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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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hauptsächlich von Fischfang zu leben, machen aber für Fischer einen wohl- 
habenden Eindruck, Zuckerrohr in ziemlich dünnen Stauden wird vielfach 
neben dem gewöhnlichen Reisbau in der Umgegend kultivirt. 
Die grosse, sehr gut im Stand gehaltene Landstrasse, der Tokaido, 
führt unmittelbar an Simidzuw vorüber längs des Meeresstrandes nach Yeddo, 
Jenrikishas (Ziehwagen) und dreirädrige Velocipeden wurden mehrfach in 
Simidzu bemerkt. 
Der Hafen von Eno Ura ist durch das weit nach Westen vorspringende 
Land gleichfalls, und vielleicht noch besser wie Simidzu, vor südlichen Winden 
geschützt und lässt sich selbst in dickem Wetter auf ähnliche Weise, wie bei 
Simidzu beschrieben ist, mit einem Dampfschiffe erreichen. Für Segelschiffe 
würde das Anluven aber seine Schwierigkeiten haben. Der Hafen ist eng und 
ziemlich tief und deshalb für Fremde nicht so bequem, als Simidzu. Die 
Tiefen in der Mitte der Bucht sind sehr bedeutend; einmal wurde auf 900m 
Grund gefunden. 
An der Westküste zwischen Simidzuw und dem Kap Tay-irt ist das 
Wasser noch sehr tief bis dicht an das Land hinan; das Kap Tay-iri dagegen 
ist mit Klippen umgeben, welche etwa %4 Sm herausreichen, und auf welchen 
sich die südliche Dünung stark bricht. Bei Oi-Gawa fängt die Küste nach 
Süden zu an, weniger klar zu sein. Querab vom genannten Flusse wurden 
auf 2 Sm vom Lande noch 60m gelothet, weiter hinein schien die Einbuchtung 
flacher zu sein; aufkommenden schlechten Wetters halber konnten die Unter- 
suchungen nicht fortgesetzt werden. 
Die Durchfahrt zwischen den vier Lady Inglis-Klippen und dem Kap 
Omae Saki ist Fremden nicht zu empfehlen, da auch dieses Kap reichlich mit 
Klippen, die ziemlich weit in die See hinausragen, umgeben ist. 
Der langgestreckte Küstensaum zwischen der Suruga- und der Owari-Bai 
ist nur unvollständig ausgelothet und sollte nicht zu nahe angelaufen werden. 
Von Omae Saki nach Westen hin erstreckt sich noch die Fortsetzung der 
Klippen vor einem lichtgrauen, nicht sehr hohen Strande. Lothungen konnten 
hier des schlechten Wetters wegen nicht vorgenommen werden. Dieselben 
haben auch nur einen nebensächlichen Werth und müssen meiner Ansicht nach 
vor anderen wichtigeren Aufgaben, welche an der Südküste Nipons zu lösen 
sind, zurückstehen. 
Die Bai von Owari,') Die Lothungen begannen bereits ausserhalb 
der Bai und haben, da das Schiff ziemlich langsam vorwärts kam, Anspruch 
auf Genauigkeit Es wurde die von S. M. S. „Nymphe“ benutzte (s. „Nachr., 
f. Seef.“, 1872, No. 321) und später auch von der englischen Corvette 
„Frolic“ empfohlene Einfahrt östlich von der Insel Kam: gewählt. Dio 
Lothungen stimmen indessen durchaus nicht mit den auf der Karte a. a. O. 
gegebenen. 
Anfänglich wurde zur Orientirung der von S. M. S. „Nymphe“ im 
Mai 1872 eingeschlagene Kurs verfolgt; da die gefundenen Wassertiefen aber 
stets um fast das Doppelte der von der „Nymphe“ aufgezeichneten betrugen, 
30 nahm ich an, dass der Kurs derselben näher unter Land gewesen sein müsse.?) 
Noch in ungefähr 2,5 Sm Abstand, SSW von dem Kap Onia Sakzi, welches 
die Mia-Bai von der Owari-Bai trennt, von wo ab das Wasser allmählich bis zu 
7,5m (4 Faden) abflachen soll, berührte S. M.S. „Elisabeth“ den Grund auf einer 
Untiefe, welche etwa 22/4 Sm westlich von dem Orte Tokoname entfernt liegt;?) 
an dieser Stelle befanden sich 4,6m Wasser, Schlamm und schwarzgrauer Sand 
(s. „Nachr. f. Seef.“, 1878, No. 48). Es wurde geankert, und mit Hülfe der Boote 
diese Untiefe und deren Umgebung sorgfältig ausgelothet (s. Skizze). Von hier 
aus wurde ein Kurs auer über die Bai genommen und mit dem Schiffe auf der 
ı) S. „The China Sea Directory“, Vol. IV. 1873, pag. 168; „Nachr. f. Seef.“, 1872, No, 321. 
?}) Die diesem Artikel beigegebene Skizze der Owari-Bar ist nach der britischen Admiralitäts- 
karte No. 996 (Tit. XI, No, 165) im Maasstabe von 1:300 000 angefertigt und enthält die von 
S. M. S. „Elisabeth“, Kapt. zur See von Wickede, 1877 ausgeführten Lothungen. Diese genauere 
Aufnahme der Owart-Bai berichtiget die, auf Grund der von S. M. S. „Nymphe‘“, 1872 angestellten 
Lothungen, gemachten Angaben (s. „Nachr, f, Seef.‘“, 1872, No. 321, Skizze), welche somit als un- 
richtig anzusehen sind, A. d. R. 
8) Diese Untiefe ist auf den neuesten englischen Admiralitätskarten bereits verzeichnet. 
A. dd, zii 
ann. d. Hydr., 1878, Heft IIT (März)
	        
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