max“ übersandte 
der Seewarte ein meteorologisches Joural, dessen erste Eintragungen am Anfange 
einer Reise von Montevideo nach Falmouth gemacht wurden. Es war am 
23, September 1876, als das Schiff die Rhede jenes Platzes verliess und seine 
Rückreise antrat; während der ersten drei Tage wurden veränderliche Ost- 
winde angetroffen, die einen zufriedenstellenden Fortgang der Reise nicht er- 
möglichten. Darauf folgte jedoch ein, mehrere Tage anhaltender harter West- 
wind, welcher erst, als 32° S-Br in 41,6° W-Lg am 30. September erreicht war, 
endete. Dann kam wieder nordöstlicher Wind durch, mit welchem man gezwungen 
war, über St. B.-Bug beim Winde nach NW zu liegen, Etwa in 30,8° S-Br und 
32,7° W-Lg lief der Wind durch Nord nach NNW, am 6. Oktober erhielt man in 
29,3° S-Br und 30,6° W-Lg südöstlichen Wind, welcher den Charakter des Passats 
annahm. Am 10, Oktober erblickte man die Insel Trinidad, welche man an 
ihrer Westseite in einer Entfernung von etwa 25 Sm passirte. Der Kurs des 
Schiffes von hier ab war recht Nord, doch wurde es durch die tägliche Trift 
des Passates bedeutend nach Westen versetzt. Als nun auch noch nördlich 
von 15° S-Br der Wind nördlich von Ost, selbst bis NNE lief, sah sich Kapt. 
Gramberg bald nachher in die unangenehme Nothwendigkeit versetzt, wollte 
er anders nicht der brasilianischen Küste zu nahe kommen, zu wenden und über 
St. B.-Bug zu versuchen, Ost zu machen. In 13° S-Br und 31° W-Lg wurde es 
für mehrere Wachen windstille; als dann später wieder Wind aus Osten durch- 
kam, war er erfreulicherweise raum genug, so dass mit ihm wieder ein nörd- 
licher Kurs eingeschlagen werden konnte. Am 19. Oktober wurde 10° S-Br in 
31,3° W-Lg geschnitten und am 23. Oktober passirte der „Max“ in 29,6° W-Lg 
die Linie, Die Reise vom La Plata bis zum Aequator hatte eine Dauer von 
30 Tagen.
	        
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