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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 6 (1878)

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etwaiges Ankern dem Beidrehen vorzuziehen, ist tiefgehenden Schiffen nicht 
zu rathen. 
Kleine Fahrzeuge können in der Salinas-Bay in 12 bis 14m Wasser 
ankern, den Thurm von Atalaia zwischen den Peilungslinien SOzS und SSO 
haltend. Man soll auf Atalaia zu jeder Zeit Lootsen bekommen können, 
die mit, ihrem Schoner, welcher eine Flagge mit zwei weissen und zwei rothen 
Feldern in Karreau-Form führt, oder bei ruhigem Wetter in einem Boote 
längsseit kommen. 
Es ist unter allen Umständen der Sicherheit des Schiffes wegen geboten, 
einen Lootsen an Bord zu nehmen; denn, abgesehen davon, dass die Lootsen, 
wie die Erfahrung bisher gelehrt hat, mit dem sehr wechselnden Strom und 
auch mit dem Tiefenverhältnissen recht gut Bescheid zu wissen scheinen, so ist 
das Fahrwasser nicht allein unmittelbar an der Küste und an den Ufern strom- 
aufwärts, sondern auch im tieferen Strombett einer steten Veränderung unter- 
worfen, über welche eben nur die Lootsen unterrichtet sein können.') 
Zum Peilen sind ferner nur wenig kenntliche Landobjekte vorhanden, 
die vom Pard-Fluss aufgenommenen Karten sind unzuverlässig, und selbst die 
Konturen der Ufer sind theilweise unrichtig eingezeichnet. 
In sämmtlichen Segelanweisungen ist besonders hervorgehoben, dass die 
Schiffe im Pard-Fluss leicht durch Kreuzpeilungen ihren Ort in der Karte 
bestimmen können. Dies ist jedoch keineswegs leicht, die Landmarken sind 
schlecht, und die wenigen hervortretenden Punkte sind schwer auszumachen.?) 
Der Kurs vom Leuchtthurm von Atalaia nach dem Feuerschiff ist mw 
WNW, und ist das Feuerschiff bei Tage auf 8 Sm sichtbar. Es wurde von 
S. M. S. „Medusa“ an der richtigen Stelle angetroffen. Dies ist jedoch nicht 
immer der Fall, und darf sich ein Schiff nie, weder auf das Brennen des Leucht- 
feuers auf dem Schiffe selbst, noch auf die richtige Lage desselben verlassen. 
Ersteres brennt manchmal gar nicht, und das Feuerschiff wird durch Strom und 
heftige Winde oft von seiner Stelle vertrieben, und soll dann immer eine geraume 
Zeit vergehen, ehe es wieder auf dem richtigen Ankerplatz verankert ist.) 
Das frühere einmastige Feuerschiff ist nicht mehr vorhanden, an dessen Stelle 
ist eine hierzu eigens angekaufte Bark ausgelegt, welche drei kahle Untermasten 
zeigt und auf dem Top des Grossmastes das Licht führt. Alle ein- und aus- 
gehenden Schiffe passiren nördlich vom Feuerschiff auf 1 bis 1'/2 Kblg Abstand. 
Die weisse Boje, welche die Braganza-Bank kennzeichnet, ist nicht mehr vor- 
handen. Da diese Bank stets durch eine heftige Brandung gekennzeichnet wird, 
so ist dieselbe leicht auszufinden. 
Der Kurs vom Feuerschiff stromaufwärts ist mw SW. Der Strom setzt 
im Dentro Channel sehr heftig mit 3'/3 bis 4 Sm Stärke, die Ebbe in der 
Richtung EzN, die Fluth WzS. Die Stärke des Stromes wird sehr durch die 
Windverhältnisse bedingt. Hat man die rothe Boje am Südende der Tüjoca- 
Bank passirt, so halte man das Schiff mit südwestlichem Kurse am östlichen 
Ufer in 4—5 Sm Abstand von demselben. Vom jenseitigen westlichen Ufer 
ist nichts zu sehen, und das erste Land, welches von demselben in Sicht kommt, 
ist die bewaldete Insel Coroa Morro, welche eine gute Landmarke bildet. Am 
östlichen Ufer zeigt sich nun zunächst die kleine, an der Südseite stark be- 
waldete Insel Coroa Gaivotas, auch eine recht gute Landmarke. 
Zwischen dieser und TZaipw Point befindet sich ein guter und geschützter 
Ankerplatz, sowohl für ein- als ausseygelnde Schiffe. An dieser Stelle sind in 
1) Innerhalb der Bänke vor der Spitze Taipu traf S. M, S. „Medusa“ einen Lootsenschoner, 
welcher hier stationirt ist. „Dies zu wissen“, so berichtet Kapt. Hollmann, „erscheint mir. sehr 
wichtig, da man sich im Falle der Noth, und wenn ein Salinas-Lootse nicht zu erlangen sein sollte, 
leichter dazu entschliessen wird, in den Pard einzusegeln, sobald man die Gewissheit hat, dass man 
für die weitere Fahrt auch innerhalb des Reviers noch einen Lootsen findet“, A. d. R. 
2) Kapt. Hollmann bemerkt hierüber in seinem Berichte, wie folgt: „Dass bei der Navigirung 
des Pard von Atalaia zus das Land gute und deutliche Peilungen gestatten sollte, wie z, B. in der 
Beschreibung der Kinsegelung nach dem Pard- Flusse von dem französischen Schiffe „Curieux“ 
(s. „Nachr. f. Seef,“, 1872, No. 456) angeführt ist, haben wir nicht konstatiren können; es war uns 
im Gegentheil nicht möglich, an dem Lande, welches nur in ganz unsicheren Umrissen in Sicht kam, 
irgend welche hervorragenden Punkte auszuforschen, Die diesige Passatluft und die (des Nachmittags) 
über dem Lande stehende Sonne waren uns darin hinderlicher als dem Schiffe „Curteux“, welches 
am Morgen einsegelte“, A, d.R. 
3) S. „Ann. d. Hrydr. ete.“ 1877, pas. 54.
	        
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